Rüsselsheim

Offene Fragen nach Schüssen

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Die Schüsse in Rüsselsheim geben den Fahndern Rätsel auf. Ein Verdächtiger bestreitet, geschossen zu haben. Die Tatwaffe fehlt und auch das Motiv ist nicht endgültig geklärt.

Nach den Schüssen in der Innenstadt von Rüsselsheim sollen kriminaltechnische Untersuchungen und Zeugenaussagen viele noch offene Fragen beantworten. Was sich hier am Samstag genau abspielte, ist für die Ermittler noch rätselhaft.

Der einzige inhaftierte Tatverdächtige bestreitet, eine Schusswaffe abgefeuert zu haben. In der Innenstadt waren am Samstag mehrere Schüsse gefallen. Ein Mann wurde durch einen Streifschuss verletzt, Projektile schlugen in zwei Autos und ein Fenster ein.

Verdächtiger bestreitet die Tat

Ein 28-jähriger, kurdisch-stämmiger Mann mit deutschem Pass sitzt wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes in Untersuchungshaft.

"Er bestreitet die Tat und macht sonst keine Angaben", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Robert Hartmann, am Montag. "Wir gehen davon aus, dass der 28-Jährige geschossen hat." Der hat sich nun erst mal einen Anwalt genommen und schweigt.

"Es gab wohl Streitigkeiten", sagte Hartmann. Die Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern zweier Großfamilien ist möglicherweise derart eskaliert, dass schließlich die Schüsse fielen.

Rund 20 Projektile gefunden

Nach Informationen des "Darmstädter Echo" wurden rund 20 Projektile gefunden. Unklar ist, ob die Schüsse aus einer oder mehreren Waffen abgefeuert wurden. Auch ist die Tatwaffe, mit der ein 33-jähriger Türke verletzt wurde, bislang nicht aufgetaucht.

Die Projektile müssen nun von der Kriminaltechnik untersucht werden. Dann wird sich auch herausstellen, ob in den frühen Morgenstunden mehrere Waffen abgefeuert wurden.

Eine Zeugin hatte am Samstagmorgen die Einsatzkräfte alarmiert, als sie Schussgeräusche hörte. Nach Angaben der Polizei war nach den Schüssen eine Gruppe von 15 bis 20 Leuten geflüchtet.

Mehrere Wohnungen durchsucht

Die Beamten durchsuchten mit einem Spezialeinsatzkommando mehrere Wohnungen und nahmen 14 Personen im Alter zwischen 13 und 53 Jahren fest. Bis auf den 28-Jährigen in Untersuchungshaft wurden alle mangels ausreichenden Tatverdachts wieder freigelassen.

Die Polizei erhöht nach den Schüssen nun die Präsenz in der Stadt und kündigte auch verstärkte Kontrollen an. Neben der kriminaltechnischen Untersuchung und der Spurenauswertung sollen nun zahlreiche Zeugen befragt werden.

Quelle: Gießener Allgemeine

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