1. Wetterauer Zeitung
  2. Hessen

Kindstod nach Zahn-OP: Eltern gehen vor Gericht

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Limburg/Solms (dpa). Nach dem Tod eines zehnjährigen Mädchens aus Solms nach einer Operation in einer Zahnarzt- Praxis in Limburg klagen die Eltern auf Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Limburg/Solms (dpa). Nach dem Tod eines zehnjährigen Mädchens aus Solms nach einer Operation in einer Zahnarzt- Praxis in Limburg klagen die Eltern auf Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Mit der Klage wollen die Eltern gerichtlich klären lassen, ob die Überwachung des Kindes nach der Operation unzureichend war und die Ausstattung in der Praxis für die Überwachung nach dem Eingriff den geltenden Standards genügt hat, wie die Rechtsanwaltskanzlei mitteilte, die die Eltern vertritt. Ein Sprecher des Landgerichts Limburg bestätigte am Montag den Eingang der Klage. Dem Mädchen aus Solms waren Mitte Oktober 2007 unter Narkose vier Zähne entfernt worden. Wenige Tage später starb das Kind. Die kleine Celine, die mit einem Gendefekt auf die Welt gekommen war, hatte nach früheren Angaben ihres Vaters nach der Operation einen Herzstillstand erlitten. Das Mädchen war zwar noch wiederbelebt worden und dann zunächst in einem Limburger Krankenhaus und später auf der Intensivstation der Kinderklinik Siegen behandelt worden. Als Folge des Herzstillstands ergab sich nach den Angaben des Vaters jedoch eine Hirnschwellung, die letztlich zum Tod seiner Tochter geführt habe. Die Zehnjährige war neun Tage nach der Zahnoperation gestorben. Der Vater hatte Anzeige wegen fahrlässiger Tötung gestellt.

Die Staatsanwaltschaft Limburg hatte daraufhin Ermittlungen gegen zwei Zahnärzte und einen Narkosefacharzt aus der Zahnarztpraxis für Oralchirurgie aufgenommen. Die Ermittlungen liefen derzeit noch, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Herrchen am Montag in Limburg. Die Staatsanwaltschaft habe ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse noch nicht vorlägen. Das Gutachten solle klären, inwieweit Mängel bei der Überwachung todesursächlich gewesen seien.

Ein erstes Gutachten hatte im November 2008 ergeben, »dass es Defizite in der erforderlichen engmaschigen Überwachung der Patientin im Aufwachraum« gegeben hatte.

Auch interessant

Kommentare