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Feuerwehren wegen Sturm „Antonia“ im Dauereinsatz: DWD warnt auch am Montag vor Sturmböen in der Region

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb, Alia Diana Shuhaiber, Lukas Rogalla, Alexander Gottschalk, Florian Dörr, Diana Rissmann, Sarah Neumeyer, Alina Schröder

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Nach den Orkantiefs „Ylenia“ und „Zeynep“ hat Sturm „Antonia“ die Einsatzkräfte in Hessen und Niedersachsen auf Trab gehalten. Zahlreiche Bahnstrecken und Straßen sind gesperrt.

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+++ 14.45 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Unwetterwarnungen für Nordhessen abermals aktualisiert. Für den Schwalm-Eder-Kreis warnt der DWD bis 23 Uhr vor Sturmböen der Stufe 2 von 4. Derzeit fegt Sturm „Antonia“ über Hessen und hält die Einsatzkräfte im Dauereinsatz.

Ursprünglich warnte der DWD im Schwalm-Eder-Kreis nur bis 20 Uhr vor Sturmböen. Nun erwarten die Wetter-Experten bis tief in den Montagabend hinein Windstärken bis zu 105 Kilometern pro Stunde.

Sturm „Antonia“: DWD warnt auch am Montag vor Sturmböen in Nordhessen und Südniedersachsen

+++ 12.05 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Montag (21.02.2022) neue Unwetter-Warnungen wegen Sturm veröffentlicht - auch für die Region Nordhessen und Südniedersachsen, hier muss mit Windgeschwindigkeiten bis zu 80 Kilometer in der Stunde gerechnet werden. Die Warnung gilt derzeit bis 20 Uhr. „Aufgrund der seit Tagen anhaltenden Regenfälle sind die Böden aufgeweicht und bieten Bäumen deutlich reduzierten Halt. Deshalb sollten Bürgerinnen und Bürger auch am Montag bei entsprechendem Sturm vorsichtig sein, auf herabstürzende Äste und Dachziegel achten“, warnt unter anderem die Kreisfeuerwehr Northeim.

Am Sonntag und in der Nacht zu Montag hat Sturm „Antonia“ die Einsatzkräfte in Nordhessen und Südniedersachsen auf Trab gehalten. Feuerwehr, Polizei und den Straßenmeistereien mussten zu zahlreichen Einsätzen ausrücken - zumeist weil Bäume und größere Äste auf Straßen und Oberleitungen gefallen waren. Auch am Montag sollten Autofahrer in der Region vorsichtig sein - vor allem in Waldnähe. „Die Arbeiten an den verschiedenen Gefahrenstellen dauern teilweise noch an, sodass eventuell auch noch mit der ein- oder anderen Behinderung zu rechnen ist“, teilt unter anderem die Polizeidirektion Werra-Meißner mit.

Wegen Sturm „Antonia“: Sperrung auf den Straßenbahnlinien 3 und 7 in Kassel

In Kassel hat ein umgestürzter Baum auf den Gleisen zur Sperrung der Helleböhnlinie geführt - betroffen sind davon die Linien 3 und 7. Es wird wohl noch einige Stunden dauern, bis der Schaden behoben ist. So lange enden die Fahrten aus der Stadt am Bahnhof Wilhelmshöhe - ein Busersatzverkehr ist eingerichtet.

Sturm Antonia hat in Kassel einen Baum auf eine Oberleitung stürzen lassen - deshalb gibt es aktuell Ausfälle bei der KVG.
Sturm Antonia hat in Kassel einen Baum auf eine Oberleitung stürzen lassen - deshalb gibt es aktuell Ausfälle bei der KVG. © Andreas Fischer

Nach Ylenia und Zeynep hat auch Antonia die Feuerwehren im Landkreis Northeim gefordert – wenn auch deutlich weniger, berichtet die Kreisfeuerwehr Northeim. Ab 2 Uhr in der Nacht zu Montag seien demnach die ersten Feuerwehren im Einsatz gewesen, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu entfernen.

Sturm „Antonia“: Autofahrer ignorieren Straßensperen - Unfall

Einige Autofahrer hatten die Warnungen wegen des Sturms und gesperrte Straßen wegen umgefallener Bäume nicht ernst genommen. Bei Wolfhagen im Landkreis Kassel wurde ein 29-jähriger Fahrer verletzt. Er hatte die Sperrung der Straße zwischen der B 251 und Altenstädt ignoriert und war dort in umgefallene Fichten gefahren - die Feuerwehr musste ihn aus seinem Wagen befreien.

