Nach Schüssen auf Flüchtlingsunterkunft: Suche nach Täter und Motiv

Die Hintergründe des Angriffs auf eine Asylbewerberunterkunft bei Offenbach sind noch unklar. Hinweise auf Fremdenfeindlichkeit gibt es laut Staatsanwaltschaft nicht.

Dreieich (dpa/lhe) - Nach den Schüssen auf eine Flüchtlingsunterkunft im südhessischen Dreieich (Kreis Offenbach) mit einem Verletzten suchen die Ermittler nach Täter und Motiv. Ob es sich um Fremdenfeindlichkeit handeln könnte, war auch am Dienstag noch unklar. "Es gibt weder Hinweise dafür noch dagegen", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Nina Reininger. Unbekannte hatten am frühen Montagmorgen mehrere Mal auf das Gebäude gefeuert und einen 23-Jährigen im Schlaf leicht am Bein verletzt. Die Schüsse waren um kurz vor 2.30 Uhr auf ein Fenster abgegeben worden.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollten weiterhin keine näheren Informationen zur Art der Munition geben, die Sprecherin sprach lediglich von "Geschossen". Sie werden beim Landeskriminalamt in Wiesbaden untersucht. Eine solche Analyse "dauert immer etwas länger", sagte LKA-Sprecher Christoph Schulte, da ein wirklich sicheres Ergebnis vorliegen müsse.

Noch am Montag hatten sich nach Angaben der Polizei etwa 100 Menschen in Dreieich zu einer Mahnwache getroffen. Auf Facebook ruft im Internet eine Gruppierung unter dem Motto "Solidarität mit allen Geflüchteten! Das Problem heißt Rassismus!" für diesen Samstag (9.) zu einer Demonstration in Dreieich auf. Wer der Veranstalter genau ist, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

In der Nacht nach den Schüssen schliefen die vier Zimmerbewohner, zu denen der verletzte 23-Jährige gehörte, laut Stadtverwaltung in einer anderen Unterkunft. Ob die Männer nach Abschluss der Ermittlungen wieder zurückkehren, sei noch offen. Das Zimmer befindet sich in einem Anbau, in dem rund 15 Männer wohnten. Insgesamt leben in Dreieich rund 430 Flüchtlinge.

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare