1. Wetterauer Zeitung
  2. Hessen

Schäfer-Gümbel auf Energietour in Hessen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Kassel (dapd-hes). Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hat sich entschieden von den Äußerungen des Grünen-Politikers Winfried Kretschmann zur Autoproduktion abgegrenzt.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd nannte er den Satz des designierten baden-württembergischen Ministerpräsidenten »Unfug«, in Zukunft sollten in Deutschland weniger und nicht mehr Autos gebaut worden.

»Es geht nicht um Verzicht, sondern um intelligente Mobilitätskonzepte ohne soziale Spaltung«, sagte Schäfer-Gümbel. Keinesfalls dürfe es so weit kommen, dass nur noch Auto fahre, wer es sich leisten könne.

Der SPD-Landesvorsitzende machte am Dienstag eine Rundreise durch Nordhessen zum Thema Erneuerbare Energien. Dabei besuchte Schäfer-Gümbel mehrere auf diesem Gebiet tätige Betriebe und sprach auch mit Bürgerinitiativen. Die Gespräche hätten ihn in der Überzeugung bestätigt, dass die angestrebte Energiewende ganz viele Chancen auch für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft biete, betonte der SPD-Politiker.

So habe er beim Besuch des VW-Werks in Baunatal ebenso eine hohe Bereitschaft zum Ausbau der E-Mobilität, also der Produktion elektronisch betriebener Fahrzeuge, verspürt wie bei dem eher mittelständisch geprägten Betrieb Fräger in Immenhausen. Also gehe es um eine andere Form des Wirtschaftens und nicht um Verzicht auf Mobilität. »Die Energiewende darf kein Thema sozialer Spaltung werden, da sind die Grünen etwas betriebsblind«, fügte Schäfer-Gümbel hinzu. Zudem seien verstärkte Anstrengungen bei der Gebäudesanierung erforderlich.

Jedenfalls hätten die Gespräche vor Ort ergeben, dass der Atomausstieg ohne Gefährdung der Klimaschutzziele möglich sei, fasste der hessische SPD-Partei- und Fraktionschef seine Eindrücke zusammen. Falsch sei auch der von der CDU/FDP-Landesregierung erweckte Eindruck, die Bürgerinitiativen lehnten wahllos Stromtrassen ab, die mit dem Ausstieg aus der Kernenergie notwendig würden. So hätten Vertreter der Bürgerinitiative »Keine 380-kV-Freileitung« erklärt, dass sie den Netzausbau akzeptierten. Es gehe nur um die Art und Weise. Umso dringlicher sei es, die Bürgerinitiativen an den Energiegesprächen des Ministerpräsidenten zu beteiligen, um die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende zu erhöhen, sagte Schäfer-Gümbel in dem dapd-Gespräch.

Auch interessant

Kommentare