Auch im Schwalm-Eder-Kreis berichtet die Feuerwehr von Autofahrern, die die Straßensperren einfach ignoriert hätten. „Leider wurden die Sperrungen teilweise von Autofahrern ignoriert. Diese Unvernunft führt nicht nur zur eigenen Gefährdung, sondern gefährdet auch unnötig die Feuerwehr, die im Falle eines Unfalles dann doch in den Waldgebieten unter hohem Risiko arbeitet, um den Verunfallten zu helfen“, erklärte Gilserbergs Gemeindebrandinspektor Oliver Neuwirth.

Sturm „Antonia“: Warnung vor Sturmböen – Feuerwehr muss mehrfach ausrücken

+++ 08.45 Uhr: Die Einschränkungen auf der Regionalexpress-Linie 2 zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Erfurt konnte inzwischen aufgehoben werden, wie die Bahn mitteilte. Hier seien Unwetterschäden, darunter auch ein umgestürzter Baum, beseitigt worden, hieß es. Doch auch am Montag wird es mit stürmischem Wetter weitergehen.

Besonders mittags und nachmittags werden schwere Sturmböen erwartet, in Kammlagen kann es sogar vereinzelt orkanartige Böen geben. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte auch für einige Regionen in Nordhessen bereits Warnungen herausgegeben (siehe Update von 06.32 Uhr). Zudem kommt es bei Höchsttemperaturen von sechs bis zehn Grad zu gewittrigen Regen- und Schneeschauern. Gegen Abend lässt der Wind nach. In der Nacht soll auch der Niederschlag weniger werden.

Sturm in Nordhessen: DWD warnt vor Stumböen – Diese Regionen sind betroffen

Update vom Montag, 21.02.2022, 6.32 Uhr: Sturmtief „Antonia“ fegt weiterhin über Nordhessen und Niedersachsen. Im niedersächsischen Belm sind zwei Autofahrer nacheinander mit ihren Wagen gegen einen durch den Sturm umgestürzten Baum geprallt. Beide Fahrer seien verletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht worden, sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen. Die Unfälle im Landkreis Osnabrück seien in der Nacht zum Montag zwar kurz hintereinander, jedoch unabhängig voneinander passiert.

Auch in Nordhessen musste die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Wie die Hessenschau berichtet, ist die B251 zwischen Wolfhagen-Ippinghausen (Kassel) und Waldeck-Freienhagen (Waldeck-Frankenberg) noch immer in beide Richtungen gesperrt. Etliche Bäume waren umgestürzt.

Doch der DWD kann auch am Montagmorgen noch keine Entwarnung geben, es soll zu weiteren Sturmböen kommen. Diese Regionen sind laut Deutschem Wetter-Dienst betroffen:

Sturm „Antonia“: Warnung vor Orkanböen – Zugverbindungen in Nordhessen fallen aus

+++ 21.29 Uhr: Neben der Regiotram-Linie RT4 fallen in Nordhessen wegen der aktuellen Sturmwarnung weitere Züge aus. „Fahrgäste müssen mit Ausfällen und Verspätungen rechnen“, teilte der Nordhessische Verkehrsbund (NVV) am Sonntagabend (20.02.2022) mit.

Ab etwa 22 Uhr werden am Sonntag nach und nach alle Cantus-Linien im Nordosten Hessens zwischen Kassel, Bebra, Fulda, Eschwege, Göttingen und Eisenach eingestellt. Ebenfalls ab circa 22 Uhr wird der Betrieb auf den Strecken der Kurhessenbahn eingestellt. Das betrifft folgende Linien: RB4, Kassel-Wilhelmshöhe - Korbach Hbf, RB38, Kassel Hbf - Wabern - Treysa, RB/RE39, Kassel Hbf - Wabern - Bad Wildungen, RB94, Marburg (Lahn) - Bad Laasphe - Erndtebrück, RB/RE97, Marburg (Lahn) - Korbach Hbf - Brilon Stadt. Der NVV empfiehlt, sich vor dem Start über die jeweilige Verbindung zu informieren und Fahrten soweit möglich zu verschieben.

