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Kult um den berühmtesten Soldaten der Wetterau

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Bad Nauheim/Friedberg (dpa). Die sehnsüchtig erwartete Ankunft von Elvis Presley in Friedberg am 1. Oktober 1958 war für seine Fans enttäuschend. »Heerscharen von Jugendlichen hatten sich am Friedberger Bahnhof eingefunden, um den Zug aus Bremerhaven mit Elvis und Hunderten seiner Kameraden zu empfangen, aber der hielt hier gar nicht«, sagt Hans-Ulrich Halwe (64), Ehrenvorsitzender des Elvis Presley Vereins Bad Nauheim-Friedberg.

Bad Nauheim/Friedberg (dpa). Die sehnsüchtig erwartete Ankunft von Elvis Presley in Friedberg am 1. Oktober 1958 war für seine Fans enttäuschend. »Heerscharen von Jugendlichen hatten sich am Friedberger Bahnhof eingefunden, um den Zug aus Bremerhaven mit Elvis und Hunderten seiner Kameraden zu empfangen, aber der hielt hier gar nicht«, sagt Hans-Ulrich Halwe (64), Ehrenvorsitzender des Elvis Presley Vereins Bad Nauheim-Friedberg. Der Zug mit dem »King of Rock ‘n' Roll« kam zwar um 19.32 Uhr in Friedberg an, sei dann aber etwa zwei Kilometer weiter in die US-Kaserne »Ray Barracks« gerollt. »Hier stieg Elvis an einer Verladerampe für Panzer aus.« Der Superstar war von 1958 bis 1960 in Friedberg stationiert und wurde dort zum Sergeant ausgebildet.

Presley (1935-1977) wohnte mit seinem Vater, seiner Großmutter und zwei Leibwächtern in Bad Nauheim, wie Halwe erzählt. An den 50. Jahrestag der Ankunft des Sängers mit dem aufregenden Hüftschwung und der Schmalztolle erinnern vom 1. bis 5. Oktober in den beiden Städten Konzerte, Stadtführungen und Fackelzüge.

In Bad Nauheim ist von heute an bis zum 24. Oktober die Ausstellung »Elvis Impression« zu sehen, die die Berichterstattung der »Wetterauer Zeitung« über die Elvis-Jahre zeigt. Am 2. Oktober gibt es im Capri-Club der »Ray Barracks« eine Pressekonferenz, bei der das Buch »Der King in Deutschland« von Heinrich Burk und Hans-Ulrich Elter vorgestellt wird; genau 50 Jahre nachdem Elvis dort seine erste Pressekonferenz auf deutschem Boden abhielt - vor rund 150 Journalisten.

In der Wetterau erinnert so manches an Presley: Das Zimmer Nummer 10 im Hotel Grunewald in Bad Nauheim zum Beispiel, in dem er mehrere Monate wohnte. Das ehemalige Schlafgemach sieht noch heute so aus wie damals - mit denselben Vorhängen, dem Stuck, den hohen Spiegeln und dem Bett, in dem der damals 23 Jahre alte Sänger geschlafen hat. »Es ist nichts verändert«, versichert Hotel-Chefin Rita Issberner-Haldane. Die 85-Jährige erinnert sich gern an Elvis: »Er war ganz Musik und höflich, zurückhaltend, bescheiden, eine sehr liebe Seele.« Seit mehr als einem Jahr ist das Hotel geschlossen. Besichtigungen sind nicht mehr möglich. Dass der Rockstar ausgerechnet hierherkam, hätten »die Menschen damals kaum glauben können, ein echter Star in der Provinz«, sagt Halwe.

Der ehemalige Eisenbahnbeamte führt bei seinen Stadtrundgängen in Bad Nauheim regelmäßig zu den Spuren des Sängers. So auch in der Goethestraße 14: In dem hellen Haus wohnten Presley und sein Clan, auch seine spätere Frau, die damals erst 14 Jahre alte Priscilla Beaulieu, sei dort häufig zu Besuch gewesen. Priscilla Beaulieu war damals 14 Jahre alt und die Tochter eines in Wiesbaden stationierten US-Offiziers, sagt Halwe.

Weltbekannte Elvis-Hits wie »It's Now Or Never« seien in der Goethestraße 14 entstanden, erzählt der Geschäftsführer der Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH, Ulrich Schlichthaerle. Auch er hat manche Anekdote zu berichten. Etwa dass Elvis verrückt nach der Schokoladentorte eines Bad Nauheimer Konditors war. Oder dass er in einem Café einmal ein weißes Tischtuch mit einem Autogramm »verunstaltete« und daraufhin den Laden verlassen musste.

Der Friseur Karl-Heinz Stein ist dem Star in der Friedberger Kaserne richtig nahe gekommen: Er hat Elvis damals regelmäßig die Haare geschnitten und dabei gemerkt, dass die schwarze Schmalztolle des Idols von Natur aus gar nicht so dunkel war. »Elvis war eigentlich mittel- bis dunkelblond«, erzählt der 73-Jährige. Der Sänger habe sich seine Haare färben lassen. Allerdings nicht bei ihm, denn in der Kaserne sei das verboten gewesen. »Elvis war ein sehr gepflegter, freundlicher junger Mann. Es ist traurig, dass er so früh gestorben ist«, sagt Stein.

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