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»Mondenland« vor der Vernetzung schützen

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Wetter (pm). Es ist ein Ort, wo die Sinne noch Kontakt zur ursprünglichen Erlebnissen aufnehmen. Er ist magisch und unberührt. Mondenland bildet einen Kontrast zur computerisierten Welt des 21. Jahrhunderts, aber genau von dieser wird es nun bedroht. Gelingt der Übergriff durch das System »Medusa«, oder nicht? Ein zauberhaftes Musical unter der alten Winterlinde in Amönau erzählt dies an drei Wochenenden.

Wetter (pm). Es ist ein Ort, wo die Sinne noch Kontakt zur ursprünglichen Erlebnissen aufnehmen. Er ist magisch und unberührt. Mondenland bildet einen Kontrast zur computerisierten Welt des 21. Jahrhunderts, aber genau von dieser wird es nun bedroht. Gelingt der Übergriff durch das System »Medusa«, oder nicht? Ein zauberhaftes Musical unter der alten Winterlinde in Amönau erzählt dies an drei Wochenenden. Premiere ist am Freitag, 30. Juli. Die Akteure: Mitglieder des Vereins »Turmwerkstatt - Kultur im Dorf«, die bereits mehrfach mit ihren Interpretationen begeisterten.

Seit dem Jahr 2000 stellen die Akteure in Amönau alle zwei Jahre ein neues Musical auf die Beine. Regisseurin Brunhilde »Bruno« Heß und Komponist Eckhardt »Ecki« Scherer arbeiten seither eindrucksvoll und erfolgreich Hand in Hand. Beim ersten Mal wurde »Rapunzel« aufgeführt. Zwei Jahre später war die Ausbeutung der Natur Thema in »Suaine - die Wasserfrau«. Es folgten »Los Banditos«, »Ciella aus den Wolken« und im vorvergangenen Jahr anlässlich der 1000-Jahrfeier der 850 Seelengemeinde eine Zusammenfassung aller Musicals.

In diesem Jahr thematisieren die Akteure die weltweite Vernetzung und die ausufernde Speicherung von Daten. Dazu hat sich die Regisseurin einen besonderen Spielort ausgesucht, die fast 400 Jahre alte Gerichtslinde am Ortsrand von Amönau. Etwa 50 Schauspieler sind involviert sein, dazu kommen 80 Helfer im Hintergrund. Die Proben laufen seit Anfang des Jahres

Inhaltlich stellten Bruno Heß und Ecki Scherer, der 14 Songs für das Musical komponiert, ihr Werk folgendermaßen vor: Mondenland ist der Ort, der im Kontrast zur computerisierten Welt steht, wo die Sinne noch Kontakt aufnehmen zu ursprünglichen Erlebnissen. In Mondenland verwandeln die Sinne die Wirklichkeit in ihre magische Gestalt. »Master Pix«, das Computergenie schlechthin, möchte Mondenland seinem System »Medusa« einverleiben, um uneingeschränkte Wissensmacht zu besitzen.

Mondenland aber verweigert sich seinem System, lässt sich in seine Computerwelt nicht einordnen. Mittels eines Suchprogramms finden »Master Pix« und seine »Netkids« (Netzkinder) Zugang zu Professor Fossilus. Und der weiß, wie man ins Mondenland gelangt. Aber: Kein System der Welt kann da weiterhelfen, weiß der Professor Fossilus. Es braucht ganz andere Kräfte, um dorthin zu gelangen. Eines der »Netkids« findet in sich die passenden Worte, dank seiner alten Seele, die bestückt ist aus jahrhundertealtem Wissen und einer tiefen Kraft der Sinne, um das kleine Mondenlicht herbeizurufen, das ihnen den Zugang gewährt. Das »Netkid« ist verzaubert von den wunderlichen Gestalten, den eindrucksvollen Klängen, während dies alles Master Pix nur als Ärgernis und Belästigung empfindet. Er möchte das Wissen dieses Landes seiner »Medusa« einverleiben, erkennt jedoch nicht, dass man Mondenland nicht einfangen kann, da es aus jedem heraus selbst entstehen muss. Als er dies begreift, ruft er zum Kampf gegen Mondenland auf. Er schickt »Nekritt«, den schwarzen Reiter ins Feld, der alle Gestalten verschlingen und ins schwarze Loch verbannen soll. Die Herrin des Mondenlandes hält dagegen und schickt ihre Kämpferin »Blutmond«, um das drohende Unheil abzuwenden“.

Wie die Geschichte ausgeht, erfahren Interessierte am 30. und 31. Juli, 1., 6., 7., 8., 13. und 14. August. Los geht es jeweils um 21.15 Uhr. Karten gibt es ab Montag, 5. Juli, bei der Tourismus und Marketing in Marburg (Telefon 06421/99120) sowie bei Brigitte Aßmann (Telefon 06423/926943). Kosten: 12 Euro für Erwachsene, 8 Euro für Kinder.

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