Sturm „Antonia“: DWD warnt vor Orkanböen – RT4 Kassel - Wolfhagen fällt aus

+++ 20.31 Uhr: Die Regiotram-Linie RT4 wird wegen des Sturmtiefs „Antonia“ am Sonntagabend (20.02.2022) bis voraussichtlich Montag (21.02.2022), 8 Uhr, eingestellt. Darüber informiert ein Pressesprecher der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVG) am Sonntagabend.

Die RT4 fahre in weiten Teilen einspurig durch offenes Gelände, daher sei die Gefahr von Gegenständen wie Ästen und Bäumen auf den Gleisen oder in den Oberleitungen groß. Betroffen ist demnach der gesamte Streckenverlauf zwischen Kassel und Wolfhagen in beide Richtungen. 

Der Hauptbahnhof in Kassel während der Corona-Pandemie und Lockdown.
Die RT4 fällt wegen des Sturmtiefs bis Montagmorgen (21.02.2022) aus. © Markus Mainka/Imago

Sturm „Antonia“: DWD warnt vor Unwetter und Orkanböen in Hessen und Niedersachsen

+++ 17.44 Uhr: In Teilen Hessen und Niedersachsen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag vor Sturm „Antonia“. Für einige Regionen in Nordhessen hat der DWD bereits amtliche Unwetterwarnungen der Stufe rot veröffentlicht, zudem gibt es Vorabwarnungen vor Orkanböen.

Ab Sonntagabend, 22 Uhr bis Montag, 6 Uhr kann es unter anderem schwere Sturmböen im Werra-Meißner-Kreis, Schwalm-Eder-Kreis, im Kreis Waldeck-Frankenberg, im Kreis Hersfeld-Rotenburg, in Stadt und Kreis Kassel und im Kreis Northeim und im Kreis Göttingen geben.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in Hessen und Niedersachsen vor Sturm- und Orkanböen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in Hessen und Niedersachsen vor Sturm- und Orkanböen. © Screenshot DWD (Stand: 20.02.2022, 17. 29 Uhr)

Sturm „Antonia“: DWD warnt vor Unwetter in Hessen und Niedersachsen

+++ 12.10 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine Wetterwarnung für Teile Nordhessens und Niedersachsens herausgegeben. Von Sonntag, 22 Uhr bis Montag, 6 Uhr warnt der DWD vor schweren Sturmböen im Werra-Meißner-Kreis, Schwalm-Eder-Kreis, im Kreis Waldeck-Frankenberg, in Stadt und Kreis Kassel sowie im Kreis Northeim.

Zudem warnt der DWD in besagten Landkreisen sowie in Kassel vor Orkanböen. Die Warnung gilt von 22 Uhr heute Abend bis 3 Uhr nachts.

Update vom Sonntag, 20.02.2022, 09.55 Uhr: „Nach dem Sturm ist vor dem Sturm“, sagt der Diplom-Meteorologe Dominik Jung gegenüber wetter.net. Nach „Ylenia“ und „Zeynep“ kommt am Sonntag nämlich „Antonia“ nach Deutschland. Ab dem späten Vormittag bringt das Sturmtief viel Regen und Wind nach Hessen und Niedersachsen. Gefahr besteht vor allem durch Bäume, die in „teilweise stark aufgeweichten Böden“ leicht umstürzen können, warnt Adrian Leyser vom Deutschen Wetterdienst.

Warnung vor Sturmböen
Durch Sturmtief „Antonia“ drohen schwere Sturm- und Orkanböen in Nordhessen und Niedersachsen. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Sturm „Zeynep“ sorgt für Schäden im Kreis Kassel

+++ 18.55 Uhr: Auch in Baunatal (Kreis Kassel) hat Sturm „Zeynep“ deutliche Spuren hinterlassen. Die Feuerwehr Baunatal war in der Nacht zum Samstag (19.02.2022) nahezu im gesamten Stadtgebiet sowie auf den umliegenden Landstraßen unterwegs. Mehrere umgestürzte Bäume mussten mit Kettensägen zerkleinert werden, um die Straßen wieder passierbar zu machen.

