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Ein europaweites Phänomen: Sprengung von Geldautomaten auch in Hessen weit verbreitet

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Von: Lena Karber

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Ein Schild mit „Geldautomat, Kontoauszüge“ liegt auf dem Boden nahe des Automaten. Zwei Unbekannte haben einen Geldautomaten gesprengt und erheblichen Schaden angerichtet.
Allein in diesem Jahr wurden in Hessen bereits zehn Geldautomaten gesprengt. © dpa/Fabian Strauch

Die Sprengung von Bankautomaten hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Doch Zahlen, die das LKA für das Land Hessen veröffentlicht hat, zeigen: Erfolg ist selten.

Anlässlich der gescheiterten Sprengung eines Bankautomaten im Vogelsberg in der Nacht auf Donnerstag hat das Landeskriminalamt Hintergrundinformationen zu diesem „Kriminalitätsphänomen“ veröffentlicht. Daraus geht hervor: Allein im Jahr 2021 wurden in Hessen bereits zehn Geldautomaten-Sprengungen erfasst.

„Das Kriminalitätsphänomen ‚Sprengungen von Geldausgabeautomaten‘ ist neben der europa-und bundesweiten Ausbreitung auch in Hessen seit mehreren Jahren feststellbar“, heißt es in einer Pressemitteilung des Hessischen Landeskriminalamtes. So würden sowohl überregional als auch regional agierende Tätergruppen versuchen, durch das Sprengen von Geldautomaten Bargeld zu erlangen – oftmals jedoch ohne Erfolg.

Sprengung von Geldautomaten auch in Hessen: Oft verlaufen sie für die Täter erfolglos

So erfasste die hessische Polizei im Jahr 2019 insgesamt 53 Fälle von Geldautomaten-Sprengungen, allerdings gelang es den Tätern nur in 15 Fällen, Beute zu machen. 2020 lag die Zahl der erfassten Fälle bei 29 und auch hier war die Erfolgs-Quote gering: Nur in fünf Fällen erlangen die Täter durch die Sprengung eines Geldautomaten auch wirklich Bargeld. Von den zehn Sprengungen, die es in diesem Jahr bereits gab, waren zwei erfolgreich.

Allerdings ist der angerichtete Schaden oftmals trotzdem hoch: So verzeichnete die Polizei nach eigenen Angaben bereits „erhebliche Sach- und Gebäudeschäden“. Das liegt daran, dass die Sprengungen laut Polizei üblicherweise mit Hilfe eines Gas-/Sauerstoffgemischs herbeigeführt werden.

Sprengung von Geldautomaten auch in Hessen: Spezielle Ermittlungsgruppe beim LKA

Doch die Herbeiführung von Explosionen durch ein Gas-/Sauerstoffgemisch kann nicht nur zu hohen Sachschäden führen, sondern gefährdet auch die Sicherheit anwesender Personen. So weißt die Polizei darauf hin, dass die Herbeiführung einer Explosion sowohl für Unbeteiligte als auch für Sicherheitskräfte und Täter eine hohe Gefahr birgt.

„Die Ermittlungen in diesem Kriminalitätsphänomen gestalten sich regelmäßig hoch komplex, personal- und zeitintensiv“, schreibt die Polizei zu den Bankautomaten-Sprengungen. Deshalb sei im April 2019 im Hessischen Landeskriminalamt eine spezielle Ermittlungsgruppe für diesen Tatbestand eingerichtet worden. „Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main - Eingreifreserve - und das Hessische Landeskriminalamt - Ermittlungsgruppe „Schwere Bandenkriminalität - werden auch weiterhin in diesem Deliktsfeld eng zusammenarbeiten“, kündigt die Polizei an. Gerade aufgrund der hohen Gefährlichkeit der Taten sei es den Behörden ein Anliegen, diesem Phänomen effektiv und nachhaltig entgegenzutreten. „Mehrere Tatserien konnten so bereits erkannt und Tatverdächtige ergriffen werden“, heißt es in der Pressemitteilung.

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