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AfD sortiert sich neu

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Gießen (dpa/lhe). Nach wochenlangen Personalquerelen hat sich der hessische Landesverband der eurokritischen AfD um einen Neuanfang bemüht. Zu einer Aussprache über die Probleme wurden die Journalisten am Samstag bei einem Parteitag in Gießen auf Beschluss der knapp 400 anwesenden Mitglieder vor die Tür gesetzt.

Bundesparteichef Bernd Lucke verteidigte die Entscheidung mit den Worten, viele AfD-Mitglieder seien es nicht gewohnt, in Anwesenheit von Kameras zu sprechen. »Nicht alles in unserer Demokratie ist öffentlich«, fügte er hinzu.

In jüngster Zeit hatten falsche akademische Titel von Landessprecher Volker Bartz und Antisemitismusvorwürfe gegen den Landesschatzmeister für Schlagzeilen gesorgt. Beide wurden daraufhin ihrer Ämter enthoben. Bartz hat inzwischen eingeräumt, dass seine akademischen Titel gefälscht waren. Er kündigte in Gießen seinen Parteiaustritt an. Seinen Posten übernahm die bisherige Vize-Sprecherin Joana Cotar. Zum neuen Landesschatzmeister wählte die Partei den Unternehmensberater Arnd Christofer Frohne.

Bundesvorstandssprecher Konrad Adam sagte, die Partei sei möglicherweise »zu schnell gewachsen«. »Es sind anfangs viele Leute zu uns gekommen, die wir mit offenen Armen empfangen haben. Aber vielleicht passen einige nicht so gut zu uns.«

Der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler von der Fachhochschule Düsseldorf sieht die gesamte AfD »am Rande ihres Zusammenbruchs«. Er sagte der Nachrichtenagentur dpa: »Seit Monaten tritt die Partei nur durch ihre internen Konflikte in Erscheinung und nicht mehr durch inhaltliche Programme.« Wichtig für die künftige Ausrichtung der Eurokritiker sei der Bundesparteitag Ende des Monats. »Denn seit der Bundestagswahl ist ein Richtungsstreit ausgebrochen, der die Partei spaltet.«

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