Im Stadtteil Großenritte löste sich ein Flachdach eines mehrgeschossigen Gebäudes und beschädigte beim Umherfliegen andere Wohnhäuser, Carports sowie eine Fotovoltaikanlage. Auch mehrere Autos wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Auch im hessischen Baunatal (Kreis Kassel) hat Sturmtief „Zeynep“ seine Spuren hinterlassen.
Auch im hessischen Baunatal (Kreis Kassel) hat Sturmtief „Zeynep“ seine Spuren hinterlassen. © Alia Diana Shuhaiber

Am Samstagabend flacht der Wind nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hessen und Niedersachsen vorerst etwas ab. Orkantief „Zeynep“ ist abgezogen.

Nach „Zeynep“ kommt „Antonia“: Sturmböen und Dauerregen am Sonntag

Dennoch bleibt es auch in den kommenden Tagen weiterhin stürmisch. Ursache dafür ist nach Angaben des DWD Sturmtief „Antonia“, dessen Ausläufer schon am Sonntag (20.02.2022) spürbar werden. „Antonia“ bringt neben starken Winden auch jede Menge Regen nach Hessen und Niedersachsen.

Ab dem späten Sonntagvormittag kommt es verbreitet wieder zu starken Windböen, in exponierten Lagen und den Mittelgebirgen auch zu stürmischen und orkanartigen Böen bis 90 km/h. „Nach dem Sturm ist vor dem Sturm“, sagt auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung gegenüber wetter.net. Besonders in der Nacht zum Montag, sei wieder mit schwerem Sturm zu rechnen. Erst in der Nacht zum Dienstag wird sich das Wetter laut DWD wieder etwas entspannen: Dann klingen die Niederschläge ab und der Wind lässt nach.

Sturm „Zeynep“ über Hessen und Niedersachsen: Wälder „keinesfalls betreten“

+++ 13.00 Uhr: Auch am Samstag (19.02.2022) warnen Polizei und Feuerwehren noch vor den Auswirkungen von Sturmtief „Zeynep“. „Autofahrer sollten auch am heutigen Samstagmorgen weiterhin vorsichtig fahren“, appelliert Konstantin Mennecke von der Kreisfeuerwehr Northeim. Im gesamten Landkreis sei auch weiterhin mit gesperrten Straßen, Parkanlagen und ähnlichem zu rechnen. Wälder sollten „aktuell keinesfalls“ betreten werden. In Hessen hatten die Feuerwehren ebenfalls viel zu tun. In der Region Melsungen mussten mehrfach Straßen von Bäumen befreit werden.

Die Kasseler Feuerwehr hatte durch Sturm „Zeynep“ innerhalb der vergangenen 24 Stunden 135 Einsätze. Nach Angaben von Tobias Schindler, der die Einsätze bei der Feuerwehr koordiniert hat, mussten die Einsatzkräfte 91 Mal wegen umgestürzter Bäume ausrücken. In der Stadt stürzten 24 Bäume um, im Landkreis waren es 67. Zudem wurden 18 Dächer abgedeckt. Laut Feuerwehr und Polizei gab es keine Verletzten.

Sturmtief „Zeynep“ hinterlässt Verwüstung in Hessen und Niedersachsen

Darüber hinaus muss der Straßenbahnverkehr der Linie 5 nach Baunatal ab der Wendeschleife Mattenberg gesperrt werden. Ein Baum droht auf die Oberleitung zu kippen. „Nach aktuellem Stand bleibt die Straßenbahnstrecke bis Baunatal bis zum heutigen Betriebsschluss gesperrt. Busse fahren im Ersatzverkehr“, erklärt Heidi Hamdad von der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-Gesellschaft.

Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg kam es zu zahlreichen umgekippten Bäumen und abgedeckten Dächern, wie TVnews-Hessen berichtet. So traf der Sturm unter anderem einen Brennstoffbetrieb für Biomasse in Bebra-Weiterode schwer. Hier wurden über 100 Quadratmeter eines Hallendaches abgedeckt. Der Orkan war so heftig, dass er das gesamte Dachstück quasi wie eine Wolldecke einfach umklappte. Das Dach wurde notdürftig gesichert und abgedichtet, muss aber zeitnah erneuert werden.

