Der Kreis Marburg-Biedenkopf meldet über 100 neue Infektionen mit Corona.
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Der Kreis Marburg-Biedenkopf meldet über 100 neue Infektionen mit Corona.

News-Ticker

Corona in Marburg: Irrer Anstieg der Inzidenz über Nacht – Warnung vor Überlastung der Kliniken

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  • Sebastian Richter
  • Alexander Gottschalk
  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
  • Florian Dörr

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sehr stark gestiegen. Die Inzidenz schnellte in die Höhe. Der News-Ticker. 

  • Die Entwicklung der Corona-Zahlen im Kreis Marburg-Biedenkopf ist dramatisch.
  • Eine geplante Allgemeinverfügung samt Sperrzeit stuft das Verwaltungsgericht Gießen als rechtswidrig ein.
  • Die 7-Tage-Inzidenz in Marburg-Biedenkopf steigt auf 151,7.

+++ 18.25 Uhr: Im Kreis Marburg-Biedenkopf infizieren sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus. Laut einem Pressebericht des Kreises wurden seit Donnerstag (22.10.2020) erneut 116 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. Damit steigt die 7-Tage-Inzidenz in den vergangenen vier Tagen von 79,5 auf 151,7. Von gestern auf heute legte sie um 30 zu. Damit befindet sich immer deutlicher über der Grenze zur fünften Stufe des Eskalationskonzepts.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, werden die Menschen aus Marburg-Biedenkopf dringend dazu aufgerufen, sich an die geltenden Maßnahmen zu halten. „Wir müssen diese rasante Entwicklung abbremsen, auch um eine Überlastung der örtlichen Krankenhäuser zu vermeiden“, mahnt der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow.

Corona in Marburg: Fußballspiel in Halbzeit abgebrochen

Update vom Freitag, 23.10.2020, 11.25 Uhr: Bitteres Ende einer Partie im Marburger Amateurfußball. Das Spiel zwischen dem RSV Roßdorf II und dem FV Cölbe II musste am Donnerstagabend abgebrochen werden. Grund war ein offenbar positiver Corona-Test eines Spielers.

Was war genau passiert? Wie die „Oberhessische Presse“ in Marburg berichtet, war ein Spieler des RSV Roßdorf II positiv getestet worden. Das entsprechende Ergebnis hatte er erst am Abend erhalten. Beim Spiel war er nicht dabei, am Mannschaftstraining soll er zuletzt am Freitag teilgenommen haben.

Was laut dem Bericht mehr als unglücklich lief: Der Spieler entwickelte am Wochenende Symptome, ließ sich am Dienstag auf das Coronavirus testen. Beim RSV Roßdorf ging die entsprechende Information des Verdachtsfalls aber nicht ein. Dies hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Absage der Partie im Marburger Amateurfußball gegen den FV Cölbe II geführt.

Corona in Marburg: Paukenschlag! Gericht kippt Sperrstunde in Marburg

+++ 20.05 Uhr: Nachdem der Landkreis Marburg-Biedenkopf wegen steigender Corona-Infektionen eine Sperrzeit für Restaurants und Kneipen ab 23 Uhr ankündigte, stufte das Verwaltungsgericht Gießen dies nun als „rechtswidrig“ ein. Das Gerichte reagierte damit auf einen Eilantrag einer Betreiberin eines Marburger Lokals, die sich gegen die neue Allgemeinverfügung zur Wehr setzte.

Nach Ansicht des Gerichts ist eine Sperrzeit ab 23 Uhr weder erforderlich noch angemessen, die Allgemeinverfügung sei daher nicht verhältnismäßig. Es werde durch die Sperrzeit „in nicht gerechtfertigter Weise in die Berufsfreiheit der Antragstellerin“ eingegriffen.

