1. Wetterauer Zeitung
  2. Hessen

Landgericht verhandelt über brutales Foul im Fußball

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Limburg (dpa). Ein brutales Foul auf dem Fußballplatz ist am Donnerstag vor dem Landgericht Limburg verhandelt worden. In dem Berufungsverfahren angeklagt war ein 24 Jahre alter Fußballspieler aus Limburg.

Der 24-Jährige hatte 2013 einem Gegenspieler einen Schädelbruch, eine Gesichtsfraktur und schwere Augenverletzungen zugefügt. Vom Amtsgericht Limburg war der Spieler zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Er musste auch 7200 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Am Donnerstag zogen nach kurzer Verhandlung der Angeklagte wie die Staatsanwaltschaft ihre Berufung zurück. Der Schläger entschuldigte sich bei seinem Opfer. Der 41-jährige Geschädigte aus Weilburg kündigte aber eine Zivilklage auf 130 000 Euro Schadenersatz an.

Bei einem Kreisliga-C-Spiel im Mai 2013 waren der Angeklagte und sein Gegenspieler nach einem Zusammenprall zu Boden gegangen. Beim Aufstehen rammte der Limburger seinem Gegenüber das Knie mit Wucht ins Gesicht. Der Weilburger erlitt Schädelverletzungen. Er leidet seitdem auch an Gedächtnisstörungen und sieht doppelt. Gegen das Urteil des Amtsgerichts hatte der 24-Jährige Rechtsmittel eingelegt. Im Berufungsverfahren wurde ihm aber klar, dass eventuell sogar eine höhere Strafe wegen versuchten Totschlags im Raum stand. Ein Rechtsmediziner sollte klären, ob die Verletzungen auch zum Tod des Opfers hätten führen können.

Die Staatsanwaltschaft zog ihre Berufung aus prozessökonomischen Gründen zurück. Schon vor dem Amtsgericht hatten sechs Zeugen uneidlich falsche Aussagen gemacht und sich damit Strafverfahren auf den Hals gezogen. Im Berufungsverfahren hätten sie sich mutmaßlich nur noch tiefer hineingeritten, argumentierte der Staatsanwalt.

Auch interessant

Kommentare