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Arm in Arm an Särgen der gestorbenen Soldaten

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Vergangene Woche sind zwei Fritzlarer Soldaten bei einem Hubschrauberabsturz in Mali ums Lebens gekommen. Am Donnerstag fand der Trauerakt statt. Die Verteidigungsministerin verneigte sich.

Fritzlar (dpa/lhe/eb). Bei einer Trauerfeier in Fritzlar haben rund 1000 Menschen der beiden bei einem Hubschrauberabsturz in Mali umgekommenen Soldaten gedacht. Die Zeremonie fand gestern in der nordhessischen Domstadt unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. »Wir verneigen uns vor diesem höchsten Opfer, das sie im Namen der Bundesrepublik Deutschland erbracht haben«, erklärte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Zur noch ungeklärten Absturzursache sagte die Ministerin nichts. Sie bezeichnete die beiden Piloten aber als »Könner ihres Fachs«.

Der 33-jährige Major und der 47-jährige Stabshauptmann aus Nordhessen waren am Mittwoch vor einer Woche im westafrikanischen Mali ums Leben gekommen. Ihre Särge wurden nach Deutschland überführt und gestern begleitet von einer Totenwache der Bundeswehr in den Fritzlarer Dom Sankt Peter gebracht. Am Mittag nahmen zunächst nur die Angehörigen in der Kirche Abschied.

Danach begann die Trauerfeier im Kreis der Familie, engster Freunde, von Vertretern der Bundeswehr sowie der Politik. Darunter waren auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und der Generalinspekteur der Bundeswehr Volker Wieker. Trauergäste legten Rosen nieder, die Angehörigen standen Arm in Arm an den Särgen. Vor der Kirche verfolgten Fritzlarer und zahlreiche Soldaten die Zeremonie auf einer Leinwand.

Verteidigungsministerin von der Leyen bezeichnete die umgekommenen Soldaten als »hoch dekoriert« und einsatzerfahren. Der Stabshauptmann habe den Flugbetrieb des Kampfhubschraubers »Tiger« in Fritzlar mit aufgebaut und sei einer der ersten sechs ausgebildeten »Tiger«-Piloten seines Regiments gewesen. Auch Volker Bauersachs, Kommandeur des Regiments, zu dem die Soldaten gehören, erklärte: »Wenn diese Besatzung den Absturz nicht abwenden konnte, dann hätte es keiner vermocht.« Zweifel an der UN-Mission in Mali zeigte Ministerin von der Leyen nicht: Der Einsatz sei gefährlich. Aber er sei auch von hoher Bedeutung »für ein Land, von dem wir nur durch zwei Staaten getrennt sind«, sagte sie. Nach der Trauerfeier wurden die Särge aus dem Dom gebracht. Wann und wo sie bestattet werden, dazu machte die Truppe keine Angaben.

Bevölkerung nimmt Anteil

Draußen verfolgten Hunderte eine Live-Übertragung aus dem Dom auf einer Video-Leinwand. Der Platz vor dem Dom war frei zugänglich, viele Menschen nutzten die Möglichkeit, mit dem Besuch ihre Solidarität auszudrücken. »Das ist wichtig für die Bevölkerung«, sagte Bürgermeister Hartmut Spogat. Die Stadt zeige, dass sie nicht nur in fröhlichen Stunden hinter der Bundeswehr stehe, sondern auch in den Stunden des Abschieds. »Es ist kein einfacher Tag für das Heer«, beschrieb Oberstleutnant Thomas Kolatzki den Medienvertretern die Situation: »Noch kennen wir die Ursache für den Absturz nicht, aber auch die Klärung wird nichts an diesem großen Verlust ändern können, den wir erlitten haben.«

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