Wörtlich heißt es beim Verwaltungsgericht Gießen: „Das Risiko einer alkoholbedingten Beeinträchtigung der Disziplin hinsichtlich der Einhaltung von Hygiene- und Abstandsmaßnahmen sei bereits durch ein ebenfalls verfügtes Alkoholverbot als milderes Mittel abgedeckt. Auch setze sich die Allgemeinverfügung nicht mit der Frage auseinander, ob beispielsweise die Außengastronomie von der Sperrzeitverlängerung ausgenommen werden könne. Darüber hinaus sei die Sperrzeitverlängerung aber auch nicht verhältnismäßig, weil die Regelung in nicht gerechtfertigter Weise in die Berufsfreiheit der Antragstellerin eingreife. Hier sei zu berücksichtigen, dass nach den durch das Robert-Koch-Institut aufbereiteten Daten das Infektionsumfeld „Gaststätte/Restaurant“ im Verhältnis zu anderen Infektionsbereichen wie dem privaten Haushalt, Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und dem Arbeitsplatz von untergeordneter Bedeutung sei.“

Gegen die Entscheidung zur Sperrstunde in Marburg kann innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel eingelegt werden.

Marburg: Balance zwischen nötigen Corona-Regeln und Alltag schaffen

Update vom Donnerstag, 22.10.2020, 11.14 Uhr: Nachdem die 7-Tage-Inzidenz auf den Höchstwert von 109.9 geschossen ist, wartet die Bevölkerung im Kreis Marburg-Biedenkopf gespannt auf den neuen Satz Schutzmaßnahmen, den die Kreisverwaltung derzeit mit dem Land Hessen abstimmt. Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow dämpft derweil die Erwartungen an eine schnellere Besserung der Lage: „Den aktuellen Trend zu stoppen und umzukehren gleicht einem Marathonlauf.“

Ziel des Kreises sei es jetzt, mit einem Paket von Schutzmaßnahmen so viel Normalität und Alltag wie vertretbar zu ermöglichen, und gleichzeitig „besonnen und nachvollziehbar“ zu handeln. „Es geht jetzt nicht um einen Überbietungswettbewerb von Eingriffen in das Alltagsleben der Menschen sondern um zielgerichtetes Handeln mit Sorgfalt und Augenmaß“, so Zachow.

Corona in Marburg: Inzidenz klar über 100 - Heftiger Anstieg der Zahlen - Neue Regeln

+++ 18.32 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist im Vergleich zum Vortag um 99 Fälle gestiegen. Dies führte auch zu einem Anstieg der Inzidenz, also der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, auf einen Wert von 109,9. 

Zu den Schutzmaßnahmen, die der Corona-Koordinierungsstab der Kreisverwaltung auf den Weg gebracht hat, gehören unter anderem eine Ausweitung der Maskenpflicht an Schulen, eine Angleichung der Kontaktbeschränkungen auf die Vorgaben des Landes sowie Regelungen für den Sport. Sobald das Maßnahmenpaket final mit dem Planungsstab des hessischen Sozialministeriums abgestimmt ist, wird der Kreis mit neuen Allgemeinverfügungen den rechtlichen Rahmen dafür schaffen und die Details bekannt geben.

Marburg: Letzte Corona-Warnstufe erreicht – Uniklinik schränkt Besuche erheblich ein

Update vom Mittwoch, 21.10.2020, 15.45 Uhr: Angesichts der stark ansteigenden Corona-Neuinfektionen werden die Möglichkeiten für Besucher an der Uniklinik Marburg ab Donnerstag eingeschränkt. Das ist einer Pressemitteilung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg zu entnehmen. Die Einschränkungen entsprächen den aus den Monaten von März bis Mai bekannten Regeln. Demnach erhalten werdende Väter oder andere Vertrauenspersonen Zugang. Auch Blutspendern und Angehörigen von Palliativpatienten ist ein Besuch gestattet. Rechtsanwälten, Seelsorgern, Notaren und Vertretern anderer relevanter Berufsgruppen, die aus dienstlichen Gründen anreisen, wird der Zugang in die Uniklinik ebenfalls gewährt. In besonderen medizinischen Konstellationen könne der Zutritt durch behandelnde Ärzte gestattet werden.

