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Käßmann und Friedrich werben in Worms für Toleranz

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Worms (dpa/lhe). Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat in Worms für aufrichtige Toleranz geworben. »Toleranz bedeutet Interesse am anderen, am Gegenüber, etwa an der anderen Religion oder auch am Nicht-Glauben«, sagte sie laut Redetext in einer Predigt in der Wormser Dreifaltigkeitskirche.

Die EKD eröffnete mit dem Gottesdienst ihr Themenjahr unter dem Titel »Reformation und Toleranz«. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) betonte die Bedeutung der Toleranz. »In unserer zunehmend konfliktreicher werdenden Welt sind gerade die Christinnen und Christen im Umgang untereinander und mit den Menschen anderer Glaubensbekenntnisse und Weltanschauungen aufgefordert, Beispiele gelebter Toleranz zu geben«, sagte Beck. Schon immer seien die Menschen am Rhein besonders darin geübt gewesen, sich mit Kulturen und Religionen anderer Menschen auseinanderzusetzen und im besten Fall zusammenzufinden.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) rief zu mehr Toleranz auf. »Nur wer den Fremden kennenlernen und verstehen will, nur wer sich ihm voller Empathie zuwendet, sich um ihn bemüht, handelt wirklich tolerant«, sagte er bei dem Gottesdienst in Worms laut Redetext. Die Zwangsheirat dürfe aber ebenso wenig geduldet werden wie die Genitalverstümmelung von Mädchen oder das Verhindern medizinischer Hilfe für Angehörige.

Käßmann ist Botschafterin für das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017. Mit der katholischen Kirche werde nach einer Form der gemeinsamen Würdigung der Reformation gesucht, sagte Käßmann der Nachrichtenagentur dpa. »Dann können wir auch feiern, dass wir nicht bei der Spaltung stehengeblieben sind und uns mehr verbindet, als uns trennt.«

Martin Luther (1483-1546) hatte am 31. Oktober 1517 in Wittenberg 95 Thesen gegen Missstände in der Kirche und den Ablasshandel veröffentlicht. Damit leitete er die Reformation der abendländischen Kirche und die Trennung in Protestanten und Katholiken ein.

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