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KFZ-Open-Air: Fronhof wurde zu tanzendem Hexenkessel

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Marburg (sag). 2000 Fans haben an Fronleichnam auf dem Fronhofgelände das Open-Air des Kulturzentrums KFZ mit fünf Gruppen gefeiert.

Auch Petrus hatte an diesem Tag ein Einsehen mit den Musikfans: Gegen 17 Uhr, beim Auftritt des zweiten Acts Kristofer Aström & Band, kam es zum letzten Schauer des Tages.

Perfekt - das ist der Stempel, dem man dem Open-Air-Festival aufdrücken kann, das von den 80 Ehrenamtlichen des KFZ auf die Beine gestellt wurde. Und nicht nur der Ablauf war angenehm entspannt, sondern auch die Musikauswahl und die Reihenfolge war pfiffig gesetzt, wechselte doch das Programm immer zwischen Indie und Weltmusik.

Nach den Lokalmatoderen von »Lechuga«, die in ihrer Mestizo-Musik lateinamerikanische Stile wie Salsa, Samba und Rumba mit Ska, Reggae, Elektronik und Punkrock vermischen und dem Singer/Songwriter-Indie-Pop des Schweden Kristofer Aström stand mit »Mardi Gras.bb« der erste musikalische Höhepunkt an. Ihre bläserlastige Musik, zeitweise von der Band selbst als »New Orleans Voodoo« bezeichnet, lässt sich nur schwer einordnen, da sie unterschiedlichste Stile miteinander vermischt - von Brassmusik über Soul bis hin zu Punkrock und Psychedelic. Die Band um Frontmann Jochen »Doc« Wenz ist jedoch seit jeher Stimmungsgarant. Im aktuellen Programm nimmt die Band ihre Zuhörer mit auf eine abenteuerliche und wahnwitzige Schiffsreise in den Tagen Alexander von Humboldts.

Wo »Mardi Gras.bb« sind, steht jedenfalls niemand still, schon gar nicht, wenn sich die Band bei der minutenlangen Zugabe ins Publikum mischt.

Tanzen war auch bei der Abschlussband »Karamelo Santo« angesagt. Die Argentinier gehören zu den wichtigsten Vertretern des Ska und verwandelten den Fronhof mit ihrer explosiven Rock-Ska-Mischung in einen tanzenden Hexenkessel, in dem niemand auch nur ein Sekunde stillzustehen wagte. »Karamelo Santo« bedeutet übersetzt soviel wie »Heiliges Bonbon« - was die Combo aus Mendoza auf Marburg losließ, glich eher einer heiligen Granate.

Hinter den Erwartungen zurück blieb der eigentliche Headliner »Jupiter Jones« mit dem Marburger Bassisten Andreas »Becks« Becker. Zwar gelang es der Truppe um Frontmann Nicholas Müller, tatsächlich die rotzig-ruppigen Seiten des Punkrocks mit den süßen Melodien des Pops zu paaren, so richtig überspringen wollte der Funke in Marburg aber nicht - zu sehr ging der gefühlvolle Gesang Müllers zwischen den druckvollen und lauten Instrumenten unter.

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