Public Viewing trotz hoher Uefa-Hürden

Gießen (fd). Wenn am Samstag im Finale der Champions League (CL) der FC Bayern München auf Borussia Dortmund trifft, dann wird auch Gießen mitfiebern. Zum größten Public Viewing in der Stadt lädt die DTT Konzerte GmbH in die Hessenhallen.

Eine Selbstverständlichkeit ist das nicht, sind doch aufgrund strikter Auflagen des europäischen Fußballverbands Uefa, der die CL vermarktet, bereits geplante ähnliche Veranstaltungen andernorts abgesagt worden.

»Wir setzen auf Arena-Atmosphäre und wollen den Fans eine Alternative für unbeständiges Wetter bieten, wenn es im Biergarten zu ungemütlich ist«, sagt Geschäftsführer Dennis Bahl, der in den vergangenen Jahren mit seiner DTT Konzerte GmbH auch das Public Viewing zu WM und EM im Schiffenberger Tal organisiert hatte. 15 Quadratmeter misst die Leinwand nun, es wird Bierzeltganituren geben, aber auch viele Stehplätze, dazu Musik und eine After-Show-Party. Einlass ist ab 19.45 Uhr geplant – und damit rechtzeitig zur Vorberichterstattung.

Ein großes Public Viewing zum CL-Finale ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Grund sind die strengen Bedingungen der Uefa, die erst vor wenigen Tagen eine geplante Veranstaltung in Oberhausen platzen ließ.

Laut Recherchen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) waren dort schon über 3000 Tickets zu jeweils fünf Euro verkauft worden. Auch in München schrecken die Vorgaben laut »Süddeutscher Zeitung« private Veranstalter ab.

So heißt es in einer Bekanntgabe der Uefa bezüglich der Auflagen: »Aufgrund der hohen Nachfrage nach sogenannten Übertragungslizenzen für Public Viewing zum Finale der Champions League wird die Uefa eine mehr als außerordentliche Ausnahme vornehmen und die Verpflichtung zur Lizenzierung ausschließlich für Organisatoren nichtkommerzieller Public-Viewing-Veranstaltungen aufheben, die alle die folgenden Bedingungen erfüllen.« Genannt werden dann eine Begrenzung auf maximal 500 Besucher, keine Darstellung von Marken, keine Nutzung des Logos der Uefa sowie notwendige Genehmigungen und Lizenzen etwa der Gema sowie der jeweiligen Stadtverwaltungen.

In Dortmund sind die geplanten Public Viewings inzwischen gesichert, obwohl die von der Uefa vorgegebene Maximalauslastung von 500 Besuchern an allen Stellen übertroffen wird. Als Begründung sagte ein Sprecher der Stadt dem WDR: »Polizei und Ordnungsamt hatten große Bedenken, wie sie eine Situation unter Kontrolle halten könnten, wenn 100 000 Fußballfans ziellos durch die Stadt ziehen. Durch die Einrichtung von Public-Viewing-Plätzen können die Massen viel besser kanalisiert und kontrolliert werden.«

»Uefa weiß, was wir vorhaben«

Zum Public Viewing am Samstag in den Hessenhallen erklärt Dennis Bahl: »Die Uefa weiß, was wir vorhaben.« Zusammen mit der Stadt und der Messe Gießen habe sich die DTT Konzerte GmbH darauf geeinigt, dass jeder Besucher eine »Sicherheitsgebühr« in Höhe von einem Euro bezahlt. Hintergrund: »Es wird nicht sein wie im vergangenen Jahr, als 99 Prozent der Besucher zum FC Bayern München gehalten haben. Daher haben wir das Sicherheitsaufgebot aufgestockt«, erklärt Bahl. Damals kamen etwa 800 Leute und erlebten die dramatische Niederlage des FCB gegen den FC Chelsea mit.

Die Prognose für den Samstag: »Wir gehen von guten Zuschauerzahlen aus.« Die Halle 4 der Hessenhallen, in der das Spiel übertragen werden soll, fasst über 1000 Besucher.

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