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»Was ist aus den Preisträgern geworden?«

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Nidderau (cf). Besucher des Rathauses in Nidderau sollten sich ein wenig Zeit nehmen für einen kleinen Rundgang durch die bis Ende August im Erdgeschoss zu sehende Ausstellung der Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises.

Nidderau (cf). Besucher des Rathauses in Nidderau sollten sich ein wenig Zeit nehmen für einen kleinen Rundgang durch die bis Ende August im Erdgeschoss zu sehende Ausstellung der Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises. Der Kulturpreis wird seit 1977 für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Bildenden Kunst, der Musik, der Literatur, der Volkskunde oder benachbarter künstlerischer, wissenschaftlicher oder kunsthandwerklicher Bereiche verliehen, die einen unmittelbaren Bezug zum Main-Kinzig-Kreis haben. Ein Teil des Preises kann zur Nachwuchsförderung junger Künstler und Künstlerinnen verliehen werden. In den vergangenen 32 Jahren wurden 88 Künstlerinnen und Künstler geehrt, »die mit ihren Werken Grenzen überschreiten, Neuland erkunden, Wege in die Zukunft weisen für die Kunst und die Menschen« wie Erich Pipa, Landrat und Kulturdezernent des Main-Kinzig-Kreises, es im Vorwort der dritten Preisträgerpublikation »Künstlerporträts« beschreibt.

In dieser Veröffentlichung sind Porträtaufnahmen von 67 der bisher 88 Geehrten und in der Ausstellung im Rathaus 15 Schwarz-Weiß-Porträts zu sehen. Die Preisträger stellten ihre Porträts in den Kontext selbstgewählter Texte, Aussagen und Zitate. Dadurch entstanden lebendige Künstlerporträts. Diese hat der aus Bad Vilbel stammende Fotograf Winfried Eberhardt aufgenommen. Er sollte der Frage nachgehen »Was ist aus den Kulturpreisträgern geworden?«. Eberhardt, selbst Kulturpreisträger des Wetteraukreises 2006, reiste von Anfang 2007 bis Ende 2008 durch die Republik und bis nach Irland, um die Künstler zu fotografieren. »Für mich war es sehr spannend, die Porträtierten in ihrem künstlerischen Umfeld zu besuchen«, bilanziert der Fotograf. Für einige Aufnahmen hatte er nur ein paar Minuten Zeit, bei anderen Künstlern war er mehrere Stunden zu Gast. So bekam er bei vielen der Kulturschaffenden einen Einblick in ihre recht verschiedenen Lebensentwürfe und Arbeitsstile und in ihr Lebenswerk. Bei den jüngeren Förderpreisträgern konnte er eher eine gewisse Aufbruchstimmung und Neugierde auf das Kommende dokumentieren.

Zur Eröffnung der Ausstellung begrüßte Bürgermeister Gerhard Schultheiß einige ehemalige Preisträger, die Angehörigen inzwischen verstorbener Geehrter und Sponsorenvertreter. In die Ausstellung »Künstlerporträts« führte Kulturamtsleiterin Renate Nettner-Reinsel ein: »Wir haben den Fotografen Winfried Eberhardt beauftragt, ein ganz persönliches Bild von den Kulturpreisträgern zu zeigen. Es war unsere Neugier auf das, was sie alle aus ihrem Beruf oder ihrer Berufung gemacht haben. So entstand die Idee, ihre aktuelle Situation zu dokumentieren. Die Fotos zeigen sie in ihrem Umfeld. Manchmal sehr privat, manchmal in großer Kulisse. Einen weiteren persönlichen Bezug geben ihre Texte, die Aussagen, die die Fotos unterstreichen.« Die Kulturamtsleiterin lobte die Ausstellung als »in ihrer Art einmalig«. Zusammen mit dem Fotoband sei es ein kulturelles Kleinod, das den Betrachter einen Augenblick in die Welt der Preisträger entführe.

Von den 88 bisher Geehrten wurden aus dem Bereich Malerei, Grafik und Bildhauerei 35 Einzelpersonen ausgezeichnet. Aus der Musik 23 Einzelpersonen und Gruppen. Zwölf Mal geehrt wurden Theater, Puppen-, Marionetten-, Masken- und Musiktheater. Vier Schriftsteller, sieben Heimatforscher und sechs Kulturschaffende aus den Bereichen Kunstgeschichte, Puppenmuseum, Keramik, Journalistik, Vor- und Frühgeschichte und Märchenerzählung.

Die Fotoausstellung und der Katalog zeigen, dass die Künstler in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle spielten. Alle Leistungen und Ergebnisse zeichneten sich durch ein hohes Qualitätsniveau in allen Sparten aus. »Sie sind Ausdruck unserer Identität und unseres Selbstverständnisses«, Nettner-Reinsel. Die meisten der Kulturpreisträger haben ihren Beruf im Kulturbereich gefunden. Nur Wenige hätten sich von der Kultur als Brotberuf verabschieden müssen. Einige Künstler hätten aus der Auszeichnung »Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises« bei der Auftragsvergabe einen kleinen Vorteil ziehen können.

Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert und wird von drei Sponsoren, der Sparkasse Hanau, sowie den Kreissparkassen Gelnhausen und Schlüchtern, ermöglicht. Derzeit läuft die Ausschreibung für den Kulturpreis 2009, der im Dezember vergeben wird.

7 Die Ausstellung über die Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises, fotografiert von Winfried Eberhardt, ist während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung bis zum 31. August im Nidderauer Rathaus zu besichtigen.

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