AfD profitiert von Verlusten der Volksparteien

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Wiesbaden (dpa/lhe). Die Grünen erobern die Großstädte, und CDU und SPD bleiben trotz zweistelliger Verluste in Osthessen und Nordhessen führend. Die AfD wiederum ist besonders stark in Osthessen, der Region Main-Kinzig und der Wetterau. Das sind die zentralen Ergebnisse einer am Montag in Wiesbaden vom Statistischen Landesamts vorgelegten Wahlanalyse.

Wiesbaden (dpa/lhe). Die Grünen erobern die Großstädte, und CDU und SPD bleiben trotz zweistelliger Verluste in Osthessen und Nordhessen führend. Die AfD wiederum ist besonders stark in Osthessen, der Region Main-Kinzig und der Wetterau. Das sind die zentralen Ergebnisse einer am Montag in Wiesbaden vom Statistischen Landesamts vorgelegten Wahlanalyse.

Zu den Hochburgen der Grünen (landesweit 19,8 Prozent) zählen Frankfurt, Darmstadt, Kassel, Wiesbaden und Offenbach mit Anteilen bei den Zweitstimmen von teils über 30 Prozent. In Frankfurt II konnte die weitgehend unbekannte Volkswirtin Miriam Dahlke für die Grünen der CDU den Sitz abnehmen. In Kassel II holte die Studentin Vanessa Gronemann das Direktmandat. Die beiden siegreichen Frauen sind noch keine 30 Jahre alt.

Gronemann machte in Kassel eine andere Frau – Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) – zur prominenten Verliererin. Die 56-Jährige steht jetzt ohne Mandat da, da sie trotz des aussichtsreichen Listenplatzes zwei nicht in den Landtag einzieht. Die CDU hat 40 Sitze gewonnen – alle aber direkt. Dieser Besonderheit im Wahlrecht ist auch Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) zum Opfer gefallen, der in Offenbach seinen Wahlkreis an Grünen-Spitzenmann Tarek al-Wazir verlor.

Am stärksten blieb die CDU (landesweit 27,0 Prozent) bei den Zweitstimmen in ihrer Hochburg in Osthessen. In Fulda I und II erzielt sie mit jeweils mehr als 36 Prozent ihr bestes Resultat. Doch in ihrem traditionellen Milieu verliert die Union zugleich auch landesweit am meisten mit jeweils rund 18 Prozent.

Davon profitiert auch die AfD, die im Wahlkreis Fulda II mit 18,2 Prozent der Zweitstimmen deutlich über dem Landesschnitt (13,1 Prozent) liegt. In Neuhof, der Heimat des früheren CDU- und heutigen AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann, kommen die Rechtskonservativen sogar auf 24,3 Prozent. Stark ist die AfD auch in der Wetterau und im Osten des Main-Kinzig-Kreises, am schwächsten dagegen in Frankfurt.

In den ländlichen Gebieten Nordhessens kann sich die SPD (landesweit 19,8 Prozent) trotz der dramatischen Einbußen als stärkste Partei behaupten. Kassel-Land II ist der einzige Wahlkreis, in dem die Sozialdemokraten bei den Zweitstimmen noch die 30-Prozent-Marke überwinden. In Richtung Einstelligkeit geht das Ergebnis dagegen in Fulda; im Frankfurter Speckgürtel (Hochtaunus und Main-Taunus) liegt die SPD unterhalb von 15 Prozent.

Genau dort wiederum hat die FDP (landesweit 7,5 Prozent) ihre Stärke, die in den wohlhabenden Vorstädten Frankfurts zweistellige Resultate erzielt. Am wenigsten beliebt sind die Liberalen in Nordhessen. In Kassel II kommen sie auf 5,4 Prozent, in Rotenburg auf 5,6 Prozent.

Die Linke (landesweit 6,3 Prozent) ist wie die Grünen eine Großstadtpflanze. Ihren höchsten Stimmenanteil erreichen sie im Wahlkreis Frankfurt V (13,5 Prozent), wo der Grüne-Landtagsabgeordnete Marcus Bocklet das Direktmandat eroberte. Am schwächsten ist die Linke in Fulda II (3,5 Prozent) und Limburg-Weilburg I (3,9 Prozent).

Auch bei der Wahlbeteiligung gibt es interessante Details: In den wirtschaftsstärksten Wahlkreisen Hochtaunus und Main-Taunus sind mit fast 75 Prozent die meisten Menschen zur Wahl gegangen. In der Grünen-Hochburg Frankfurt V (Bornheim, Nordend) waren es mit 72,3 Prozent fast genauso viele. Der Wahlkreis Frankfurt I, der die einkommensschwächeren Stadtteile im Westen umfasst, meldete dagegen hessenweit den Tiefstwert. Dort fanden nur 55 Prozent den Weg zur Urne.

Quelle: Gießener Allgemeine

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