Ultimatum gestellt

Heppenheim (dpa/lhe). Wegen des Kinderporno-Verdachts gegen einen Lehrer sieht sich die Odenwaldschule mit einem Ultimatum konfrontiert. Wenn die Schule nicht bis Freitag um 12 Uhr einen Fragenkatalog zu dem Fall beantwortet, soll es ein »aufsichtsbehördliches Fachgespräch« geben, sagte Matthias Schimpf (Grüne).

Details dieses Krisengesprächs sollen noch mit anderen Behörden abgesprochen werden. Der Landkreis ist die für das Internat zuständige Aufsichtsbehörde.

Die Darstellung des Falls von Schulleiter Siegfried Däschler-Seiler sei zudem »hart an der Grenze der Unverschämtheit«, sagte Schimpf. Däschler-Seiler hatte sich im Hessischen Rundfunk gegen den Vorwurf gewehrt, den Verdacht verschleiert zu haben.

An dem Reform-Internat waren vor Jahrzehnten mindestens 132 Schüler von Lehrern sexuell missbraucht worden. Im neuen Fall habe neben dem Landkreis Bergstraße auch das staatliche Schulamt in Heppenheim nach Hinweisen von Schülern vergangenes Jahr keine Informationen auf die Beobachtung des Pädagogen erhalten. »Der Schulleiter ist aber berichtspflichtig«, sagte Schulamts-Leiterin Frida Bordon.

Laut Schule geriet der Pädagoge im vergangenen Sommer ins Visier, weil Schüler ihn als »manchmal merkwürdig und komisch« beschrieben. Die Wohnung des inzwischen entlassenen 32-Jährigen war dann am 9. April 2014 wegen des möglichen Besitzes von Kinderpornos von der Polizei durchsucht worden. Die Auswertung des sichergestellten Materials kann nach Angaben der Staatsanwaltschaft Darmstadt etwa sechs Monate dauern. Der Verdächtigte schweige weiterhin.

Die Odenwaldschule teilte mit, sie arbeite an den Antworten auf die im Katalog gestellten Fragen. Sollte es zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis kommen, will der Landkreis sich am kommenden Montag mit den übergeordneten Behörden abstimmen.

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