Der Langener Waldsee bleibt für Besucher zu. FOTO: DPA
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Der Langener Waldsee bleibt für Besucher zu. FOTO: DPA

Spaßbremse Abschleppwagen

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Langen- Temperaturen bis weit über 30 Grad lassen auf einen Liegeplatz am Badesee hoffen. Die Anreise per Auto ist manch einer Gemeinde aber ein Dorn im Auge. Der Langener Waldsee hat wegen eines Park-Chaos am vergangenen Wochenende am Dienstag vorerst gänzlich dichtgemacht, andere Kommunen blicken genau hin.

In Langen machten sich Badegäste trotz der Bitte, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen, mit dem Auto auf den Weg. Die Fahrzeuge standen auf der teils vierspurigen Bundesstraße 44 und wurden auf Waldwegen abgestellt - trotz Waldbrandgefahr und gesundheitlich belastender Hitze. Rettungswege waren versperrt.

Bürgermeister Jan Werner (parteilos) entschuldigte sich per Mitteilung für die Schließung, sah aber keinen anderen Weg. "Es wäre sicher neben dem Aspekt der Sicherheit für viele lehrreich gewesen, mit Sack und Pack vom See zu kommen und das Auto ist weg. Stattdessen kapituliert man und macht den Laden dicht", wurde via Twitter kritisiert.

Auch am Edersee hat die Sommerhitze der vergangenen Tage für einen starken Besucherzustrom gesorgt. Der Geschäftsführer der Edersee Touristic GmbH, Claus Günther, sprach von einem "starken Druck der Tagesbesucher". Vor allem an den Wochenenden seien die Parkplätze überfüllt gewesen, wohl auch, weil die rund um den See angebotenen Stellplätze für Wohnmobile nicht ausreichten und die Besitzer solcher Mobile andere Parkplätze mit nutzten. Die Situationen habe sich aber jeweils schnell regeln lassen.

An der Grube Prinz von Hessen in Darmstadt oder dem Twistesee in Bad Arolsen will man am Wochenende wieder genau hinsehen. "Auch in Darmstadt spielt die Waldbrandgefahr eine Rolle. Hinzukommt das zuweilen rücksichtslose Zuparken von Rettungs- und Radwegen", sagte ein Sprecher der Stadt.

Gefährliche Strömungen

Eine Schließung der Grube Prinz von Hessen sei derzeit nicht geplant. Zunächst solle es stärkere Kontrollen und Appelle geben. "Die Stadt beobachtet aber die Situation sehr genau." Aus dem Krisenstab der Corona-Pandemie hieß es schon zum Wochenstart, der Andrang sei aufgrund der heißen Temperaturen so groß gewesen, dass es praktisch unmöglich wurde, Abstandsregelungen durchzusetzen. Noch problematischer sei allerdings die Parksituation gewesen. Hier seien beide Straßenseiten inklusive der Fahrradwege mit zeitweise bis zu 300 Autos zugeparkt worden.

Vom Baden in Flüssen oder in Seen, die nicht als Badegewässer ausgewiesen sind, raten Behörden dringend ab. In Flüssen bestehe die Gefahr von Strömungen durch den Schiffsverkehr oder auch wegen Hygienemängeln. Und auch bei den Seen würden nur die Badeseen auf Verunreinigungen überwacht, sagte Winfried Staudt vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Bei den derzeitigen Temperaturen könnten sich durchaus Blaualgen bilden und Bakterien auch zu Krankheitssymptomen führen. In Hessen seien derzeit 48 der 61 überwachten Badegewässer auch geöffnet.

Nach einem tödlichen Badeunfall an einem Baggersee bei Groß-Rohrheim im Kreis Bergstraße ziehen die Verantwortlichen noch vor dem Wochenende die Reißleine. Der See wird eingezäunt. "Baden war da schon immer verboten", sagte der Bürgermeister der Gemeinde, Rainer Bersch. Am vergangenen Samstag war dort ein 17 Jahre alter Nichtschwimmer ertrunken, der sich bei der Sommerhitze abkühlen wollte. Die alarmierten Rettungskräfte konnten den jungen Mann nur noch tot bergen. dpa

Quelle: Gießener Allgemeine

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