1. Wetterauer Zeitung
  2. Hessen

Marode Kanalsysteme erfordern hohen Investitionsaufwand

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Gießen (pm). Insgesamt rund 92 Millionen Euro wurden 2007 in Mittelhessen zum Schutz der ober- und unterirdischen Gewässer in den Abwassersektor investiert.

Das erläuterte am Dienstag Dipl.-Ing. Carl Anger, Mitarbeiter des zuständigen RP-Umweltdezernates »Kommunales Abwasser/Gewässergüte«, in einem kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr. Mehrere Kläranlagen seien für rund 18 Millionen Euro erweitert worden, um den heutigen Anforderungen zu genügen. Und zur Rückhaltung von Mischwasser, das bei extremen Regenfällen die Qualität der Gewässer gefährden kann, seien zudem rund 14 Millionen Euro zum Bau von Regenentlastungsanlagen ausgegeben worden.

Die größte Investitionssumme - mit rund 60 Millionen Euro - stelle aber die Sanierung von maroden Kanalsystemen dar, erläutert der RP-Fachmann weiter. Allgemein werde davon ausgegangen, dass etwa 17 Prozent des öffentlichen Kanalnetzes in Mittelhessen kurz- oder mittelfristig saniert werden müssten. »Die finanziellen Anstrengungen der Gemeinden im Kanalbereich lassen sich daran erkennen, dass gegenüber dem letzten Jahr 10 Millionen Euro mehr ausgegeben wurden«, so Anger zu dieser positiven Tendenz.

Nach RP-Angaben läuft das Finanzierungsprogramm des Landes Hessen zum Bau von Abwasseranlagen aus. In Mittelhessen würden im Jahr 2008 nochmals Maßnahmen zum Gewässerschutz mit Gesamtbaukosten von 47 Millionen Euro gefördert. Ein Beispiel dafür sei die Kläranlage Hungen-Utphe, die der Abwasserverband Hungen derzeit (bis Ende 2009) erweitere. Das Land Hessen habe für diese Maßnahme eine Baukostensumme von 6,5 Millionen Euro anerkannt (die Gesamtkosten liegen deutlich höher) und fördere hierbei den Bau von Feinrechen, Vorklärbecken, Belebungsbecken, Sandfilter, Faulturm und Betriebsgebäude - zugunsten der Gewässerqualität der Horloff im Südteil des Landkreises Gießen.

»Mittelhessen hat in der Gewässerreinhaltung einen Standard erreicht, der sich in der Tat sehen lassen kann«, unterstreicht Regierungspräsident Wilfried Schmied anhand dieser Zahlen. »Infolge des zielgerichteten und zügigen Ausbaus der Kläranlagen wird inzwischen das häusliche Abwasser von 99 Prozent der Bevölkerung in kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen mechanisch-biologisch behandelt.«

Auch interessant

Kommentare