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Verteidigung hat Klärungsbedarf

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Limburg (dpa/lhe). Der Prozess um den Polizistenmord von Herborn ist kurz vor seinem Ende ins Stocken geraten. Die Verteidigung stellte gestern vor dem Landgericht Limburg mehrere Beweisanträge, um weitere Zeugen zu hören, ein Gutachten einzuholen sowie Bildmaterial vom Tatort anzuschauen. Mehrfach unterbrach deshalb das Gericht die Sitzung, um über die Anträge zu beraten und am Ende teils abzulehnen. Dann befragte es auf Wunsch der Verteidigung eine Zeugin ein weiteres Mal. Vor Beginn der Verhandlung war erwartet worden, dass nach der Befragung von zwei letzten Zeugen die Beweisaufnahme geschlossen und plädiert werden kann.

Von DPA

Das Gericht verhandelt seit Anfang Juni den Fall, angeklagt ist ein 28-Jähriger. Er soll an Heiligabend 2015 am Herborner Bahnhof einen 46-jährigen Beamten erstochen und dessen ein Jahr älteren Kollegen schwer verletzt haben. Die Polizisten waren gerufen worden, nachdem der Angeklagte in einem Regionalzug als Schwarzfahrer aufgefallen war. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft zielten die Anträge der Verteidigung teils darauf, den Prozess zu »verschleppen«. Der Nebenklägervertreter bezeichnete den Antrag auf ein Gutachten als »verletzend«, gerade für die Angehörigen der Opfer. Dieses Gutachten solle prüfen, ob die Beamten am Bahnhof einen Leitfaden zum Selbstschutz außer Acht gelassen haben. Die Richter lehnten den Antrag aber ab. Am späten Nachmittag unterbrach das Gericht die Sitzung erneut, um einen weiteren Antrag der Verteidigung zu beraten. Entscheiden darüber will die Kammer aber erst bei der nächsten Sitzung am kommenden Montag.

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