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Nur noch zehn Prozent Meerforellen in der Usa

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Friedberg (har). Nach dem großen Fischsterben in der Usa im Jahr 1987 gründeten Angelsportvereine und Privatpächter der Fischereirechte die »Notgemeinschaft Usa«. Damals hatte jemand eine Lauge in das Flüsschen gekippt, woraufhin nahezu der gesamte Fischbestand vernichtet wurde. Die Notgemeinschaft baute den Fischbestand komplett neu auf und hegt und pflegt ihn seitdem. Doch jetzt schlägt sie wieder Alarm: Der Fischbestand sei akut gefährdet - allerdings nicht durch eine chemische Substanz, sondern durch die Kormorane.

Friedberg (har). Nach dem großen Fischsterben in der Usa im Jahr 1987 gründeten Angelsportvereine und Privatpächter der Fischereirechte die »Notgemeinschaft Usa«. Damals hatte jemand eine Lauge in das Flüsschen gekippt, woraufhin nahezu der gesamte Fischbestand vernichtet wurde. Die Notgemeinschaft baute den Fischbestand komplett neu auf und hegt und pflegt ihn seitdem. Doch jetzt schlägt sie wieder Alarm: Der Fischbestand sei akut gefährdet - allerdings nicht durch eine chemische Substanz, sondern durch die Kormorane.

Die Kormorane kommen im Winter immer aus dem hohen Norden in die heimischen Gefilde und fressen sich hier - sehr zum Ärger der Angler - satt, berichtet Wolfgang Heisig, Vorsitzender der Notgemeinschaft. In diesem Jahr jedoch habe sich die Situation dramatisch zugespitzt. Da viele Seen und Teiche längere Zeit komplett zugefroren waren, bedienten sich die Vögel in der Usa.

Im Bereich Ober-Mörlen und Langenhain-Zigenberg setzte die Notgemeinschaft im Oktober vergangenen Jahres 7500 junge Meerforellen ein. »Davon sind jetzt kaum noch welche vorhanden«, sag Heisig. Beim Elektrofischen, bei dem die Tiere durch eine Stromstoß kurz betäubt werden, wurden dieser Tage gerade noch zehn Prozent des bisherigen Fischbestands angetroffen.

»Die wenigen großen Fische, die überlebt haben, hatten alle Bisswunden, die ohne Zweifel dem Kormoran zuzuordnen sind«, sagt Heisig. Auch die Kleinfischbestände seien völlig zusammengebrochen, nur die Schmerlen, die im Fluss unter den Steinen und Wurzeln leben, seien noch reichlich vorhanden. Manche Gumpen und Kolke - das sind tiefe Löcher im Flussbett - waren völlig »fischleer«, so Heisig.

»Wir müssen jetzt wieder sehr viel Geld und Idealismus aufbringen, um den Fischbestand neu aufzubauen, aber es kann passieren, das nächstes Jahr der Kormoran wieder einfällt und alles wegfrisst«, sorgt sich Heisig. Abgeschossen werden dürfe der Vogel des Jahres nur mit Sondergenehmigung

Diese zu bekommen, dürfte allerdings kaum möglich sein, da es sich im Bereich Ober-Mörlen und Langenhain-Ziegenberg um ein geschütztes FFH-Gebiet (Flora, Fauna, Habitate) handelt. »Das ist aus meiner Sicht ein einseitiger Naturschutz, der hier betrieben wird«, ärgert sich Heisig - und mit ihm viele Angelsportler.

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