Sturm Zeynep hat unter anderem das Dach eines Brennstoffbetrieb für Biomasse in Bebra-Weiterode (Hessen) abgedeckt.
Sturm Zeynep hat unter anderem das Dach eines Brennstoffbetrieb für Biomasse in Bebra-Weiterode (Hessen) abgedeckt. © TVnews-Hessen

Sturm „Zeynep“ über Nordhessen und Niedersachsen: Busse und Bahnen in Kassel fahren nach Plan

+++ 09.21 Uhr: Sturm „Zeynep“ wirbelt noch immer viele alltägliche Abläufe durcheinander. So kam es in der Region Kassel schon am Freitagabend (18.02.2022) zu einer Betriebseinstellung der Regiotram-Linien RT1 (Kassel – Hofgeismar-Hümme) und RT5 (Kassel – Melsungen). Seit Samstagmorgen fahren die Züge wieder, wobei die ersten Züge aus Sicherheitsgründen mit deutlich verminderter Geschwindigkeit unterwegs waren. Das berichtet Heidi Hamdad von der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-Gesellschaft.

Die Linie RT4 (Kassel – Wolfhagen) wurde am Samstagmorgen ebenfalls zunächst getestet und ist nun wieder frei durch die Züge befahrbar. In der Stadt Kassel und Umgebung sind die Straßenbahnen und Busse der KVG trotz Sturm im Einsatz – und fahren weitestgehend nach Plan. „Auf der waldreichen Lossetalstrecke zwischen Kassel und Hessisch Lichtenau verkehrte die erste Tram der Linie 4 ebenfalls mit deutlich verminderter Geschwindigkeit“, informiert Hamdad. An einigen Fahrzeugen hinterließ Sturm Zeynep leichte Schäden.

Sturm „Zeynep“ über Nordhessen und Niedersachsen: Mehr als 520 Einsätze im Landkreis Aurich

Update vom Samstag, 19.02.2022, 07.25 Uhr: Durch Sturm „Zeynep“ ist es in Niedersachsen zu einem tödlichen Unfall gekommen. In der Gemeinde Wurster Nordseeküste war ein Mann offenbar auf das Dach eines Stalles geklettert, um es zu reparieren. Das Dach brach ein und er stürzte zehn Meter in die Tiefe, teilt die Polizei mit.

„Zeynep“ hat auch die Feuerwehren im Ostfriesland in Atem gehalten. Bis Samstagmorgen um 06.00 Uhr seien die Feuerwehren zu mehr als 520 Einsätzen im Landkreis Aurich gerufen worden, teilte die Feuerwehr mit. Das sei eine „sicherlich historische Zahl“. Umstürzende Bäume hätten die Oberleitung der Bahn in Norden erheblich beschädigt, ebenso Überland-Telefonleitungen. Dächer mussten gesichert werden, Teile von Garten- und Blockhäusern und mehrere Trampoline wurden von den Straßen geräumt. Ein Baukran habe sich in Richtung zweier Einfamilienhäuser geneigt. Die Familien mussten die Häuser verlassen.

Die Feuerwehr beklagte zudem sogenannte „Einsatzstellentouristik“ – trotz der Warnung, sich nicht unnötig im Freien aufzuhalten. Wegen umgestürzter und stürzender Bäume habe die Bundesstraße 72 gesperrt werden müssen, ein Autofahrer habe aber trotzdem durchfahren wollen – um sich Einsätze der Feuerwehren anzusehen. Die Straße wurde für einige Stunden gesperrt.

Sturm „Zeynep“ über Nordhessen und Niedersachsen: ÖPNV in Kassel massiv eingeschränkt

+++ 21.08 Uhr: Nun ist es amtlich: Wie die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH mitteilt, wird „der Betrieb auf allen RegioTram-Linien [...] ab etwa 21 Uhr bis auf Weiteres eingestellt.“ Hintergrund ist Sturmtief „Zeynep“, das am Freitag (18.02.2022) auch über Kassel hinwegfegt. „Nach mehreren Sturmschäden, etwa durch umgestürzte Bäume oder auf den Gleisen liegende Äste, ist der ausreichend sichere Fahrbetrieb nicht mehr zu gewährleisten“, heißt es bei der KVV. Verletzt wurde niemand. 

