Mehr Lärmschutz gefordert

Frankfurt (dpa/lhe). Die Frankfurter Fluglärmkommission (FLK) dringt auf mehr Anstrengungen für Lärmschutz an allen deutschen Flughäfen. Bei seiner Sitzung beschloss das Gremium ein Zehn-Punkte-Programm, in dem unter anderem die gesetzliche Verankerung des Fluglärmschutzes und Lärmobergrenzen gefordert werden.

Bisher sei es kaum um Vermeidung des Lärms an der Quelle – also den Flugzeugen – gegangen, sondern vor allem um Schallschutzfenster, kritisierte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, der Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD). Der aktive Lärmschutz müsse Vorrang vor dem passiven bekommen.

Entscheiden kann die Kommission nichts, sondern nur appellieren: Das Gremium ist gesetzlich vorgeschrieben und hat lediglich beratende Funktion. Mitglieder sind Vertreter der Umlandgemeinden, des hessischen Wirtschaftsministeriums als Genehmigungsbehörde, der Luftfahrtbranche und der Flugsicherung.

Das Programm sei mit großer Mehrheit beschlossen worden, sagte Jühe. Es werde nun bundesweit an Parteien übermittelt, um sie im Wahljahr mit dem Thema vertraut zu machen. »Je mehr sie davon in ihr Programm übernehmen, desto besser«, sagte Jühe. Er konstatiere erfreut eine wachsende Aufmerksamkeit bei der Politik. Gast bei der Sitzung war der hessische Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP). Er habe glaubhaft sein Interesse an dem Thema bekundet, sagte Jühe.

Der Schutz vor Fluglärm müsse künftig bundesweit koordiniert werden, sagte der FLK-Vorsitzende. »Bisher ist Fluglärmschutz ein Zufallsprodukt.« Die FLK fordert außerdem eine ständige Überprüfung aller Flugrouten. Derzeit sei das nicht vorgesehen. »So lange keiner schreit, bleiben sie bestehen«, kritisierte Jühe. Künftig müsse die Deutsche Flugsicherung verpflichtet werden, die Routen laufend auf Möglichkeiten zu überprüfen, die Belastung für die Menschen am Boden zu reduzieren. Dafür sei ein gesetzlicher Auftrag nötig.

Die FLK-Mitglieder befassten sich auch mit der Südumfliegung am Frankfurter Flughafen und einem Gutachten dazu aus Rheinland-Pfalz. Bei dieser Flugroute fliegen die Maschinen mit Ziel Norden zunächst eine Südkurve, das bringt einigen Regionen in Rheinland-Pfalz mehr Lärm. Die Kommission kam nach Beratung durch eine Expertin des Öko-Instituts zu dem Schluss, dass die Südumfliegung noch die günstigste Variante sei. »Es ist nicht erkennbar, dass andere Varianten eine Entlastung bringen«, sagte Jühe.

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