Die Einschränkungen seien notwendig, um „unsere Patientinnen und Patienten und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor möglichen Infektionen und Kontakt mit dem Corona-Virus zu schützen“, erklärte der ärztliche Geschäftsführer Harald Renz am Mittwoch. Man folge der Verordnungslage des Landes Hessen, die Regeln an das Infektionsgeschehen anzupassen.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat die letzte Corona-Warnstufe erreicht. Doch neue Regeln gibt es zunächst nicht.

Corona in Marburg: Letzte Warnstufe erreicht – So geht es nun weiter

+++ 18:30 Uhr: Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat wie viele Regionen in Deutschland die fünfte und letzte Warnstufe erreicht. Laut einer Pressemeldung des Landkreises hat die ausschlaggebende 7-Tage-Inzidenz den kritischen Wert von 75 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten und liegt jetzt bei 79,5.

Marburg-Biedenkopf überschreitet letzte Warnstufe – neue Regeln gibt es keine

Maßnahmen ergreift der Kreis aber nicht.  „Wir verfallen jetzt nicht in Aktionismus sondern bleiben besonnen und beobachten zunächst sehr aufmerksam die weitere Entwicklung, insbesondere ob die jetzt getroffenen Entscheidungen und bereits eingeleiteten Maßnahmen Wirkung entfalten. Hierfür brauchen wir Geduld“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Stattdessen wird auf gezielte Maßnahmen gesetzt, außerdem stehe man in „engem Kontakt zur Landesregierung und stimme die Entwicklung und die Maßnahmen laufend mit dem Planungsstab im Sozialministerium ab“.

Seit gestern sollen sich 23 neue Fälle ereignet haben. Insgesamt steigt die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie auf 830 Personen, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, 210 aktive Fälle werden vom Gesundheitsamt betreut. Sechs dieser Personen müssen stationär behandelt werden, eine davon benötigt intensivmedizinische Betreuung.

+++ 10.12 Uhr: Im Kreis Marburg-Biedenkopf ist es offenbar zu einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim gekommen. Betroffen ist nach einer Meldung der „Oberhessischen Presse“ in Marburg das Evangelishe Altenzentrum Haus Elisabeth in Kirchhain. Demnach lagen am Montagnachmittag positive Corona-Test-Ergebnisse für neun Bewohner und drei Mitarbeiter vor. Weitere Resultate stehen noch aus.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hatte am Montag keine neuen Corona-Infektionen gemeldet, erwartet aber einen Anstieg für Dienstag. Hintergrund für die gleichbleibende Zahl am Montag sollen den geringen Testkapazitäten der Labore am Wochenende sein.

Update vom Dienstag, 20.10.2020, 07.46 Uhr: Das Gesundheitsamt im Landkreis Marburg-Biedenkopf hat am gestrigen Montag (19.10.2020) keine Neuinfektionen verzeichnet. Seit März gab es 807 positive Tests, aktuell betreut die Behörde 209 aktive Fälle (-11). Die 7-Tage-Inzidenz sank minimal auf 74,2. Der Kreis bleibt als knapp unter der finalen Warnstufe. Grund zur Entspannung sieht man bei der Verwaltung aber keinesfalls. Dass es keine neuen Meldungen über Corona-Fälle gebe, sei erwartbar gewesen und der geringen Testkapazität der Labore am Wochenende geschuldet, hieß es in einer Mitteilung. Es sei davon auszugehen, dass die Fallzahlen in den kommenden Tagen weiter ansteigen.

