OVAG will auch in Gießen Elektrotankstelle errichten

Friedberg (pm). "Die OVAG-Gruppe steht sehr gut da, was man allein daran erkennen kann, dass wir an den Zweckverband eine Vollausschüttung in Höhe von rund 8,2 Millionen Euro vornehmen können", leitete Rainer Schwarz, Geschäftsführer des ZOV (Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe), seinen Bericht zur Lage des Konzerns ein.

Er hielt ihn am Freitag anlässlich der konstituierenden Sitzung zur neuen Legislaturperiode des Verbandes in der OVAG-Hauptverwaltung in Friedberg.

Schwarz berichtete über die Investitionen der zurückliegenden Monate sowie jener, die in Bälde anstehen. Beispielsweise Investitionen in Umspannwerke, aber auch in bestehende wie neue Windkraftanlagen. Im Bereich Trinkwasser gebe es derzeit Verhandlungen mit dem ZMW (Zweckverband Mittelhessischer Wasserwerke), um auf weitere Kapazitäten zurückgreifen zu können. "Das sind vielversprechende Entwicklungen. Wahrscheinlich dreht es sich hier um eine Investition in Höhe von 13 Millionen Euro von unserer Seite", blickte Schwarz voraus. Ebenso stringent verfolge man das Thema Breitband und stehe hier in Verhandlungen mit verschiedenen potenziellen Partnern.

Die OVAG Energie AG, ein weiteres Unternehmen der Gruppe, habe in jüngster Vergangenheit neue Kunden gewinnen beziehungsweise ehemalige Kunden wieder zurückgewinnen können. Etwa solche, die im Bereich von Eon-Mitte aufgrund einer dort vorgenommenen Preiserhöhung zur OVAG Energie gewechselt seien, aber auch bundesweit Sondervertragskunden wie etwa ein bedeutendes Unternehmen in Nürnberg.

"Nach der Insolvenz von Teldafax sind jene Kunden aus Oberhessen zunächst bei uns in der Ersatzversorgung gelandet", berichtete Schwarz. "Viele von ihnen haben dann einen Vertrag mit uns geschlossen und viele Menschen stellen sich aufgrund dieser Insolvenz die Frage, wo sie besser aufgehoben sind, bei einem Energieversorger, der offenbar mit Schneeballsystem arbeitet oder bei einem heimischen Versorger."

Eine steigende Zahl von Kunden entscheide sich gerade nach der politisch beschlossenen Energiewende für den Öko-Tarif der OVAG Energie AG. Erfreulich auch die Entwicklung der Biogasanlage Wölfersheim: "Wir hoffen, im Frühjahr kommenden Jahres den Probebetrieb aufnehmen zu können." Auf den Weg gebracht werde nun ein Solarpark in Kooperation mit der Stadt Linden. Desweiteren: Nach den Elektrotankstellen in Karben und Friedberg will die OVAG eine solche nun auch in Gießen errichten.

Vor der Rede von Rainer Schwarz wählte das Plenum einstimmig Rosa-Maria Bey (CDU) zur alten und neuen Vorsitzenden der Verbandsversammlung.

Im Rahmen der Sitzung wurde außerdem die Feststellung des Jahresabschlusses 2010 der Oberhessischen Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (OVVG) sowie die Verwendung des Bilanzgewinnes beschlossen. Hiernach konnte der Konzern zum 31. Dezember einen Jahresüberschuss von rund 8,2 Millionen Euro ausweisen, der in voller Höhe an den Zweckverband überwiesen wird. Bemerkenswert sei in diesem Zusammenhang, dass die OVAG-Gruppe bereits 3,2 Millionen Euro an Verkehrsverlusten im Versorgungsgebiet übernommen habe, so Schwarz.

Der Zweckverband wiederum ist in der Lage, wegen der Gewinnausschüttung der OVVG für das vergangene Jahr und der im Wirtschaftsplan des ZOV geplanten Spartenergebnisse, eine Vorabausschüttung der anteiligen Erfolgsbeteiligung vorzunehmen, dies nach Verrechnung mit den entsprechenden Verlusten aus dem Öffentlichen Personennahverkehr. An den Wetteraukreis gehen demzufolge rund 2,2 Millionen Euro, an den Vogelsbergkreis rund 111 500 Euro. Der Landkreis Gießen hat zirka 98 000 Euro zu erstatten.

Landkreis-Vertreter im Vorstand

Gewählt worden ist auch der neue Vorstand des Zweckverbandes, der sich aus folgenden Mitgliedern zusammensetzt: Karl-Heinz Schneider (Münzenberg/SPD), Walter Pöllmann (Nidda/CDU), Hans-Jürgen Herbst (Lautertal/SPD), Dr. Christiane Schmahl (Laubach/Bündnis 90/Die Grünen), Ottmar Lich (Rabenau/Freie Wähler), Silva Lübbers (Linden/SPD), Eva Goldbach (Lauterbach/Bündnis 90/Die Grünen) und Claus Spandau (Laubach/CDU).

Quelle: Gießener Allgemeine

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