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»Netz« sicherte Überleben von 180 000 Menschen

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Wetzlar (pm). Das in Wetzlar ansässige Hilfswerk »Netz« hat im vergangenen Jahr 1,9 Millionen Euro für Entwicklungsprojekte und Katastrophenhilfe in Bangladesch eingesetzt. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht der Organisation hervor.

Wetzlar (pm). Das in Wetzlar ansässige Hilfswerk »Netz« hat im vergangenen Jahr 1,9 Millionen Euro für Entwicklungsprojekte und Katastrophenhilfe in Bangladesch eingesetzt. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht der Organisation hervor. Der gemeinnützige Verein konzentriert seine Unterstützung auf die Selbsthilfe der ärmsten Familien, damit diese ein eigenes Einkommen erwirtschaften. Nur im Katastrophenfall verteilt »Netz« direkt Lebensmittel in dem südasiatischen Land, das zu den ärmsten der Welt gehört.

»Netz«-Projektkoordinator Peter Dietzel berichtet: »Bangladesch wurde im letzten Jahr von zwei verheerenden Naturkatastrophen heimgesucht. Im August stand im Norden eine Fläche doppelt so groß wie Hessen unter Wasser. Im November wurde der Süden des Landes von einem Wirbelsturm getroffen, der mehr als 3500 Menschen in den Tod riss.« Die Wetzlarer Organisation verteilte in dieser Notsituation 192 Tonnen Reis an die ärmste Bevölkerung, 26 Tonnen Babynahrung sowie 11 Tonnen Linsen und leistete medizinische Versorgung. Damit konnte nach Angaben der Organisation das Überleben von etwa 181 000 Menschen gesichert werden. »Diese enorme Hilfe war nur Dank der außergewöhnlich vielen Spenden möglich, die ‘Netz' für die Menschen in Bangladesch erhalten hat«, verdeutlicht Peter Dietzel. Monatelang seien alle ehrenamtlichen und hauptamtlichen »Netz«-Aktiven voll im Einsatz gewesen, um diese Aufgabe zu bewältigen. Dies sei auch der Grund für die späte Veröffentlichung des Tätigkeitsberichtes in diesem Jahr. Zugleich hatte »Netz« 2007 sein Projekt »Ein Leben lang genug Reis« erheblich ausgeweitet. 6698 Familien, die bisher unter Hunger leiden mussten, wurden neu in das Programm aufgenommen. Sie erhielten Startkapital - eine Kuh, Ziegen oder Rikschas - und nahmen an Schulungen teil. Damit können sich die Familien dauerhaft drei Mahlzeiten am Tag erwirtschaften. Durch diese Selbsthilfe »sind die Kinder besser ernährt und deshalb während einer Flut weniger anfällig für Krankheiten«, erläutert der Jahresbericht. Zudem sind die Familien eingebunden in ein Vorwarnsystem für Katastrophen. 2263 Kinder lernten im vergangenen Jahr Lesen, Schreiben und Rechnen in Grundschulen, die von »Netz« aufgebaut und gefördert wurden. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen, der deutsche »Spenden-TÜV«, hat »Netz« wiederum das Spenden-Siegel verliehen. Es steht für einen sorgsamen Umgang mit den Spenden, die der Bangladesch-Organisation anvertraut werden. Der Jahresbericht 2007 kann bei »Netz« unter der Rufnummer 06441/ 26585 bestellt werden und ist auch im Internet abrufbar unter .

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