Eli Lilly schließt Standort Gießen

Gießen (pd). Eine bittere Nachricht für den Wirtschaftsstandort Gießen: Die heimische Niederlassung des US-Pharmaherstellers Eli Lilly wird im Laufe des kommenden Jahres geschlossen.

Als Gründe für die Schließung der Gießener Niederlassung nannte Unternehmenssprecherin Katrin Blank »schwierige Herausforderungen in der Pharmaindustrie«, das bevorstehende Auslaufen von Patenten und einen Überschuss an Verpackungskapazitäten. Betroffen von der bevorstehenden Schließung im Wiesecker Teichweg sind rund 225 Mitarbeiter. Ob es Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten gibt, werde derzeit vom Unternehmen geprüft, so Blank.

Am heimischen Standort des US-Pharmaherstellers werden Stechampullen, Flaschen und medizintechnische Produkte etikettiert und verpackt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Distribution von Lilly-Medikamenten. Die Arzneimittelverpackung soll im Laufe des Jahres 2014 vom spanischen Lilly-Standort in Alcobendas übernommen werden. Das Gießener Distributionsgeschäft soll von einem externen Partner weitergeführt werden, sagte die Sprecherin. Die Suche nach einem passenden Partnerunternehmen habe begonnen. Wann genau im kommenden Jahr der Standort Gießen geschlossen werde, sei noch nicht entschieden. Auch über die künftige Nutzung des 70 000 Quadratmeter großen Firmengeländes, das dem Unternehmen gehört, gebe es noch keine endgültigen Pläne, so Katrin Blank.

»Die Entscheidung von Eli Lilly, den Standort Gießen zu schließen, ist ein herber Schlag für uns«, sagte Paul Holohan. Der Geschäftsführer der Lilly Pharma Fertigung und Distribution dankte den Gießener Mitarbeitern für ihr »großes Engagement und ihre hohen Leistungen«. Gemeinsam mit dem Betriebsrat wolle man jetzt eine sozial verträgliche Lösung für die betroffenen Beschäftigten finden.

Noch vor wenigen Jahren standen die Zeichen am heimischen Lilly-Standort auf Expansion. Zwischen 2003 und 2009 hatte der Pharmahersteller, der seit 1960 in Gießen eine Niederlassung betreibt, rund 40 Millionen Euro in die Weiterentwicklung seiner Kapazitäten am Teichweg investiert. Dazu gehört unter anderem die Vergrößerung der Lagerkapazität. So wurden auf dem Firmengelände ein modernes Hochregallager sowie ein neues Versandgebäude gebaut. Allerdings wurde später die Palette der pharmazeutischen Erzeugnisse verkleinert. »Wir haben zwei Produkte verkauft, die speziell in Gießen verpackt wurden«, räumte Blank ein.

»Wir werden unsere Kapazitäten weltweit reduzieren«, erklärte die Sprecherin. Mitte April hatte der Konzern angekündigt, in den USA rund 1000 Stellen im Vertrieb abzubauen. Das gesamte Unternehmen mit seinen weltweit rund 38 000 Mitarbeitern werde sich in den kommenden Jahren einem Wandel unterziehen müssen. Nicht betroffen vom Personalabbau werde dagegen der Verwaltungssitz von Lilly Deutschland in Bad Homburg sein. Dort sind unter anderem Geschäftsführung, Marketing und Vertriebsleitung des deutschen Geschäftszweigs des Pharmaherstellers angesiedelt.

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