+
Szene der Prügelei am Samstagabend in Nidda zwischen Spielern und Zuschauern. 

Fußball

VfB Rodheim nach Prügel-Eklat: "Schwierigste Entscheidung der Vereinsgeschichte"

  • schließen

Die Vorfälle beim Büdinger Futsal-Cup beschäftigen Vereine und Verantwortliche weiter. Nun hat sich der VfB Rodheim/Horloff mit einer Stellungnahme geäußert.

  • Massenschlägerei bei Futsal-Turnier in Büdingen
  • Prügelei zwischen Spielern und Zuschauern
  • Verantwortliche beim VfB Rodheim/Horloff reagieren

Der Hungener Verein VfB Rodheim/Horloff hat sich gestern in einer Stellungnahme von "jeglicher verbaler und tätlicher Gewalt, die in Nidda stattgefunden hat", distanziert - die Zukunft des Fußball-B-Ligisten ist offen.

Am vergangenen Freitag war es beim Büdinger Futsal-Cup zu wilden Prügeleien zwischen Spielern und Zuschauern der SG Büdingen und des VfB Rodheim/Horloff gekommen. Drei Rote Karten wurden ausgesprochen, beide Teams vom Turnier ausgeschlossen, die Polizei rückte an. Das Büdinger Kreissportgericht wird in den nächsten Wochen öffentlich tagen.

Massenschlägerei bei Futsal-Turnier: VfB Rodheim/Horloff unter Zugzwang

"Die Vorkommnisse am vergangenen Freitag stellen uns als Vorstand nun vor die schwierigste Entscheidung der Vereinsgeschichte: Wie geht es mit dem Spielbetrieb in der laufenden Runde weiter?", heißt es in der Stellungnahme. "Unter Betrachtung der Intensität der Ausschreitungen, der Berichterstattung der mittlerweile gesamtdeutschen Presse über den VfB Rodheim/Horloff, der ausstehenden sportgerichtlichen Strafe und hiermit verbundenen Kosten sowie der Rücksichtnahme auf die weiteren Abteilungen, die Mitglieder und Werbepartner ist dies keine leichte Aufgabe."

Lesen Sie auch: Die Hintergründe zum Prügel-Eklat

Der VfB hatte nach sechs Jahren Spielbetriebspause vor der Saison wieder zwei Mannschaften gestellt. "Ziel war es, eine komplett ortsfremde Mannschaft in einem Rutsch in den Verein zu integrieren und somit auch eigenen Spielern, die seit sechs Jahren ihr Hobby nicht mehr ausüben konnten, eine Möglichkeit zu geben, in Rodheim Fußball zu spielen." Die Verantwortung für den Kader tragen nach Vereinsangaben Ali und Haci Duman sowie Sadik und Burak Özkul. Ali Duman fungiert als Trainer. "Die erste Mannschaft besteht jedoch überwiegend aus den befreundeten Spielern aus Nidda."

Der Verein distanzierte sich in seiner Stellungnahme von den Aussagen seines eigenen Pressewartes, der sagte: "Das Integrationsexperiment ist schiefgegangen."

Massenschlägerei in Büdingen: "Von Schuldzuweisungen gegenüber Spielern der SG Büdingen sehen wir ab"

Zwei Akteure wurden nach den Vorfällen von Nidda vom Verein ausgeschlossen. VfB-Vorsitzender Lutz Eiser war am Freitagabend selbst in der Halle vor Ort: "Ich stand ganz oben auf der Tribüne. Du hast ja keine Handhabe, wenn es nicht dein Turnier ist. Von Schuldzuweisungen gegenüber Spielern der SG Büdingen sehen wir ab."

Erstmeldung: Massenschlägerei bei Futsal-Cup

Der Büdinger Kreisfußballwart Jörg Hinterseher hatte für gestern Abend eine Sondersitzung des Kreisfußballausschusses angesetzt. Nähere Details wollte Hinterseher nicht nennen: "Ich will der Kreissportgerichtsbarkeit nicht vorgreifen, indem ich irgendwelche Wasserstandsmeldungen abgebe", sagte er auf Nachfrage dieser Zeitung.

Die Zurückhaltung hänge auch mit der längst nicht mehr kontrollierbaren Debatte in den sozialen Netzwerken zusammen. Dort hatten teilweise Seiten und Personen mit Hintergrund aus der rechten Szene ein kurzes Video mit Szenen vom Spielfeld für ihre politische Agenda instrumentalisiert.

In eigener Sache: In einer früheren Version dieses Artikels stand der Zwischentitel "SG Rodheim unter Zugzwang". Diese war selbstverständlich falsch – gemeint war und ist der VfB Rodheim/Horloff, nicht die SG Rodheim!

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare