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Volksbank: Weniger Gewinn – stabile Dividende

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Die heimische Volksbank ist die mitgliederstärkste in ganz Deutschland.		(Foto: Schepp)
Die heimische Volksbank ist die mitgliederstärkste in ganz Deutschland. (Foto: Schepp) © Oliver Schepp

Gießen (si). Die Mitglieder der Volksbank Mittelhessen können auch in diesem Jahr mit einer Dividende von sieben Prozent auf ihre Einlagen rechnen – in einem Umfeld, in dem ansonsten kaum noch Zinsen gezahlt werden.

Damit sollen sie an einem »erneut sehr erfreulichen Geschäftsjahr« beteiligt werden, so der Vorstand, der gestern Eckdaten für 2014 vorlegte. Über den Vorschlag wird die Vertreterversammlung am 29. April entscheiden.

Nach der Bilanz legte das Geldinstitut bei fast allen wichtigen Kennziffern zu. Es vergab mehr Kredite (3,86 Milliarden Euro, plus 1,5 Prozent), und die Kunden vertrauten der Bank noch mehr Geld an als im Vorjahr: 5,59 Milliarden Euro (+ 2,2 Prozent). Mit dem Kerngeschäft wuchs auch die Bilanzsumme, und zwar um 2,4 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Damit bleibt sie die drittgrößte Volksbank in Deutschland. Gemessen an den erstmals knapp über 190 000 Mitgliedern liegt sie bundesweit unverändert vorn.

Trotz alledem konnte die Volksbank Mittelhessen beim Gewinn nicht ganz an das Rekordjahr 2013 anknüpfen. Mit jetzt 64 Millionen Euro (vor Steuern) ging er sogar recht deutlich um 15 Millionen Euro zurück. Grund für den Rückgang sind vor allem höhere Wertberichtigungen: Bei Wertpapieren, die die Volksbank selbst hält, und bei Krediten, die sie abschreiben musste. Sie summierten sich auf elf Millionen Euro, nach ungewöhnlich niedrigen 2,6 Mio. Euro im vergangenen Jahr.

Bei den Krediten entfiel knapp über die Hälfte auf den gewerblichen Bereich, der etwas kleinere Rest ging an Private. Bei ihren Anlagen interessierten sich die Kunden vor allem für Tages- und Festgeld, das kurzfristig verfügbar ist. Auch das spiegelt die ungünstige Zinssituation wider: Die Sparer wissen nicht genau, was sie tun sollen, und hoffen weiter auf eine Zinswende.

Mit 25 Millionen Euro führte die Volksbank fast doppelt so viele Ertragssteuern ab wie im Jahr zuvor. Damit bleibt sie in der Region einer der großen Steuerzahler. Erheblich engagierte sie sich auch wieder für gemeinnützige Zwecke. Mit rund 1,2 Millionen Euro (200 000 Euro weniger als zuletzt) unterstützte sie soziale und gemeinnützige Initiativen und Vereine.

Einzelheiten wird der Vorstand in den kommenden Wochen auf den insgesamt 40 Mitgliederversammlungen erläutern, die erste läuft am kommenden Montag in Langgöns. Die zentrale Veranstaltung in Gießen folgt am Freitag nächster Woche mit Oliver Kahn als Gastredner.

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