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Mega viel Grün für die Frankfurter Hauptwache

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Ideen: Musikpavillon, Beete, Brunnen und viele Sitzgelegenheiten. VISUALISIERUNG: BENJAMIN SCHUSTER © Red

Frankfurt - Die Hauptwache ist neben dem Römer das wichtigste Zentrum der Stadt Frankfurt - aber schön, da sind sich fast alle einig, schön ist dieser Ort schon lang nicht mehr. Im November haben die Stadtverordneten daher ein Konzept zur Umgestaltung beschlossen. Die große Begeisterung über die Pläne blieb bislang aus. Und es gibt Konkurrenz: Der Verein Pro Altstadt und die Stiftung Altes Neuland haben im Januar gemeinsam eine umfangreiche Studie vorgelegt, was werden könnte.

Zu sehen ist auf den Illustrationen zunächst einmal verblüffend viel Grün. Wenn es nach der Gruppe beteiligter Fachleute geht, werden künftig Bäume und Sträucher die Hauptwache zieren, begrünte Dächer, Sonnenkollektoren - und als Herz des Platzes eine Arena mit 245 Sitzplätzen.

Beteiligt waren Wissenschaftler, Landschaftsgärtner, Fachleute für Datenverarbeitung, Wasser, Bau und Grün aus Frankfurt, Rhein-Main, aber auch aus dem Bundesgebiet und bis in die Niederlande. Das Konzept soll ausdrücklich als Diskussionsgrundlage dienen, ist aber auf 109 Seiten bis ins Detail ausgearbeitet. Da verzeichnet der Anhang nicht nur, welche Gräser und Stauden in den Beeten wachsen sollen, sondern auch den Wasserverbrauch pro Toilettengang für die geplanten selbstreinigenden WCs und den Druckhöhenverlust bei der Bewässerung der Beete.

Insgesamt, so der Plan, soll die Hauptwache ein Ort mit parkähnlichem Charakter werden. Sie soll Wärme und Leben ausstrahlen und zugleich durch moderne Technik (etwa Fotovoltaik, Nutzung von Abwärme aus der B-Ebene und Regenwasser) zukunftsweisend sein. Grün und hell, mit Sitzmöglichkeiten, drei Brunnen, Verschattung durch Bäume und Baldachine, Trink- und Bademöglichkeit für möglichst viele Kleinvögel und Insekten.

Kleinkunst und Konzerte gibt es in der Arena und bei den Veranstaltungen des Museums für moderne elektronische Musik (Momem) im Zwischengeschoss der B-Ebene - und in einem Musikpavillon, der Heimat für Musikstudierende werden soll. Stiftung und Verein erwarten sich durch das Angebot eine Belebung der angrenzenden Geschäfte, Restaurants und Cafés. Die Hauptwache solle wieder als Stadtkern funktionieren und nicht mehr nur als Verkehrsknotenpunkt. Möglichst viele Meinungen, auch aus den Anträgen der Fraktionen im Stadtparlament, wollten sie berücksichtigen.

»Der Platz war bisher extrem leer«, sagt die Landschaftsarchitektin Claudia Eckel, die vor zwei Jahren zum Planungsteam hinzustieß. »Wir wollten ihn lebendiger und grüner machen.« Die Gruppe sei »ein bunter Haufen«, der sich mit Elan der spannenden Frage gewidmet habe, was wäre, wenn.

Ein bisschen Richtung Weltstadt

Skeptiker sehen im Konzept zu wenig Freiraum etwa für Teile des Weihnachtsmarkts oder Demos. »Das wird auch künftig möglich sein«, so Eckel. 40 Megawattstunden pro Jahr sollen die vorgesehenen Fotovoltaik-Flächen generieren, für die Pumpen zur Bewässerung der Beete und selbstreinigenden Toiletten und die Beleuchtung in der Nacht. Sie wird mit insektenfreundlichem amberfarbenen Licht ausgestattet.

»Wir setzen uns für Lebensqualität ein«, sagt Pro-Altstadt-Vorsitzender Andreas Weber. »Der Plan geht ein bisschen in Richtung Weltstadt, besonders mit der Begrünung.« Thomas Stillbauer

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