Derweil hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine Warnungen für Nordhessen und Niedersachsen aktualisiert. Demnach gelten Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen für alle Kreise und kreisfreien Städte in der Region. Während die aktuellen DWD-Warnungen aktuell (Stand. 21.12) in Nordhessen um Mitternacht auslaufen, gelten sie in Teilen Niedersachsens bis 6 Uhr am Samstagmorgen.

Sturm „Zeynep“ - NVV und HLB streichen Zug- und Busverbindungen

+++ 15.20 Uhr: Der der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) bereitet sich auf Sturm „Zeynep“ vor und streicht am Freitag (18.02.2022) einige Bus- und Bahnverbindungen in der Region. Zudem sollten sich Fahrgäste in Nordhessen im Laufe des Freitags wieder auf Ausfälle und Verspätungen bei Bus und Bahn einstellen. Der NVV empfiehlt, sich vor dem Start über die jeweilige Verbindung zu informieren und Fahrten soweit möglich zu verschieben.

Sämtliche Informationen finden sich in der NVV-Fahrplanauskunft und in der NVV-App oder können am gebührenfreien NVV-Service-Telefon unter 0800/939-0800 erfragt werden.

Orkantief „Zeynep“: DWD warnt für Nordhessen und Niedersachsen - Bahnverkehr eingeschränkt

+++ 12.49 Uhr: Einige Bundesländer haben bereits damit begonnen, den Bahnverkehr einzustellen. Auch in Nordhessen gibt es ab dem Nachmittag wegen des Sturmtiefs „Zeynep“ Einschränkungen. „Aufgrund der Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes hat die Kurhessenbahn (KHB) entschieden, dass der Betrieb auch auf der Strecke der Linie RT4 zwischen Kassel und Wolfhagen ab Freitagnachmittag, 18. Februar, bis Samstagvormittag eingestellt wird“, teilt Pressesprecherin Heidi Hamdad mit.

Die letzte Abfahrt der RT4 ist demnach für Freitag (18.02.2022) ab Kassel Hauptbahnhof um 14.58 Uhr geplant. Die letzte Abfahrt vom Bahnhof Wolfhagen wird um 15.16 Uhr sein. Sofern es die Witterung zulasse, soll ab Samstagfrüh (19.02.2022) ab 7 Uhr mit einer Erkundungsfahrt die sichere Befahrbarkeit der Strecke geprüft werden. Danach wird entschieden, ob die Fahrten der Linie RT4 wieder planmäßig aufgenommen werden können. Ein Bus-Ersatzverkehr für die Linie RT4 verkehrt am Freitag bis etwa 21 Uhr.

Auch die Metronom-Bahn stellt wegen des Sturmtiefs den Verkehr ein - betroffen ist eine wichtige Linie ab Göttingen.

Sturmtief „Zeynep“: DWD warnt für Nordhessen und Südniedersachsen

Update vom Freitag, 18.02.2022, 9.10 Uhr: Das Wetter hat sich nach dem teils stürmischen Donnerstag ein wenig beruhigt, doch die Ruhe soll nicht mehr lange anhalten. Schon im Laufe des Freitags könnte es in nahezu ganz Deutschland wieder extrem stürmisch werden: Orkantief „Zeynep“ ist im Anmarsch und soll noch schwerer wüten als „Ylenia“. Der Deutsche Wetterdienst hat bereits entsprechende Warnungen herausgegeben.

An der Nordseeküste gilt bereits Warnstufe vier. Dort ist spätestens ab Freitagabend mit extremen Orkanböen mit einer Geschwindigkeit bis zu 140 Kilometer pro Stunde zu rechnen. In weiten Teilen Niedersachsens gilt eine Unwetterwarnung der Stufe drei. Ab 12 Uhr sind demnach Sturmböen von bis zu 85 Kilometer pro Stunde möglich. Zum späten Freitagnachmittag soll das Sturmtief aber nochmal ordentlich zulegen: Ab 16 Uhr ist in ganz Niedersachsen bis in die Nacht mit Orkanböen um die 120 Kilometer pro Stunde zu rechnen.

Auch Hessen trifft die Sturmfront: Am obersten Zipfel von Nordhessen, im Kreis Waldeck-Frankenberg, Kreis Kassel und Werra-Meißner-Kreis gilt derzeit bereits Warnstufe drei. Schon im Laufe des Vormittags können örtlich starke Sturmböen auftreten, die sich ab 19 Uhr schließlich zu schwereren Orkanböen entwickeln sollen. Die Warnung gilt bis 4 Uhr morgens. Menschen sollten den Aufenthalt im Freien wegen potenzieller Gefahren vermeiden.

