Stefanie Leicht bei Miss Germany-Wahl unter den Top 8

Biebertal/Rust (sag). Für Stefanie Leicht hat es am Samstagabend nicht gereicht, um neue Miss Germany zu werden. Die 19-jährige Krumbacherin zog allerdings in die Top 8 ins Finale ein und machte es so bis zur letzten Sekunde spannend für ihre Fans.

Miss Germany 2013 wurde die 21-jährige Mathematik- und Spanischstudentin Caroline Noeding aus Hannover, Vize die Abiturientin Jule Walkowiak (17, Steinburg). Auf den dritten Platz kam die Schülerin Sifa Cakarer aus Oldenburg (17).

»Ich bin so aufgeregt, ich kann vorher gar nichts mehr essen«, sagte die zahnmedizinische Fachangestellte am frühen Samstagabend. Während sie am Nachmittag noch sehr entspannt wirkte, stieg die Aufregung zwei Stunden vor dem großen Auftritt von Minute zu Minute. »Was soll denn passieren? Bis jetzt ist doch auch nie was passiert«, beruhigt Sarah Stroh aus Wißmar, die im vergangenen Jahr bei der Wahl in Rust auf der Bühne stand und davon ein Lied singen kann.

Am Samstag besuchte die Miss Mitteldeutschland 2012 ihre Nachfolgerin in diesem Amt (Stefanie Leicht ist Miss Mitteldeutschland 2013) und deren Kolleginnen gemeinsam mit den Pressevertretern im Backstagebereich im Europa-Park Dome. Die Familien der Missen dürfen nicht dorthin, das würde die Aufregung zu sehr steigern. »Das ist schon gut so, dass ich meine Familie erst heute Abend sehe«, sagt Leicht.

Im Backstagebereich werden die 24 Missen-Anwärterinnen für den Abend vorbereitet – geschminkt, gestylt, frisiert. Jedes der Mädchen hat seinen ganz persönlichen Stylisten – und es gibt einen festen Zeitplan, wer wann dran ist, denn die Plätze auf den Stühlen vor den gigantischen beleuchteten Spiegeln sind heiß begehrt. Schließlich will am Abend jede die Schönste sein.

Das Auftragen des Make-Ups genießt Stefanie dann auch in vollen Zügen. »Ich finde das total entspannend, mir könnte auch gerne jemand stundenlang in den Haaren herum zupfen«, gesteht sie und lehnt sich entspannt zurück, während goldfarbener Lidschatten aufgetragen wird. Dass die Visagistinnen bei all den Paletten, Tübchen und Fläschchen überhaupt noch durchblicken, wirkt umso erstaunlicher.

Das pinkfarbene iPhone hat die 19-Jährige jedoch immer im Anschlag. Egal, ob sie gerade mit einer Kollegin plauscht, an ihrer Cola nippt oder vor dem Spiegel sitzt: Es piepst und klingelt unaufhörlich. »Es ist so schön, wie Viele an mich denken!« freut sich die 19-Jährige, dann lächelt sie und räumt ein: »aber auch ganz schön anstrengend, wenn dauernd das Telefon klingelt«.

Nach wie vor bereitet Stefanies Fuß Probleme – sie hat das sogenannte Sesamknöchelchen gebrochen, der Grund, weshalb sie auf das Missen-Camp auf Fuerteventura verzichten musste. Aber für Stefanie war klar: Sie will dabei sein, und so gibt es auch hierfür eine Lösung. Ihr Teil in der Choreographie wurde abgespeckt, und seitens der Miss Germany Corporation (MGC) wurde erlaubt, dass sie teilweise in flachen Schuhen auftreten darf. Trotzdem: »Der Fuß tut ganz schön weh von den ganzen Proben. Gestern zwölf oder 13 Stunden, das ist schon hart«, fasst sie zusammen.

Die Vorbereitungswoche war für de 19-Jährige ziemlich heftig, musste – und durfte – sie doch jede Menge nachholen, was die anderen bereits auf Fuerteventura erlebt hatten. MGC-Fotograf Sascha Rund war es, der mit Leicht einige der Foto-Shootings von der Kanareninsel nachholte.

18 Uhr heißt es für die Presseleute, aus dem Backstagebereich Abschied zu nehmen. Während für die Gäste der Abend bereits mit einem Showprogramm aus Musik und Artistik sowie einem Drei-Gänge-Menü beginnt, heißt es für die Teilnehmerinnen: warten – warten auf den großen Moment. Die Anspannung ist auch Stefanie deutlich anzusehen, als sie nach dem fulminanten Show-Opening um 20 Uhr Moderatorin Ines Klemmer ihr erstes Vorstellungsinterview gibt, gehüllt in ein strahlend weißes Abendkleid und mit der Startnummer 9.

Doch die Show sitzt, niemandem fällt auf, welches Handicap die 19-Jährige eigentlich zu überwinden hat. Und dann ist es soweit: Einen weiteren Wertungsdurchgang später – dieses Mal in Bademoden – vergibt die prominente Jury, in der unter anderem Model Monica Ivancan, Ex-Boxprofi Axel Schulz, Fußballfunktionär Reiner Calmund, Moderatorin Caroline Beil und Ex-Proftänzerin Isabel Edvardsson sitzen – erstmals ihre Punkte – und Stefanie Leicht zieht in die Top 8 ein.

Probleme durch Fußverletzung

Es folgt ein weiteres Interview, in dem Leicht den Zuschauern von ihrem Problem mit dem Fuß berichtet. Dass es nachher dann doch nicht ganz gereicht hat, das sieht sie locker. »Ich bin so froh, dass ich zu den Top 8 gehöre! Es war eine tolle Zeit und eine super Woche«, fasst sie zusammen.

Auch Jury-Mitglied Axel Schulz betonte während der Wahl, dass es schon eine mehr als respektable Leistung sei, überhaupt soweit gekommen zu sein. »Es ist eine Riesen-Leistung aller Mädels und für alle ein großer Sprung«, so der Ex-Profiboxer. Und auch für Isabel Edvardsson steht fest: »Alle Mädchen strahlen eine wunderbare Persönlichkeit aus.«

Stefanie Leicht freut sich jedenfalls mit den Siegerinnen. Die Gewinnerin Caroline Noeding habe jedenfalls zu ihren persönlichen Favoritinnen gezählt. Von Platz zwei und drei sei sie überrascht. »Aber ich gönne es ihnen! Die sind beide 17, die haben noch eine lange Laufbahn vor sich«.

Jetzt freue sie sich erstmal, wieder nach Hause zu dürfen. Gestern Mittag war sie im Europa-Park Rust in Richtung Krumbach aufgebrochen. Noch bis zum 28. Februar kann Stefanie ihre Zeit genießen, sich ausruhen, das Erlebte reflektieren und ihren Fuß kurieren, »denn ich habe schon Schmerzen« räumt sie ein.

Ab 1. März wird sie dann als zahnmedizinische Fachangestellte in jener Praxis in Herborn arbeiten, in der sie vor kurzem ihre Ausbildung abgeschlossen hat.

Besonders stolz war sie, dass auch ihr Chef den weiten Weg aus Herborn zur »Miss Germany Wahl« auf sich genommen hatte, um sie anzufeuern. Pläne in ihrer Funktion als Miss Mitteldeutschland 2013 hat sie derzeit noch nicht.

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