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Main-Brücke am Ziel

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Frankfurt (dpa). Nach fast vier Tagen aufwendiger Arbeiten ist der spektakuläre Brückenschlag über den Main in Frankfurt gelungen. Nach mehr als einem Tag Verzögerung wurde die 2200 Tonnen schwere Stahlkonstruktion der neuen Brücke am Donnerstagnachmittag wie geplant festgemacht.

»Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen«, sagte Verkehrsdezernent Stephan Majer (Grüne) an dem Bauwerk. »Es gibt immer eine gewisse Restunsicherheit bei einem Projekt dieser Größe.« Befahrbar ist die 175 Meter lange Brücke zwischen dem Südufer und dem Molenkopf im Osthafen aber erst in rund einem Jahr.

Im Zeitraffer-Film sei zu sehen, wie die Brücke zu tanzen anfange: »Tonnenschwerer Tango«, schwärmte Majer. Hunderte Schaulustige verfolgten, wie die Bogenbrücke am Vormittag eine etwa 250 Meter lange Strecke gegen die Fließrichtung auf dem Main zurücklegte. Zuerst kam das südliche Ende des Stahlungetüms am Zielpunkt an, das nördliche Ende folgte kurze Zeit später.

Am Nachmittag lag die Brücke an den Widerlagern und wurde abgesenkt. Dafür wurden die schwimmenden Pontons mit Wasser geflutet. »Die Brücke ist am finalen Standort festgemacht, und die Last wird jetzt nicht mehr von den Pontons sondern von den Widerlagern getragen«, heißt es im Live-Ticker der Stadt von 16.15 Uhr.

Die Arbeiten hatten sich in den vergangenen Tagen immer wieder verzögert. Am Montag – dem ersten Tag – hatten zunächst zur Sicherheit mehr Stützgerüste an die Brücke angeschweißt werden müssen als geplant. Am Dienstag wurde das Manöver am Osthafen wegen drohender Gewitter gestoppt.

Am Mittwoch konnte der Stahlkoloss noch immer nicht vollständig ins Wasser geschoben werden. »Der Zeitaufwand wurde von der ausführenden Firma maßlos unterschätzt«, sagte Peter Kowalski vom Amt für Straßenbau und Erschließung. »Die Sicherheit hatte oberste Priorität«, sagte Majer dazu am Donnerstag. »Wir konnten kein Risiko eingehen.« Die Verzögerungen sollen jetzt im Detail analysiert werden.

Auch die Sperrung des Mains dauerte durch die Verzögerung erheblich länger als geplant. Eigentlich sollte der Fluss nur bis Mittwochmittag für die Binnenschifffahrt gesperrt bleiben.

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