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Lebenslänglich für Mord aus Lust am Sexspiel

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Limburg/Herborn (dpa). Sie machte Schluss mit ihm, da rastete er aus. Nicht aus Rache oder verletzter Eitelkeit, sondern aus Lust am brutalen Sexspiel. Ein Schwurgericht in Limburg zeigte dem 41-Jährigen jetzt die Grenzen auf und fällte eine hartes Urteil.

Weil er seine Ex-Freundin am 1. Februar 2012 in Herborn mit einem Kochtopf schlug, sie erwürgte und sich brutal an der Leiche der Frau verging, ist der Schlosser aus Haiger zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

»Die Tat hat allein sexuelle Hintergründe«, sagte die Vorsitzende Richterin Karin Walter am Donnerstag im Landgericht. Der 41-Jährige wurde nach der Schändung seines 24 Jahre alten Opfers auch wegen Störung der Totenruhe verurteilt.

Die Frau war acht Jahre mit dem Mann zusammen gewesen, dann hatte sie sich getrennt. »Der Angeklagte wollte mit allen Mitteln die sexuelle Beziehung aufrechterhalten«, sagte Richterin Walter. Der 41-Jährige habe zudem ein spezielles Interesse an sado-masochistischen Praktiken gehabt. Um seine Fantasien auszuleben, habe er die junge Frau aber zunächst in ihrer Herborner Wohnung umbringen müssen.

In der Hauptverhandlung erzählte der Mann eine andere Variante: Die 24-Jährige sei ein wundervoller Mensch gewesen, sagte er aus. Weil sein Opfer aber nach seinem nächtlichen Überfall unter den schweren Verletzungen gelitten habe, habe er sie »aus Mitleid« erwürgt. Das Gericht bezeichnete den Angeklagten als voll schuldfähig.

Laut Gericht hatte der Angeklagte ständig wechselnde Freundinnen – meist mehrere zeitgleich. Mit allen trieb er nach den Aussagen der Zeuginnen sado-masochistische Sex-Praktiken. Auf die Festplatte seines Computers hatte er rund 4000 pornografische Handlungen heruntergeladen, darunter auch solche, bei denen Frauen getötet und anschließend misshandelt wurden. Richterin Walter warf dem Angeklagten vor, er habe die Tat genau geplant. Außerdem habe der 41-Jährige nach Gutachter-Angaben eine starke Sexualisierung. Als der Schlosser sein späteres Opfer kennenlernte, habe er es verstanden, das sexuell unerfahrene Mädchen so an sich zu binden, dass sie ihm hörig gewesen sei, sagte Walter.

Der übergewichtigen jungen Frau habe er immer wieder versichert, er finde ihren Körper anziehend. Als er von den ersten Trennungsabsichten der jungen Frau hörte, bombardierte der Angeklagte sie mit Handy-Kurznachrichten – bis zu 50 am Tag. Dann kam es Anfang Februar zum verhängnisvollen Überfall in der Wohnung des Opfers.

Das Schwurgericht entsprach mit der lebenslangen Haftstrafe dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigerin des 41-Jährigen hatte keinen konkreten Strafantrag gestellt. Gegen das Urteil ist Revision zugelassen. (Foto: dpa)

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