„Wir dürfen jetzt nicht in Aktionismus verfallen. Vielmehr müssen wir jetzt abwarten, ob die Maßnahmen, die wir ergriffen haben, Wirkung zeigen. Dies wird sich erst in einigen Tagen herausstellen“, sagte der Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Die jüngsten Maßnahmen im Kreis Marburg-Biedenkopf, wie Sperrstunde und Kontaktbeschränkungen, hätten auch einen „präventiven Charakter“, um einen weiteren schnellen Anstieg der Corona-Infektionszahlen zu verlangsamen, sagte Dr. Birgit Wollenberg, die Leiterin des Gesundheitsamtes.

Corona in Marburg: Neue Regeln ab heute - Kreis kratzt an letzter Warnstufe

Update vom Montag, 19.10.2020, 9.26 Uhr: Die Corona-Fallzahlen im Kreis Marburg-Biedenkopf sind am Wochenende weiter in die Höhe geschnellt. Die 7-Tage-Inzidenz stieg von Freitag auf Sonntag von 59,2 auf 74,6. Damit kratzt der Landkreis, wo aktuell bereits die Warnstufe rot gilt, am letzten Grenzwert von 75. Ist dieser erreicht, übernimmt nach dem Eskalationsprinzip des Landes Hessen das Ministerium die Corona-Angelegenheiten.

Die Gesamtzahl der bisher bestätigten Corona-Infektionen in Marburg und Umgebung ist zum Sonntag auf ein Wert von 807 geklettert – 61 mehr als am Freitag. Das Gesundheitsamt betreut mittlerweile 220 aktive Fälle. Das sind 19 mehr als am Freitag. Die Zahl der Personen, die wieder als genesen gelten, ist auf 582 gestiegen. Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion im Kreis Marburg-Biedenkopf Verstorbenen beträgt weiterhin fünf. Von den aktiven Fällen werden aktuell fünf Personen stationär behandelt, davon benötigt eine Person weiterhin eine intensivmedizinische Betreuung.

Corona in Marburg: Neue Regeln ab Montag zu Gastronomie, Veranstaltungen und Maskenpflicht

Seit Montag gelten damit neue Corona-Regeln im Kreis Marburg-Biedenkopf. In der neuen Allgemeinverfügung des Landkreises ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur noch alleine, in Gruppen von maximal zehn Personen oder mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes erlaubt.

Zudem sind Zusammenkünfte und Veranstaltungen in geschlossenen Räumlichkeiten nur noch zulässig, wenn die Zahl der Teilnehmenden 100 nicht überschreitet. Dies ist eine Verschärfung der bereits bekannten und seit mehreren Monaten geltenden Regelung, wonach für Veranstaltungen eine Obergrenze von 250 Teilnehmenden galt. Eine höhere Zahl als 100 Teilnehmende kann der Kreis Marburg-Biedenkopf ausnahmsweise gestatten, wenn ein mit dem Gesundheitsamt abgestimmtes Hygienekonzept vorliegt. Religiöse Zusammenkünfte wie Gottesdienste, Trauerfeiern und Bestattungen sind weiterhin zulässig, wenn die einschlägigen Hygieneregeln beachtet werden. Es gelten die entsprechenden Verordnungen der Landesregierung.

Zudem gilt eine Sperrstunde: In der Zeit von 23 Uhr bis 6 Uhr gilt ab Montag ein Verkaufsverbot für Alkohol. Dies betrifft Gastronomien genauso wie Tankstellen und andere Verkaufsstellen. Im gleichen Zeitraum ist es untersagt, im öffentlichen Raum, also beispielsweise auf Straßen oder Plätzen, Alkohol zu trinken, unabhängig von der Personenzahl. Restaurants, Bars und andere Gastronomien müssen zwischen 23 und 6 Uhr sogar komplett schließen.

