1. Wetterauer Zeitung
  2. Hessen

Queen Elizabeth II.: Was die verstorbene Monarchin mit Hessen verbindet

Erstellt:

Von: Sebastian Richter

Kommentare

70 Jahre saß sie auf dem Thron, jetzt ist Queen Elizabeth II. gestorben. Mit Hessen verband die Königin mehr, als man zunächst vermutet.

Wiesbaden – Die Queen ist tot. Elizabeth II. starb am Donnerstag (8. September) in Schottland. Die Familie der Queen stammt zum Teil aus Hessen, ihre Staatsbesuche 1965 und 2015 begeisterten tausende Menschen. Hessens Ministerpräsident Boris sprach der königlichen Familie am Abend ihres Todes sein Beileid aus.

„Mit Queen Elizabeth II. ist eine beeindruckende Persönlichkeit von uns gegangen, ein Stück Großbritannien und eine Sympathisantin Hessens“, sagte Rhein in einer Mitteilung der hessischen Staatskanzlei. „Wir in Hessen sind tieftraurig über den Tod von Queen Elizabeth II. und verneigen uns vor der Lebensleistung dieser außergewöhnlichen Frau. Durch ihr Wirken hat sie Spuren hinterlassen, die noch lange sichtbar sein werden.“

Queen Elizabeth II. mit Ehemann Philip und Ministerpräsident Volker Bouffier 2015 in Frankfurt.
Queen Elizabeth II. mit Ehemann Philip und Ministerpräsident Volker Bouffier 2015 in Frankfurt. © imago/Sven Simon

Auch Rheins Vorgänger Volker Bouffier hat sich zum Tod von Königin Elizabeth II. geäußert. Beim Radiosender FFH nannte der CDU-Politiker die Queen eine „Persönlichkeit von geschichtlichem Rang“. Der ehemalige Ministerpräsident sah in ihr eine herausragende Persönlichkeit und ein Vorbild für „das ganze Volk“, das „Commonwealth“ und „weite Teile der Welt“.

Im offenen Wagen durch Wiesbaden: Der Besuch der Queen begeisterte tausende Menschen.
Im offenen Wagen durch Wiesbaden: Der Besuch der Queen begeisterte tausende Menschen. © picture allaince/dpa

Queen Elizabeth II.: Auf Staatsbesuch bei der Familie in Hessen

Die Monarchin, die auf dem britischen Thron als Staatsoberhaupt zahlreicher Länder fungierte, ist auch familiär mit Hessen verbunden. Die Großmutter ihres im April 2021 verstorbenen Ehemannes Prinz Philip stammte ursprünglich aus dem Geschlecht der Großherzöge von Hessen. Auch Elizabeth II. selbst ist entfernt mit Heinrich Donatus Landgraf von Hessen verwandt. Er ist ein Nachfahre der Königin Victoria – ebenso wie die nun verstorbene Queen.

Die Königin und Prinz Philip besuchen Verwandte auf Schloss Wolfsgarten. Das Schloss ist der Wohnsitz von Prinz Ludwig von Hessen, einem Cousin des Herzogs. Das Foto zeigt (v.l.n.r.) Prinz Ludwig von Hessen, S.M. die Königin, Prinzessin Beatrix von Hohenlohe Langenburg, Prinz Ludwigs Frau (mit Hunden) und Prinzessin Friedrich von Windischgratz.
Die Königin und Prinz Philip besuchen Verwandte auf Schloss Wolfsgarten. Das Schloss ist der Wohnsitz von Prinz Ludwig von Hessen, einem Cousin des Herzogs. © imago/ZUMA/Keystone

Bei ihrem Staatsbesuch in Hessen 1965 – dem ersten royalen Besuch aus Großbritannien seit 1909 – schauten die Queen und ihr Ehemann bei ihrer Verwandtschaft in Hessen vorbei. Bei ihrem Besuch in Hessen fuhr das königliche Paar unter anderem durch Wiesbaden, machte Halt in Landtag und Kurhaus. Damals empfing sie Ministerpräsident Georg-August Zinn.

Auf Staatsbesuch am Römer: Volker Bouffier und Ehefrau Ursula, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, Queen Elizabeth II und Bundespraesident Joachim Gauck zeigen sich auf dem Rathausbalkon der Menge.
Auf Staatsbesuch am Römer: Volker Bouffier und Ehefrau Ursula, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, Queen Elizabeth II und Bundespraesident Joachim Gauck zeigen sich auf dem Rathausbalkon der Menge. © imago/Sven Simon

50 Jahre später kamen die Queen noch einmal nach Hessen. Damals, 2015, besichtigte sie die Paulskirche in Frankfurt, um „die Wiege der deutschen Demokratie“ zu sehen, wie es aus dem hessischen Landtag heißt. Volker Bouffier und der damalige Bundespräsident Joachim Gauck empfingen das Staatsoberhaupt. Vom Balkon des Römer in Frankfurt präsentierten sie sich tausenden Menschen.

Auch der Sohn der Queen, Thronfolger Prinz Charles, hat schon in Hessen vorbeigeschaut. 1997 besuchte Charles das nordhessische Kassel – und insbesondere den Bioladen „Schmanddibben“. Die Vermarktung von biologisch angebauten Produkten regte großes Interesse bei Prinz Charles, ein Kontakt über Professoren zu ökologischer Landwirtschaft aus Witzenhausen führte den „Öko-Prinz“ schließlich in die Stadt. (spr)

Auch interessant

Kommentare