Hüterin des stabilen Geldes

Die Deutschen haben großes Vertrauen in ihre Bundesbank. Zum Jubiläum lässt die Notenbank in Frankfurt die Bürger mitfeiern. Auch kniffligen Fragen will sich der Vorstand stellen.

Zum zweiten Mal nach 2014 öffnet die Deutsche Bundesbank in Frankfurt ihre Türen für interessierte Bürger. Am kommenden Samstag und Sonntag (jeweils 10 bis 18 Uhr) will die Notenbank in Frankfurt in ihrer Zentrale sowie in der Hauptverwaltung Hessen Einblicke in ihre Arbeit geben. Die Zentrale der Deutschen Bundesbank befindet sich in der Wilhelm-Epstein-Straße 14, die Hauptverwaltung in der Taunusanlage 5.

Anlass für den Tag der offenen Tür unter dem Motto »Machen Sie sich Ihr Bild von der Bundesbank« ist das 60-jährige Jubiläum: Am 26. Juli 1957 wurde das »Gesetz über die Deutsche Bundesbank« vom Bundespräsidenten unterzeichnet. Mit Inkrafttreten des Gesetzes am 1. August 1957 nahm die Bundesbank ihre Arbeit auf.

Was ist mit dem Goldschatz?

Was macht die Bundesbank eigentlich? Was hat es mit dem legendären Goldschatz der Notenbank auf sich? Warum ist Preisstabilität für die Währungshüter so wichtig? Und was um alles in der Welt sind eigentlich »Target2-Salden«? Vorstände – allen voran Bundesbankpräsident Jens Weidmann – und Experten aus den Fachabteilungen der Notenbank geben Antworten auf diese und andere Fragen.

Besucher können sich zudem zum Beispiel demonstrieren lassen wie spezielle Maschinen prüfen, ob Banknoten echt sind und ob sie im Umlauf bleiben können oder ausgetauscht werden müssen. Oder man lässt sich schulen, echte von falschen Euro-Scheinen zu unterscheiden. Führungen durch die Zentrale der Deutschen Bundesbank im Nordwesten Frankfurts und die Hauptverwaltung Hessen in der Frankfurter Innenstadt sollen einen Blick hinter die Kulissen eröffnen.

Für Unterhaltung fernab schwergewichtiger ökonomischer und geldpolitischer Themen sorgen unter anderem die »Buba-Singers«, der Hauschor der Notenbank. Vier Jahrzehnte war die Bundesbank Garant für die Stabilität der D-Mark. Seit Einführung des Euro – 1999 zunächst als Buchgeld und drei Jahre später als Bargeld – bestimmt die Europäische Zentralbank (EZB) den geldpolitischen Kurs in den inzwischen 19 Euro-Staaten. Der Bundesbankpräsident wirkt an den Entscheidungen im EZB-Rat mit. Zudem überwacht die Bundesbank gemeinsam mit der Finanzaufsicht BAFIN etwa 1500 Kreditinstitute in Deutschland, verwaltet die deutschen Goldreserven und versorgt Handel und Banken mit Bargeld. Nach öffentlichem Druck hatte die Bundesbank vor vier Jahren das Ziel ausgegeben, bis spätestens Ende 2020 mindestens die Hälfte der deutschen Goldreserven in eigenen Tresoren im Inland aufzubewahren.

Doch die Verlagerung geht deutlich schneller als geplant. »Mehr als drei Jahre vor dem Termin wird sie in diesem Jahr umgesetzt«, berichtet Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele. Der ursprüngliche Zeitplan seit großzügig kalkuliert gewesen. Weitere Verlagerungen nach 2017 sind Thiele zufolge nicht geplant.

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