Private Feiern, also „Veranstaltungen mit vornehmlich geselligem Charakter“, wie es beim Landkreis Marburg-Biedenkopf in seiner aktuellen Corona-Allgemeinverfügung heißt, mit einer Teilnehmendenzahl von mehr als 25 Personen sind untersagt. Für Feiern in Privaträumen insbesondere in Wohnungen, empfiehlt der Kreis die Teilnehmerzahl auf höchstens zehn Personen aus höchstens zwei Hausständen zu begrenzen.

Darüber hinaus empfiehlt der Kreis Marburg-Biedenkopf in der aktuellen Corona-Situation dringend, generell eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, wenn bei Begegnungen mit anderen Menschen ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Update vom Freitag, 16.10.2020, 18.15 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Marburg-Biedenkopf ist erneut gestiegen. Mit dem heutigen Freitag (16.10.2020) liegt sie nach offiziellen Angaben bei 59,2. Die vierte von fünf Corona-Warnstufen ist aktiv, der nächste Schwellenwert wäre 75 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Bereits jetzt hat die rasante Entwicklung der Fallzahlen aber drastische Konsequenzen für die Region Marburg. Der Kreis erließ eine Allgemeinverfügung mit umfangreichen Maßnahmen, die ab kommenden Montag (19.10.2020) gelten. Hier der Überblick:

  • Bei Treffen im öffentlichen Raum sind maximal zehn Personen aus zwei Hausständen erlaubt.
  • Veranstaltungen in geschlossenen Räumen dürfen maximal 100 Personen besuchen. Ausnahmen sind unter Abstimmung mit dem Kreis und unter Vorlage eines Hygiene-Konzeptes möglich. Für Gottesdienste, Trauerfeiern und Bestattungen gelten die Verordnungen des Landes Hessen.
  • Für Alkohol gilt von 23 bis 6 Uhr ein Verkaufsverbot. Im gleichen Zeitraum darf man in der Öffentlichkeit (Straßen, Plätze etc.) keine alkoholischen Getränke trinken – unabhängig von der Personenzahl.
  • Die Sperrzeit wird verlängert. Gastronomien (Restaurants, Bars, Lokale) müssen ab 23 Uhr schließen und dürfen erst um 6 Uhr wieder öffnen.
  • Private Feiern (bspw. unter Freunden) sind auf eine Teilnehmerzahl von 25 Personen begrenzt. Empfohlen sind zehn Personen aus zwei Hausständen.

Die Einschränkungen gelten zunächst für zwei Wochen. Über diese festen Regeln hinaus, empfiehlt der Kreis Marburg-Biedenkopf überall dort Masken zu tragen, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist. Er hat eine Info-Hotline eingerichtet, die unter der Woche ab 9 Uhr erreichbar ist. Startschuss ist Montag (19.10.2020) 12 Uhr, die Telefonnummer lautet 06421 405-1888.

Corona rund um Marburg: Viele Neuinfektionen im „familiären und privaten Kontext“

Die Zahl der Neuinfektionen war in Marburg-Biedenkopf zuletzt immens gestiegen. Laut Kreis steckten sich die Betroffenen meist im „ familiären und privaten Kontext“ an. Auch Reiserückkehrer spielten eine Rolle bei der Entwicklung. Am Freitag meldete das Gesundheitsamt 42 weitere Fälle. Die Zahl der als akut geltenden Infektionen wuchs auf 201. Sechs Covid-19-Patienten liegen im Krankenhaus, einer auf der Intensivstation. Aufgrund unterschiedlicher Meldewege können die Angaben des Gesundheitsamtes von denen des Robert Koch-Institutes abweichen.

Corona in Marburg: Kreis wird Risikogebiet – Neue Regeln nach Erreichen von Warnstufe rot

+++ 17.44 Uhr: Der Kreis Marburg-Biedenkopf hat die nächste Warnstufe erreicht: Rot. Innerhalb von 24 Stunden verzeichnete der Kreis eigenen Angaben nach 46 neue Corona-Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz schnellte auf einen Wert von 54 und durchbrach damit den Schwellenwert von 50. Damit gilt der Kreis Marburg-Biedenkopf nun als Risikogebiet, was strengere Maßnahmen zur Folge hat. Das Gesundheitsamt des Kreises betreut aktuell 177 aktive Corona-Fälle, 36 mehr als am Vortag.

