Inklusionsberaterin Anna Felsinger.
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Inklusionsberaterin Anna Felsinger.

Inklusion immer wichtiger im Handwerk

Wetzlar/Gießen (sel). Inklusion ist in aller Munde. Nun legt auch die Handwerkskammer Wiesbaden unter dem Aktionstitel »Initiative Inklusion« ein neues Beratungsangebot zur Verbesserung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben vor.

Und das, so Kammerpräsident Klaus Repp und Hauptgeschäftsführer Harald Brandes, »im Interesse unserer Mitgliedsbetriebe« – und das sind über 22 000, somit eine stattliche Anzahl. Denn Inklusion werde im Zusammenhang mit Ausbildung und Beschäftigung auch für die kleinen und mittelständischen Betriebe zu einem wichtigen Thema. Für das Handwerk, so die Kammeroberen aus Wiesbaden, das sich in besonderer Weise den Herausforderungen des Fachkräftebedarfs gegenübersieht, stellen Menschen mit Behinderungen eine wertvolle Ressource am Arbeitsmarkt dar.

Um die Initiative Inklusion der Handwerkskammer Wiesbaden kümmert sich schwerpunktmäßig Beraterin Anna Felsinger, die ihren Sitz in der Geschäftsstelle Mittelhessen am Dillufer in Wetzlar – im Arnold-Spruck-Haus – hat und dort unter Telefon 0 64 41/94 55-49, Fax 94 55-66 oder per E-Mail an anna.felsinger@hwk-wiesbaden.de erreichbar ist.

Viele Menschen mit Behinderungen finden keine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt, viele Jugendliche mit Behinderungen haben Schwierigkeiten, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu finden. Diese Tatsache belege, dass die Potenziale von behinderten Menschen oft nicht richtig wahrgenommen werden, sagte Felsinger. Auch seien es bestehende, aber nicht zutreffende Vorurteile – zum Beispiel, dass diese Personengruppe unkündbar sei oder dass Menschen mit einem Behinderungsgrad von 50 Prozent auch nur die Hälfte eines Kollegen ohne Behinderung leisten könnten –, die dazu beitrügen, der Einstellung eines Menschen mit Handicap eher skeptisch gegenüberzustehen.

An dieser Stelle will die Handwerkskammer ansetzen, zumal sie davon ausgeht und in Teilen wisse, dass in den Betrieben ihres Bezirks in Ober-, West- und Mittelhessen sowohl der Bedarf als auch die Bereitschaft für die Bereitstellung von behindertengerechten beziehungsweise inklusiven Ausbildungs- und Beschäftigungsplätzen vorhanden ist. Oft werde Menschen mit Schwerbehinderung viel weniger zugetraut, als sie objektiv zu leisten imstande seien, zumal viele Behinderungen keinen Einfluss und keine Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der betroffenen Personen habe.

»Schwerbehinderte Mitarbeiter können durch überdurchschnittlichen Ehrgeiz zu wertvollen und produktiven Beschäftigten werden«, sagte Felsinger, die angesichts des demografischen Wandels und eines einsetzenden Bevölkerungsrückganges gerade auch auf die Situation des Handwerks verweist, das mit zunehmender Tendenz nur noch auf ein reduziertes Arbeitskräftepotenzial Zugriff habe. »Und dies ist die große Chance für eine inklusive Arbeitswelt, auch und gerade im Handwerk.«

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