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Positive Halbjahr-Zwischenbilanz im heimischen Handwerk

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Gießen/Wiesbaden (pm). In den Handwerksbetrieben des Handwerkskammerbezirks Wiesbaden (Ober-, West-, Mittelhessen) stellt sich die wirtschaftliche Situation nach Ablauf des ersten halben Jahres 2008 stabil dar.

Durchschnittlich 73 Prozent der Handwerksunternehmer melden eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage. »Für das zweite Halbjahr gehen wir davon aus, dass die wirtschaftliche Lage im Handwerk auf dem jetzigen Niveau bleiben wird«, so Kammerhauptgeschäftsführer Harald Brandes am Dienstag vor Pressevertretern in Wiesbaden.

Brandes zufolge ist die Zahl der Handwerksbetriebe im Wiesbadener Kammerbezirk im ersten Halbjahr 2008 um 0,7 Prozent gestiegen. Am 30. Juni waren 23 906 Betriebe in die Handwerksrolle eingetragen. Dies entspreche einem Zuwachs von 159 Handwerksbetrieben. Nach wie vor seien die größten Zuwächse bei den zulassungsfreien Handwerken im Bereich Fliesen, Platten- und Mosaikleger sowie Raumausstatter und Gebäudereiniger zu verzeichnen.

Zum Stichtag 30. Juni wurden 1591 neue Ausbildungsverhältnisse bei der Handwerkskammer Wiesbaden eingetragen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seien dies 91 Ausbildungsplätze mehr, was einer Zunahme von 6,1 Prozent entspreche. Kammerpräsident Robert Werner betonte, dass es sich hierbei um einen Zwischenstand handele, der allerdings berechtigte Hoffnung auf eine positive Weiterentwicklung mache. »Man kann deshalb durchaus die Aussage wagen, dass das Handwerk im Kammerbezirk zum Ende des Ausbildungsjahres zum 30. September mehr neue Ausbildungsverträge abgeschlossen haben wird als ein Jahr zuvor (4011).«

Werner mahnte eine Verbesserung der Ausbildungsreife der Schulabgänger an: »Ausbildungsfähigkeit der Schulabgänger zu erreichen muss das oberste Ziel schulischer Arbeit im Interesse sowohl der jungen Menschen als auch der ausbildenden Betriebe sein.« Dies gelte besonders für die Haupt- und Realschulen. 55 Prozent kämen aus der Hauptschule, knapp über 29 Prozent aus der Realschule. Hessischen Hauptschülern falle es vielfach schwer, die Eingangsvoraussetzungen für eine Berufsausbildung zu erfüllen. »Sie bedürfen der besonderen Hinführung zur Arbeitswelt«, so Werner. Den Gesetzentwurf der SPD-Landtagsfraktion zur Änderung des kommunalen Wirtschaftsrechts in der Hessischen Gemeindeordnung lehnt die Handwerkskammer ab. Brandes: »Die Tätigkeiten der öffentlichen Hand sollten sich strikt auf die Daseinsvorsorge begrenzen und alle hoheitlichen Aufgaben sollten auf Möglichkeiten zur Privatisierung hin überprüft werden.« Die SPD wolle mit ihrem Gesetzentwurf offensichtlich die schon bestehenden ungleichen Wettbewerbsvoraussetzungen zu Lasten der Privatwirtschaft weiter zementieren.

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