Der Kreis Marburg-Biedenkopf ist durch die neue Warnstufe gezwungen, zu reagieren. Mit einer Allgemeinverfügung plant die Verwaltung morgen neue Einschränkungen auf den Weg zu bringen, die ab Montag (19.10.2020) gelten sollen und sich an den jüngsten Vorgaben der Bundesregierung orientieren.

  • Der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit soll eingeschränkt werden.
  • Der Kreis Marburg-Biedenkopf empfiehlt dringend, in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
  • Private Feiern werden auf maximal zehn Personen aus zwei Hausständen begrenzt.
  • Auch in der Öffentlichkeit sind nur noch Treffen mit maximal zehn Personen erlaubt.
  • Für öffentliche Feiern und Veranstaltungen – vor allem in geschlossenen Räumen – folgen strengere Begrenzungen.

„Es ist jetzt wichtig, dass sich alle an die Regeln halten und Vernunft walten lassen. Wir machen leider vermehrt die Erfahrung, dass bei manchen Menschen immer noch nicht die Einsicht gereift ist, dass es sich um eine ernste Situation handelt“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Die Frage dürfe jetzt nicht lauten, welche Feste gefeiert oder besucht werden dürfen. „Die Halloween-Party in der Wohngemeinschaft ist im Moment gerade nicht angebracht“, unterstrich Zachow.

Corona in Marburg: „Warnstufe rot“ droht - Konkrete Einschränkungen als Folge

Update vom Donnerstag, 15.10.2020, 06.44 Uhr: Mit härteren Corona-Auflagen hoffen Bund und Länder den rasanten Anstieg der Infektionszahlen einzudämmen. Das dürfte auch in Kürze, sobald das Land Hessen eine entsprechende Verordnung festgelegt hat, Auswirkungen auf das Leben in Marburg und Umgebung haben: Weil hier die 7-Tage-Inzidenz von 35 bereits klar überschritten ist, steht die Ausweitung der Maskenpflicht an. Sie soll dann auch an öffentlichen Plätzen gelten, wo Menschen enger beisammen sind als gewöhnlich.

Sollte der Landkreis Marburg-Biedenkopf zudem die nächste Corona-Warnstufe erreichen - der Grenzwert liegt bei einer Inzidenz von 50, aktuell liegt sie hier bei 41,4 - treten nach den Plänen von Bund und Ländern weitere Einschränkungen in Kraft. So etwa eine Sperrstunde für die Gastronomie und weitere Einschränkungen bei Feiern.

Corona rund um Marburg: Fallzahlen steigen, Inzidenz leicht gefallen

+++ 17.58 Uhr: Der Kreis Marburg-Biedenkopf hat die aktuellen Fallzahlen des Coronavirus bekanntgegeben. Die Zahl der bestätigten Infektionen ist im Vergleich zum Dienstag um 24 Fälle auf 658 angestiegen. „Aktiv infiziert“ sind im Kreis derzeit 141 Personen, von ihnen werden sieben stationär behandelt. Zwei Personen benötigen eine intensivmedizinische Betreuung, wie der Pressemitteilung des Kreises zu entnehmen ist. Acht weitere Infizierte gelten als genesen. Damit zählt der Kreis insgesamt 512 Genesene. Die Zahl der an den Folgen von Covid-19 Verstorbenen bleibt unverändert bei fünf Personen. Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis ist im Vergleich zum Vortag um 2,4 auf den Wert von 41,4 gesunken.

