Der Marktplatz in Mainz ist weihnachtlich beleuchtet
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In Mainz unterbindet die Polizei an Heiligabend eine unerlaubte Versammlung.

„Frauen-Bustour“

Polizei greift bei verbotener Versammlung durch - Corona-Kritiker: „Schikanierung“

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Corona-Kritiker wollen sich an Heiligabend am Marktplatz in Mainz versammeln. Die Polizei bekommt Wind von der Aktion und kontrolliert die Teilnehmer.

  • An Heiligabend kommt die „Frauen-Bustour“ nach Mainz , die kritisch gegen Corona*-Maßnahmen eingestellt ist.
  • Die Polizei Mainz kontrolliert die Gruppierung und erteilt Platzverweise.
  • Teilnehmer der Versammlung zeigen Beamte an und berichten von „Schikanierung“ durch die Polizei.

Mainz – Die Polizei und das Ordnungsamt der Stadt Mainz haben die Austragung einer unerlaubten Versammlung an Heiligabend unterbunden. Die sogenannte „Frauen-Bustour“ einer Gruppierung, die sich als Gegner der geltenden Corona-Maßnahmen positioniert, hatte sich in den sozialen Medien in der Innenstadt angekündigt.

„Frauen-Bustour“ in Mainz: Polizei unterbindet Versammlung der Corona-Kritiker

Trotz eines Verbots sollte die „Frauen-Bustour“, bestehend aus sechs Teilnehmern, nach Mainz kommen. Um die Versammlung zu verhindern, warteten die Einsatzkräfte bereits am Marktplatz auf sie. Sie hatten offenbar die Nähe zu Gottesdiensten gesucht, wie die Polizei mitteilt. Die Anmeldung einer Eilversammlung wurde nicht akzeptiert. Die Beamten stellten Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie fest. Es trafen sich nämlich Personen aus mehr als zwei Haushalten. Zudem wurde der Mindestabstand nicht eingehalten.

Die Teilnehmer der „Frauen-Bustour“ streamten die Kontrolle live im Internet. Das Handy eines „Wortführers der Gruppierung“ wurde wegen Verdacht auf Verletzung des Persönlichkeitsrechts sichergestellt, teilte die Polizei mit. Ein Teilnehmer trug eine Mütze mit eingebautem LED-Licht, die ihm Beamte vom Kopf gerissen und beschädigt haben sollen, behaupten die Corona-Kritiker. Den Teilnehmern wurden Platzverweise erteilt. Auf Twitter spricht die Polizei von einem verhängten Bußgeld.

Mainz: Polizei kontrolliert Corona-kritische „Frauen-Bustour“ – Teilnehmer erstatten Anzeige

„Trotz ihres lautstarken Protestes erregten die Teilnehmer kaum öffentliches Interesse in der unmittelbaren Umgebung“, hieß es in der Pressemitteilung der Polizei. „Die haben uns ziemlich schikaniert“, sagte eine Teilnehmerin in einem Video auf Telegram über die Beamten. Sie hätten ihr und weiteren Teilen der Gruppierung Gewalt angedroht. Später am Abend erschien die Gruppe in einer Polizeiwache, um Anzeige gegen die involvierten Polizisten zu erstatten, wegen „Sachbeschädigung, Körperverletzung und Nötigung“.

Mainz: Corona-Kritiker wollen sich versammeln – Polizei unterbindet Aktion der „Frauen-Bustour“

Auch dieser Teil des Abends wurde im Livestream auf verschiedenen Plattformen übertragen. Dabei rief die „Frauen-Bustour“ zur Unterstützung durch Spenden auf. „Ich wurde genötigt, dieses Läppchen zu tragen“, sagte eine Teilnehmerin über ihren Mund-Nasen-Schutz. „Die Rechtsstaatlichkeit in Mainz ist nicht mehr gegeben“, kritisierte sie zudem die Polizei, die „auf Konfrontation aus“ gewesen sei. Sie hätten die Teilnehmer als „dumme Aluhut-Träger“ bezeichnet. „Falls wir nicht mehr rauskommen, wisst ihr wo wir sind“, sagte einer der Teilnehmer, vor dem Polizeipräsidium stehend. (Lukas Rogalla) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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