Neue Strategie in der Corona-Forschung

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Gießen/Marburg- Die Hemmung eines zelleigenen Enzyms als Strategie für die Entwicklung antiviraler Breitbandwirkstoffe - darin sieht der Forschungscampus Mittelhessen eine Möglichkeit, das Coronavirus zu bekämpfen.

Der Forschungscampus ist eine hochschulübergreifende Einrichtung der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Philipps-Universität Marburg und der Technischen Hochschule Mittelhessen. Mikrobiologie und Virologie gehören zu den Forschungsschwerpunkten. Beim Projekt "HELIATAR" ist darüber hinaus auch das Fraunhofer-Institut in Frankfurt an Bord.

"Gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 gibt es bisher keine wirksamen Medikamente - der Virustyp war Forscherinnen und Forschern bis zum Beginn der aktuellen Pandemie nicht bekannt, ist aber eng verwandt mit dem SARS-Coronavirus, das im Jahr 2003 eine Epidemie ausgelöst hatte", heißt es in einer Pressemitteilung. Der Ansatz des Forscherteams: die Entwicklung eines Breitbandwirkstoffes, der gegen eine möglichst große Anzahl verschiedener Viren wirkt. Aber nicht, indem dieser die Angreifer selbst attackiert. Stattdessen richtet sich der Wirkstoff gegen ein zelluläres Enzym im menschlichen Körper, das für die Vermehrung unterschiedlicher Viren benötigt wird. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben für zwei Jahre mit rund einer Million Euro.

"Die Entwicklung antiviraler Breitbandmedikamente, die gegen körpereigene Enzyme gerichtet sind, ist eine vielversprechende Strategie, um Epidemien frühzeitig unter Kontrolle zu bringen. Im Prinzip hemmen wir über den Wirt die Vermehrung von Viren in unseren Zellen", sagt Projektkoordinator Prof. Dr. Arnold Grünweller vom Institut für Pharmazeutische Chemie m Fachbereich Pharmazie der Universität Marburg. eb

Quelle: Gießener Allgemeine

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