Corona rund um Marburg: Kreis steuert direkt auf Warnstufe rot zu

Erstmeldung vom Mittwoch, 14.10.2020, 13.10 Uhr: Marburg – Im Kreis Marburg-Biedenkopf geht die Zahl der Corona-Infektionen weiter deutlich nach oben. Insgesamt wurden hier inzwischen 634 Infektionen gemeldet, wie der Kreis am Dienstagabend (13.10.2020) mitteilte. Das sind noch einmal zehn mehr als am Vortrag. Aktuell werden 125 aktive Fälle betreut.

Deutliche Auswirkungen auf das Leben in Marburg und Umgebung könnte die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz haben: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage (Inzidenz) im Landkreis Marburg-Biedenkopf liegt aktuell bei 43,8, ist also um 2,8 im Vergleich zum Vortag gestiegen.

Die Zahl der Corona-Infektionen im Kreis Marburg-Biedenkopf geht in die Höhe. Nun droht das Erreichen der Warnstufe rot.

Corona rund um Marburg: Kreis nähert sich schnell 50er-Inzidenz

7-Tage-Inzidenz*\tErforderliche Maßnahmen
weniger als 20Routinebetrieb, planende Maßnahmen
ab 20Erhöhte Aufmerksamkeit, erweitertes Meldewesen
ab 35Einbindung Planungsstab Covid-19 des HMSI
ab 50Konsequentes Beschränkungskonzept
ab 75Steuerung der medizinischen Lage durch den Planungsstab

Bedeutet: Der Landkreis Marburg-Biedenkopf nähert sich weiter dem Corona-Grenzwert von 50 an. Mit diesem Schwellwert des Landes Hessen und des Bundes tritt ein „konsequentes Beschränkungskonzept“ in Kraft. Was das bedeuten kann, zeigt sich derzeit beispielhaft in der hessischen Metropole Frankfurt: Die Stadt gilt offiziell als Risikogebiet, es gibt eine Sperrstunde, auf Einkaufsstraßen gilt eine Maskenpflicht – um nur einige Maßnahmen zu nennen.

Diese Warnstufe rot ist die vierte von insgesamt fünf. Momentan liegt Marburg-Biedenkopf auf der dritten Warnstufe, die ab einer Inzidenz von 35 gilt. In umliegenden Kreisen wie dem Landkreis Gießen, dem Lahn-Dill-Kreis oder dem Vogelsbergkreis sind die Fallzahlen pro 100.000 Einwohner deutlich niedriger als in Marburg und Umgebung.

Kreis Marburg-Biedenkopf erlässt erweiterte Corona-Regeln

Der Kreis Marburg-Biedenkopf hat bereits mit ersten Regeln, die über die Corona-Regeln des Landes Hessen hinausgehen, auf die bedenkliche Entwicklung reagiert: Private Feiern sind auf 25 Gäste beschränkt, zehn sind empfohlen. In Gaststätten sind Mund-Nasen-Schutzmasken erforderlich. Feierlichkeiten habe man vermehrt als Ursache für Neuinfektionen ausgemacht, hieß es in der Begründung. Auch das Beispiels eines Corona-Ausbruchs bei einer Geburtstagsparty in Gießen, der Marburg-Biedenkopf Anfang Oktober hart traf, zeigt dies eindrücklich.

Corona im Kreis Marburg-Biedenkopf: Droht in Kürze die Sperrstunde?

Wie am Mittwoch (14.10.2020) bekannt wurde, plant der Bund zudem eine ergänzende Maskenpflicht und eine Sperrstunde in der Gastronomie, sobald die 7-Tage-Inzidenz über 35 liegt. Das ist im Kreis Marburg-Biedenkopf bereits seit einiger Zeit der Fall. Eine entsprechend ausgeweitete Maskenpflicht soll dort eingeführt werden, wo Menschen dichter und länger als gewöhnlich zusammenkommnen. Bislang handelt es sich bei diesen Plänen jedoch nur um den Entwurf einer Beschlussvorlage der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Bundesländer am Mittwochnachmittag.

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