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Polizei warnt vor Einbrüchen während der Urlaubszeit

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Wiesbaden (dpa/lhe). Einbrecher sollen in der Ferienzeit keine Chance haben. Die hessische Polizei hat deshalb eine landesweite Kampagne gegen Wohnungseinbrüche ins Leben gerufen.

»Der beste Schutz vor einem Einbruch ist ein gut gesicherter Wohnraum«, sagte Innenminister Boris Rhein (CDU) zum Auftakt der Aktion am Freitag in Wiesbaden. 2011 wurden in Hessen 10 874 Einbrüche gemeldet. Die Zahl steigt seit 2008 wieder an.

Bei der Präventionskampagne gibt die Polizei Tipps, wie Bürger sich schützen können. Sie wird in den Sommerwochen aber auch die Fahndung verstärken und typische Anfahrt- und Fluchtstrecken von Einbrechern kontrollieren. Dazu werden die Unterkünfte von reisenden Tätern, billige Hotels oder Pensionen, ins Visier genommen.

Den Schraubenzieher zweimal angesetzt, gehebelt – kracks, schon ist ein normales Fenster von außen geöffnet – so führte der Polizeibeamte Friedrich Klein in der Hessischen Polizeiakademie vor, wie schnell ein Einbruch geschehen kann. Drei bis fünf Sekunden braucht ein Täter, um ein geschlossenes Fenster aufzuhebeln.

An einem Sicherheitsfenster mit verstärktem Rahmen und Schloss mühte sich Klein dagegen mit seinem Schraubenzieher vergeblich. »Solche Sicherheitsmaßnahmen können an existierenden Fenstern auch nachträglich eingebaut werden«, sagte Michael Dormann vom Landeskriminalamt (LKA).

Doch auch wenn die technische Nachrüstung ausfällt, kann jeder Urlauber den Einbrechern das Leben schwer machen, sagte Rhein. Nachbarn und Freunde sollten gegenseitig auf die Wohnungen achtgeben. Sie sollten Rollläden oder Jalousien gelegentlich bewegen, damit Spähern nicht auffällt, dass die Wohnung leer ist. »Man kann dafür sorgen, dass der Briefkasten regelmäßig geleert wird.«

Rhein warnte davor, in sozialen Netzwerken wie Facebook Hinweise auf eine Abwesenheit von Zuhause zu hinterlassen. Der Familienschmuck solle in einem guten Tresor, bei Verwandten oder einer Bank deponiert werden, riet LKA-Präsident Gosbert Dölger.

Die Wohnungseinbrüche sind nach Rheins Angaben ein besonderes Sorgenkind der Polizei. Die Aufklärungsquote liege bei 17,2 Prozent, sagte Jürgen Diehl, der Inspekteur der hessischen Polizei. Etwa die Hälfte der Einbrühe geschehe am helllichten Tag. Die Polizei unternehme alles, um das Entdeckungsrisiko für die Täter zu erhöhen. Aber auch wachsame Nachbarn sollten alles Verdächtige unter der Polizeirufnummer 110 melden, sagte Rhein: »Lieber einmal mehr angerufen als einmal zu wenig angerufen.«

Die Einbrecher seien sehr verschieden, sagte Dölger. Es gebe örtliche Einzel- oder Mehrfachtäter, oft gehe es um Beschaffungskriminalität. Vielfach reisten Banden aus dem ost- und südosteuropäischen Ausland an, Dölger nannte unter anderem Ungarn, Rumänien, Albanien und Bulgarien. Aus Kolumbien kämen Gruppen von Einbrecher, die europaweit aktiv seien und zur Organisierten Kriminalität gezählt werden müssten. Besonders gefährdet seien Großstädte und Ortschaften entlang der Hauptautobahnrouten.

»Wer Opfer einer solchen Straftat geworden ist, hat ein besonders schlechtes Gefühl, weil in seine Intimsphäre eingedrungen wurde«, sagte Rhein. Deshalb bemühe sich die Polizei, den Opfern schnell wieder ein Gefühl der Sicherheit in der eigenen Wohnung zu geben. Eigens eingerichtete Tatortkommissariate leisteten Hilfe von der schnellen Spurensicherung und der Verfolgung der Täter bis zu Präventionshinweisen.

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