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IS-Kämpfer: Mutmaßlicher Filmer von Leichenschändung vor Gericht

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© dpa/Symbolbild

Frankfurt (dpa/lhe). Als mutmaßlicher IS-Kämpfer und Leichenschänder im syrischen Bürgerkrieg muss sich seit Montag ein 30 Jahre alter Mann vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten.

Die Bundesanwaltschaft legt Abdelkarim El B. die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zur Last. Hinzu kommen waffenrechtliche Verstöße.

Der Anklage zufolge soll er aus »vermeintlich religiöser Verpflichtung« zwischen September 2013 und Februar 2014 in Syrien an dem bewaffneten Kampf der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gegen die Truppen von Präsident Baschar al-Assad teilgenommen haben. Am ersten Verhandlungstag kündigte der Angeklagte über seine Verteidiger an, sich in der kommenden Woche zu seiner Person äußern zu wollen. Schwerster Anklagepunkt ist die Schändung der Leiche eines Gefallenen am 7. November 2013 in der Nähe der Stadt Aleppo. Dort soll der Angeklagte den Toten mit einem Mobiltelefon gefilmt haben, wie diesem von einem anderen IS-Kämpfer Ohren und Nase abgeschnitten wurden, wie es in der Anklageschrift heißt. Nach einem Tritt in das Gesicht der Leiche soll El B. das islamische Glaubensbekenntnis ausgerufen haben. Das Video steht der Bundesanwaltschaft ebenso zur Verfügung wie ein Foto, das den Angeklagten mit einem IS-Aufnäher an seinem Hemd zeigt.

Der Angeklagte war im Februar 2014 in Ankara festgenommen worden. Zuvor hatte er versucht, seiner Freundin eine Rohrbombe mit nach Deutschland zu geben, was jedoch aufgrund der türkischen Sicherheitskontrollen misslang. Die Frau wird sich dafür in einem getrennten Verfahren verantworten müssen.

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