Mit anderen gemeinsam proben – das Bandcamp auf der Jugendburg Hohensolms bietet die Möglichkeit dafür.	(Foto: jsp)
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Mit anderen gemeinsam proben – das Bandcamp auf der Jugendburg Hohensolms bietet die Möglichkeit dafür. (Foto: jsp)

113 Jugendliche beim Bandcamp auf Burg Hohensolms

Hohenahr (jsp). 113 Jugendliche aus der Region ließen es drei Tage lang krachen: Beim Bandcamp auf der Evangelischen Jugendburg Hohensolms konnten sie gemeinsam Songs einstudieren und zudem Workshops in Songwriting, Bühnenperfomance oder Musiktheorie belegen.

Mit »Applaus, Applaus« werde ich in einem großzügigen Raum mit ganz spezieller Akustik empfangen. Es spielen aber nicht die Sportfreunde Stiller, sonder etwa 20 Jugendlichen, die das Lied an Bass, Gitarren, Schlagzeug, E-Piano und Mikrofonen proben.

Wo einst Solmser Fürsten residierten, verwandelten Anfang der Woche 113 Jugendliche aus der ganzen Region die evangelische Jugendburg Hohensolms in den wohl größten Proberaum Hessens. Hier widmete sich das Bandcamp Mittelhessen drei Tage lang dem Motto »Finde deine Musiker, Deine Songs, Deine Band«.

Das Projekt des Bundesverbandes Pop im Rahmen von Pop To Go in Kooperation mit der Musikzentrale Gießen/Wetzlar, wird gefördert durch das Programm »Kultur macht stark Bündnisse für Bildung«. Durch die Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) können die jungen Musiker ihren künstlerischen Fähigkeiten kostenlos freien Lauf lassen. Das Angebot richtet sich sowohl an bereits aktive Musiker als auch an ambitionierte Anfänger, die gemeinsam mal richtig Lärm machen wollen.

Eine Auswahl von 13 Lieder – aktuelle Radio-Hits und Rock-Klassiker – wurden vorab den Jugendlichen zum Einstudieren ausgehändigt. Vormittags bekamen die Zwölf bis 18-Jährigen Instrumental- und Gesangsunterricht, bevor es nach dem gemeinsamen Essen in die Bandprobe ging. Anhand der einstudierten Songs probten sie gemeinsam mit professionellen Coaches Zusammenspiel und Abläufe. In Workshops am Abend konnten sie sich zudem in Songwriting, Bühnenperfomance oder Musiktheorie anleiten lassen.

Zu den Teilnehmern des Bandcamps gehörten Lilli (13) und Saskia (12) aus Gießen. Die Freundinnen teilen ihre Leidenschaft fürs Klavierspiel und nehmen schon mehrere Jahre Unterricht in der Musikzentrale. Sie hatten unter anderem das Lied »Get Lucky« von Bruno Mars für das Camp und die Abschlussveranstaltung, die am Mittwochabend stattfand, vorbereitet. Sie nutzten das Camps, um mal in einer Band spielen zu können und sich mit anderen Musikern auszutauschen.

Junge Bands, die in der elternlichen Garage proben, sind immer seltener zu finden. Entweder gibt es nicht genügend Platz, die Nachbarn beschweren sich über die Lautstärke oder die Zeit lässt es nicht zu. Genau dafür bietet das Bandcamp immerhin für diese Tage Abhilfe. »Als wir vor acht Jahren mit dem Camp begonnen haben, haben sich 50 bereits bestehende Bands angemeldet. Dieses Jahr waren es nur noch drei Bands«, berichtete der Verantwortliche des Bandcamps, Sebastian Schlöndorf. Viele der Jugendlichen hätten keine Möglichkeit in einer Band zu spielen, deshalb wolle man ein Forum dafür bieten.

Am Ende meines Besuches, bereue ich es, nicht selbst ein Musikinstrument gelernt zu haben. Ich bin nun gespannt, ob einige der Jugendlichen als zukünftige Rockstars auf den großen Bühnen zu sehen sind. Talent haben sie allemal.

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