Wetter-Prognosen: Jetzt droht Orkantief „Zeynep“ der Region

Kassel/Göttingen – Die nächste Sturmfront rollt auf Nordhessen und Südniedersachsen zu. Nachdem am Donnerstag (17.02.2022) „Ylenia“ rund um Bad Hersfeld, Kassel, Göttingen und Northeim übers Land fegte*, Bäume und Lastwagen umriss und phasenweise den Verkehr lahmlegte, könnte jetzt Orkantief „Zeynep“ die nächste stürmische Nacht bringen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, für weite Teile Deutschlands erneut eine amtliche Unwetterwarnung aussprechen zu müssen, die zunächst ab Freitag (18.02.2022), 19 Uhr, bis Samstag (19.02.2022), 4 Uhr, gelten soll.

Besonders heftig könnte es mit extremen Orkanböen (bis zu 135 km/h) die Küsten im Norden treffen, so die DWD-Prognose. Aber auch wer in Nordhessen oder Südniedersachsen wohnt, sollte sich sicherheitshalber auf ungemütliche Stunden einstellen.

Die Meteorologen sehen hierzulande ebenfalls „hohes Unwetterpotential“, wie aus der aktuellen Warnkarte (Stand Donnerstag, 17.02.2022, 17 Uhr) hervorgeht. Es droht abermals die dritte von vier Warnstufen. Besonders gefährdet sind naturgemäß die Höhenlagen, wo die höchsten Windgeschwindigkeiten zu erwarten sind.

Unwetter-Risiko in Nordhessen und Südniedersachsen: Wo schlägt Sturm „Zeynep“ zu?

Welche deutschen Regionen genau Orkantief „Zeynep“ mit welcher Wucht treffen wird, ist laut DWD-Wetterexpertin Franka Nawrath noch nicht zu 100 Prozent berechenbar. Die Signale für extreme Orkanböen seien aber da, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Der Wetterdienst empfiehlt jedem, die nächsten Wettervorhersagen* aufmerksam zu verfolgen. Der DWD bekommt alle sechs Stunden neue Modelldaten und stellt danach neue Berechnungen an. Sollte das Unwetter Nordhessen und Südniedersachsen tatsächlich treffen, würden zeitnah amtliche Warnungen herausgegeben.

Bisherige Berechnungen hätten den Kern des Orkantiefs jeweils an verschiedenen Orten gesehen, erklärte Franka Nawrath am Donnerstagnachmittag (17.02.2022). „Nach jetzigem Stand zieht das Tief von der Nordsee über Dänemark nach Südschweden. Und wir sind dann an der Südflanke des Tiefs im stärksten Windfeld“, so die Meteorologin.

„Das ist der Norden Deutschlands.“ Im Verlauf des Freitags (18.02.2022) dürfte der Südwestwind immer weiter auffrischen. Am Abend und in der ersten Hälfe der Nacht zum Samstag (18.02.2022) soll Sturm „Zeynep“ seinen Höhepunkt erreichen.

Sturm rollt auf Nordhessen und Südniedersachsen: Nicht so stark wie „Ylenia“?

Obwohl vorab Alarmbereitschaft herrscht, stehen die Chancen gut, dass der für Samstagnacht (19.02.2022) erwartete Sturm zumindest in Hessen nicht so stark ausfallen wird wie Orkantief „Ylenia“ am Donnerstag (17.02.2022). „Das Sturmfeld ist kleiner – und damit wird es hier in Hessen nicht ganz so schlimm“, hieß es dazu aus dem DWD-Hauptquartier in Offenbach.

Insbesondere im Bergland könne es aber erneut zu orkanartigen Böen und Orkanböen kommen. Die Beeinträchtigungen durch Sturm „Ylenia“ waren in Hessen massiv: Es gab Unfälle, Stromausfälle, Straßensperrungen und Schulen ohne Präsenzpflicht. Mittlerweile ist Sturm „Zeynep“ auch im benachbarten NRW angekommen, wie wa.de berichtet. (ag/lrg/use mit dpa) *hna.de und wa.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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