Lokführerstreik und Vollsperrung bremsen Autofahrer in der Region aus

Siebter Streik der Lokführer. Der Zugverkehr ist stark ausgedünnt, viele steigen aufs Auto um. Auf den Straßen ballt sich der Verkehr für Pendler aus Mittelhessen, Wetterau und Vogelsberg. Ein Unfall samt Vollsperrung auf der A5 kommt erschwerend hinzu.

Frankfurt/Wiesbaden (dpa/lhe) - Der neue Streik der Lokführer hat am Mittwoch in Hessen auch die Autofahrer ausgebremst. Viele Pendler waren aufs Auto umgestiegen, das zeigte sich schon am Morgen auf den Straßen. Auf Hessens Autobahnen sei spürbar mehr Verkehr unterwegs, sagte eine Sprecherin von Hessen Mobil. «Auf den Autobahnen 3 und 5 rund um das Rhein-Main-Gebiet ballt es sich besonders».

Bahnsteige verwaist

Mit ihrem siebten Ausstand innerhalb weniger Monate sorgten die Lokführer der Deutschen Bahn für erhebliche Einschränkungen im Zugverkehr. Am Frankfurter Hauptbahnhof fuhren zwar Züge ein und aus, doch viele Bahnsteige waren am Morgen verwaist. «Die Kunden sind informiert unterwegs», sagte eine Bahn-Sprecherin. «Der Ersatzfahrplan läuft stabil, die Züge, die wir anbieten, sind pünktlich unterwegs.» Überfüllt seien sie nicht.

Nach dem Notfahrplan der Bahn sollte im Regionalverkehr fast jeder zweite Zug fahren. Die normalerweise eng getakteten S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet fuhren nur ein Mal pro Stunde, wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) berichtete. Zwei der neun Linien entfielen ganz. Private Bahnunternehmen wie Vias, Cantus, Vlexx oder die Hessische Landesbahn sind nicht von dem Arbeitskampf betroffen. Auch Straßenbahnen und U-Bahnen fahren im üblichen Umfang.

Fahrgastverband appelliert an Tarifparteien

Der Fahrgastverband Pro Bahn Hessen sieht das Verständnis der Reisenden inzwischen arg strapaziert. Die Organisation appellierte an beide Tarifparteien, eine Schlichtung in dem Konflikt einzuleiten. Man sei an einem Punkt angekommen, an dem kein Weiterkommen in Sicht sei.

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte die Verhandlungen am vergangenen Freitag erneut für gescheitert erklärt. Als entscheidenden Punkt bezeichnete sie die Einstufung der Lokrangierführer im Tarifgefüge die Bahn. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky kritisierte, auch nach 16 Tarifverhandlungsrunden seit Sommer 2014 fehlten Ergebnisse in zentralen Fragen. Die Bahn hatte den Streik als vollkommen überflüssig kritisiert.

A5 voll gesperrt

Erschwerend kam für Pendler, die aufs Auto umgestiegen waren, ein Unfall hinzu: Am frühen Mittwochmorgen war auf der A5 bei Homberg nach ersten Angaben der Polizei ein Sattelzug in einen Pannen-Lkw auf dem Standstreifen geprallt. Der 54-jährige Fahrer des Sattelzuges aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis wurde durch den Unfall im brennenden Unfallwrack eingeklemmt. Ersthelfer löschten den Brand mit Feuerlöschern, die Feuerwehr befreite den Fahrer in einer zweistündigen Rettungsaktion aus dem völlig zertrümmerten Wrack. Noch immer ist nicht abgesehbar, wann die Vollsperrung in Fahrrichtung Frankfurt aufgehoben wird.

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