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Neues Solarkataster für Mittelhessen online

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Wiesbaden (dpa/lhe). Taugt mein Hausdach für die Nutzung von Sonnenenergie? Für mehr als 580 000 Dächer im Rhein-Main-Gebiet und in Mittelhessen lässt sich diese Frage jetzt mit wenigen Mausklicken beantworten.

Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) stellte am Montag in Wiesbaden das Pilotprojekt eines Solardachkatasters vor, das im Internet unter www.solardach.hessen.de zu finden ist.

Die interaktive Karte biete Hausbesitzern unabhängige und neutrale Informationen, ob ihr Dach zur solaren Strom- oder Wärmeerzeugung geeignet und ob eine Investition wirtschaftlich ist, sagte Puttrich. Hessen wolle seinen Verbrauch bis zum Jahr 2050 vollständig aus erneuerbaren Energien decken, dabei spiele Sonnenenergie eine wichtige Rolle.

Das Kataster umfasst bislang 33 Kommunen, darunter den vollständigen Main-Taunus-Kreis, Teile von Frankfurt, dazu Gemeinden in den Kreisen Hochtaunus, Main-Kinzig, Rheingau-Taunus, Gießen, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill. Bis auf einen Viertelquadratmeter genau wurden die Dächer durch Überfliegungen erfasst.

Etwa 41 Prozent der Dächer seien für Photovoltaik, also die Erzeugung von Sonnenstrom, nutzbar, sagte Projektleiterin Martina Klärle von der FH Frankfurt. Bei Solarthermie, der Erzeugung von Warmwasser, seien es sogar 51 Prozent. Für beide Arten von Anlagen gibt es einen Ertragsrechner, der Investition, Energieproduktion, Einsparpotenziale und beim Strom die Erlöse berechnet.

Die Erstellung des Katasters kostete nach Puttrich Angaben etwa 290 000 Euro. Wenn das Projekt auf großes Bürgerinteresse stoße, könne es auf ganz Hessen erweitert werden, sagte die Ministerin. Bis Ende des Jahres soll die Befliegung des Landes abgeschlossen sein, dann müssten die Daten aber noch verarbeitet werden. Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat seit einigen Jahren ein eigenes Solarkataster.

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