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Wenn Kinder zu Opfern werden: Ein 33-Jähriger ist in 58 Fällen des Missbrauchs angeklagt. Er hat die Taten bereits eingeräumt.

33-Jähriger aus Kassel

Filmte die Taten mit dem Handy: Mann wegen Kindesmissbrauch in 58 Fällen angeklagt 

Ein 33-jährigen Mann aus Kassel muss sich vor Gericht wegen sexuellem Missbrauch von Kindern in Hofgeismar und Kassel verantworten. Er räumt die Taten ein. 

  • Ein 33-Jähriger aus Kassel ist in 58 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt.
  • Er soll die Taten mit dem Handy gefilmt haben. 
  • Vor Gericht räumt er den Missbrauch ein. 

Den sexuellen Missbrauch von Kindern in 58 Fällen wirft die Staatsanwaltschaft einem 33-jährigen Mann aus Kassel vor, der deshalb derzeit in Untersuchungshaft sitzt.

Kindesmissbrauch: Zahlreiche Viedeos auf dem Handy 

Laut Anklage ereigneten sich die Taten zwischen Januar 2016 und Dezember 2018 in Hofgeismar und Kassel. Auf den Handys des Angeklagten hatten die Kriminalbeamten nach der Festnahme des Mannes zahlreiche Videoaufnahmen der Taten gefunden. 

In drei Fällen wird ihm auchschwerer sexueller Missbrauch der Kinder vorgeworfen.

Zum Prozessauftakt vor der 1. Strafkammer des Landgerichts hatte der Angeklagte gestern die Taten eingeräumt, sodass auf die belastende Anhörung der unter zehn Jahre alten Kinder verzichtet werden konnte.

Kinderpornografie: Große Menge an Dateien auf Handy und Computer

Vor der Strafkammer sprach der Kriminalbeamte, der die Ermittlungen geführt hatte, von einem „wahnsinnigen Datenbestand“, der auf den Handys und dem Computer des Angeklagten gefunden worden sei. Dabei handele es sich auch um große Mengen kinderpornografischer Dateien.

Der 33-Jährige ist daher auch wegen der Verschaffung von kinderpornografischer Schriften in 16 Fällen sowie wegen deren Verbreitung im Internet angeklagt. Er soll Dateien in einer Vielzahl von Online-Plattformen hochgeladen haben.

Dazu zählten auch Fotos, die er heimlich mit dem Handy von seiner Chefin angefertigt habe, sagte der Polizeibeamte als Zeuge aus. Einige der Dateien seien nicht einmal strafbar, meist aber schlicht „geschmacklos“, berichtete der Kripobeamte. 

Sexueller Missbrauch: Familie des Angeklagten ahnte nichts

Als die Familie mit den Taten des einschlägig vorbestraften Mannes konfrontiert wurden, habe die das für völlig undenkbar gehalten, sagte der Zeuge.

Sogar die Kinder hatten den Angeklagten als Täter ausgeschlossen, woraufhin die Ermittlungen erst einmal eingestellt worden seien. Bei der späteren Festnahme seien die Beteiligten der Taten allerdings auf den Videos klar erkennbar gewesen. 

Angeklagter zeigte sich kooperativ

Nach seiner Festnahme habe sich der Mann von Anfang sehr kooperativ gezeigt und bei der Aufklärung mitgewirkt. Auch den Ratschlag der Polizisten, sich bei der Bewältigung seiner pädophilen Neigungen professionelle Hilfe zu holen, habe er begrüßt.

Die Gerichtsverhandlung vor der 1. Strafkammer von Richter Jürgen Dreyer wird am Mittwoch, 15.01.2020, ab 9 Uhr fortgesetzt. Dann wird auch mit einem Urteil gerechnet.

Von Thomas Stier

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