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Südhessische Odenwaldschule soll verkauft werden

Die erste Verkaufsanzeige für die insolvente Odenwaldschule ist bereits erschienen. Laut Insolvenzverwaltung wird nicht nur der Preis entscheidend sein, sondern auch das Nutzungskonzept des möglichen Käufers.

Heppenheim (dpa/lhe) - Die insolvente Odenwaldschule in Südhessen soll verkauft werden. Die Insolvenzverwaltung bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Mannheimer Morgen". Eine Verkaufsanzeige sei am vergangenen Wochenende erstmals in einer Wirtschaftszeitung platziert worden, teilte die Anwältin Sylvia Rhein am Montag in Bensheim mit. Sämtliche Kaufangebote würden vertraulich behandelt und zunächst geprüft.

"Bei einem Verkauf der Immobilie findet auch das sogenannte Erwerberkonzept Berücksichtigung", erklärte Rhein. Damit werde nicht allein der Kaufpreis ausschlaggebend sein, sondern auch die künftige Nutzung der Immobilie eine mitentscheidende Rolle haben.

Im August 2015 war vor dem Amtsgericht Darmstadt das Insolvenzverfahren der Odenwaldschule eröffnet worden. Im September scheiterten Bemühungen von Eltern, eine Genehmigung zur Fortführung des Schulbetriebs für ein "Schuldorf Lindenstein" zu bekommen. Gabriele Magsam, Sprecherin von Eltern und Sponsoren des "Schuldorfes Lindenstein", sieht dem Bericht zufolge den Verkauf als Chance: Nun könne ein bereits interessierter Schulträger als Investor einsteigen.

An der Reformschule in Ober-Hambach hatten vor Jahrzehnten Lehrer systematisch Schüler sexuell missbraucht. Ein Abschlussbericht nennt mindestens 132 Opfer, ausgegangen wird aber von bis zu 500. Anfang Februar wurde ein Ex-Lehrer wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Quelle: Gießener Allgemeine

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