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Richtfest für Partikeltherapie-Zentrum

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Marburg (dpa/pm). Knapp ein Jahr nach der Grundsteinlegung ist am Mittwoch auf den Lahnbergen das Richtfest für das neue Partikeltherapie-Zentrum zur Behandlung von Tumoren gefeiert worden. In der hessenweit einmaligen Einrichtung sollen in gut zwei Jahren die ersten Patienten behandelt werden, wie das Universitätsklinikum Gießen und Marburg am Mittwoch mitteilte.

Marburg (dpa/pm). Knapp ein Jahr nach der Grundsteinlegung ist am Mittwoch auf den Lahnbergen das Richtfest für das neue Partikeltherapie-Zentrum zur Behandlung von Tumoren gefeiert worden. In der hessenweit einmaligen Einrichtung sollen in gut zwei Jahren die ersten Patienten behandelt werden, wie das Universitätsklinikum Gießen und Marburg am Mittwoch mitteilte.

Mit diesem Strahlenverfahren können den Angaben zufolge Tumore präziser getroffen werden als mit herkömmlicher Bestrahlung. Zudem werde gesundes Gewebe nur wenig belastet. Rund 120 Millionen Euro investiert der private Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum in das Partikeltherapie-Zentrum, in dem einmal 2000 Menschen im Jahr behandelt werden sollen.

Gleichzeitig mit dem Richtfest wurde am Mittwoch in Marburg auch ein erster Spatenstich gefeiert. Das Universitätsklinikum soll mit einem dritten Bauabschnitt in den kommenden zwei Jahren erweitert werden. In dem Neubau würden vor allem ambulante, tagesklinische und teilstationäre Behandlungen ausgeführt. Die Bauten mit fast 40 000 Quadratmetern Geschossfläche kosten nach Investorenangaben 105 Millionen Euro. Nach Ansicht von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) werden beide Projekte dafür sorgen, dass Marburg ein über die Landesgrenzen hinaus bekanntes Gesundheitszentrum werde.

Die Entscheidung, die beiden Universitätskliniken Gießen und Marburg zu privatisieren, habe sich als richtig herausgestellt. In Marburg entstehe nun ein »Leuchtturm« zur Versorgung schwer kranker Patienten, sagte Koch bei der Grundsteinlegung laut Mitteilung.

Die Leiterin der Strahlentherapie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Prof. Rita Engenhart-Cabillic, sprach von einem »Quantensprung«: Die Energie gehe nicht an der Hautoberfläche oder auf dem Weg zum kranken Gewebe verloren, sondern könne punktgenau eingesetzt werden. »Damit ist diese Art der Strahlentherapie praktisch nebenwirkungsarm«, sagte Engenhart-Cabillic.

Wolfgang Pföhler, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG, hob die »Strahlkraft« der neuen Partikel-Therapie-Anlage hervor: »Gute Medizin lebt von gezielten Investitionen in Innovationen. Mit diesem ‘Leuchtturm'-Projekt beweisen wir, dass wir verlässliche Partner für Politik und Wissenschaft sind und vertrauensvoll gemeinsame Ziele in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung verfolgen.

Der Studiendekan des Fachbereichs Medizin der Philipps-Universität, Prof. Klaus J. Klose, betonte in seinem Grußwort die Aufwertung, die der Forschungsstandort Lahnberge in den letzten Jahren erfahren hat: »Neben dem neuen BSL4-Labor für die Virologie, dem 2006 in Betrieb gegangenen neuen Mutter-Kind-Zentrum sowie dem jetzt in Angriff genommenen dritten Bauabschnitt des Klinikums entsteht hier eine Partikeltherapie-Anlage, die sowohl eine Bestrahlung mit Protonen als auch mit Schwerionen zulässt. Damit wird der Medizin-Forschungsstandort Marburg weit über die regionale Grenzen hinaus aufgewertet.«

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