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Trockenster Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen: Ernst der Lage „sollte mittlerweile jedem klar sein“

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Von: Erik Scharf

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Der Sommer in Hessen war nicht nur der sonnigste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – er war auch der trockenste. Eine bedrohliche Entwicklung.

Kassel – Langsam aber sicher ist die Zeit der kurzen Hosen vorbei. Der Sommer hat sich auch in Hessen verabschiedet, das Wetter zeigt sich schon recht herbstlich. Schon jetzt ist klar: Es war eine historische Jahreszeit.

Hessen hatte in diesem Jahr den trockensten und sonnigsten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn erlebt. Das geht aus einer ersten, vorläufigen Bilanz des Amtes hervor. Gestützt wird der Bericht von Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Der Edersee, bei Waldeck, drittgrößter Stausee in Deutschland, hatte im Sommer 2022 zeitweise nur 13 % seines normalen Füllstands.
Der Edersee, bei Waldeck, drittgrößter Stausee in Deutschland, hatte im Sommer 2022 zeitweise nur 13 % seines normalen Füllstands. © Jochen Tack/Imago

Wetter in Hessen: Meisten Sonnenstunden im Sommer seit Messbeginn

Den Meteorologen zufolge fielen im meteorologischen Sommer, also von Anfang Juni bis Ende August, insgesamt 87 Millimeter Niederschlag – 60 Prozent weniger als im Mittelwert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990 (222 Millimeter). Mit 849 Sonnenstunden war 2022 der sonnigste Sommer in Hessen seit Messbeginn. Zum Vergleich: Der Durchschnittswert der Referenzperiode beträgt 586 Stunden.

In Sachen Hitze war es nur 2003 noch extremer. In den Sommermonaten von vor knapp 20 Jahren haben Meteorologen eine Durchschnittstemperatur von 19,8 Grad Celsius gemessen. Mit einem Mittelwert von 19,5 Grad Celsius liegt der Sommer 2022 laut DWD knapp darunter. Die Temperatur war jedoch um 3,3 Grad Celsius wärmer als im langjährigen Mittel.

Wetter in Hessen: Solche Sommer werden „keine Ausnahme, sondern eher die Regel sein“

Die Folgen der Hitze bekamen vor allem Landwirte zu spüren, die durch die Dürre teilweise heftige Ernteausfälle erlitten. Zudem brannten tausende Hektar Wald in Hessen nieder. Flüsse und Stauseen, wie beispielsweise der Edersee in Nordhessen, führten kaum noch Wasser.

Dass der vergangene Sommer kein Einzelfall bleiben wird, ist sich auch Thomas Schmid, Präsident des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), sicher. „Zur Mitte des Jahrhunderts werden solche Sommer keine Ausnahme, sondern eher die Regel sein, wenn wir nicht endlich energisch mehr fürs Klima tun – das sollte mittlerweile jedem klar sein.“ (esa mit dpa)

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