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So steht es um die Hells Angels Gießen

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Nach dem Tod von Aygün Mucuk ist es ruhiger geworden um die Hells Angels Gießen. Aktuelle Informationen gibt's zum Charter »Gießen« vom Hessischen Landeskriminalamt.

Nach dem Mord am Gießener Hells-Angels-Boss Aygün Mucuk ist es ruhig geworden in der Szene: Nur noch wenig dringt in die Öffentlichkeit. Das Charter »Gießen« besteht jedoch weiterhin. Einen neuen Chef hat die Gruppe nach Informationen dieser Zeitung ebenfalls. Die Zahl der Mitglieder liegt nach Beobachtungen des Hessischen Landeskriminalamts aktuell bei 20 Personen. Damit sind die Mitgliederzahlen in den vergangenen 1 1/2 Jahren, als Mucuk in Wettenberg erschossen wurde, zurückgegangen.

Und wie steht es um das Verhältnis der Frankfurter und der Gießener Hells Angels? Bis zum Mord an Aygün Mucuk hatte es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen beiden Chartern gegeben. Von einem Rocker-Krieg war die Rede. Aktuell liegen dem Hessischen Landeskriminalamt keine Informationen über weitere Auseinandersetzungen zwischen beiden Gruppen vor. Zuletzt sahen die Ermittler vielmehr die größte Brisanz in den Expansionsbestrebungen anderer Gruppierungen sowie in Neugründungen. Gemeint waren auch »rockerähnliche« Gruppierungen. Dies gelte vor allem dann, wenn diese versuchten, in die Geschäftsfelder etwa bestehender der Hells-Angels-Charter einzudringen.

Vor allem im Fall des Charters »Gießen« sind die Rocker im Stadtbild derweil deutlich weniger präsent als zuvor. Seit einiger Zeit »ist es verboten, die Insignien der Hells Angels in der Öffentlichkeit zu zeigen«, lautet die Erklärung beim Hessischen Landeskriminalamt. Hier kam zuletzt allerdings Bewegung ins Spiel: Regionale Vertreter der Rockergruppen Bandidos und der Hells Angels wendeten sich vor wenigen Tagen wegen des Verbots ihrer symbolträchtigen Clubzeichen an das Bundesverfassungsgericht. Sie reichten Beschwerde gegen das Vereinsgesetz ein, das ihnen verbietet, diese Symbole öffentlich zutragen.

Keine Informationen gibt es derweil vom Hessischen Landeskriminalamt zur offenen Frage nach dem neuen Clubheim der Rocker. Hintergrund: Nach dem Mord an Aygün Mucuk vor 1 1/2 Jahren hatten die Hells Angels Gießen ihr bisheriges Domizil in Wettenberg verlassen. 

Info

Der Fall Aygün Mucuk

Der Gießener Hells-Angels-Chef, der sich zuvor mit den alteingesessenen Rockern in Frankfurt angelegt hatte, war am 7. Oktober 2016 vor dem Clubhaus in Wettenberg von mindestens zwei Tätern aus nächster Nähe erschossen worden. Von den Tätern fehlt jede Spur; die weit über 100 Hinweise, die nach Ausstrahlung des Falles in der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY« eingingen, führten nicht zur Täterermittlung. Die Ermittlungen sollen der Staatsanwaltschaft zu Folge aber »nie« eingestellt werden.

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