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NPD holt fast 11 Prozent bei Jugendwahl in Gießen

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Gießen (mö). Am 13. September wurde bundesweit die sogenannte U 18-Bundestagswahl unter noch nicht wahlberechtigten Jugendlichen durchgeführt. Auch in Gießen haben an diesem Tag über 280 Jugendliche ihre Stimmen abgegeben, die meisten im Alter zwischen 13 und 16.

Das Wahllokal befand sich in der Geschäftsstelle der Landesschülervertretung in der Alten Alicenschule in der Georg-Schlosser-Straße. Das Ergebnis für den Kreis Gießen fällt in einer Hinsicht aus dem Rahmen: Die rechtsextreme NPD erhielt 10,75 Prozent, was 30 Stimmen entsprach. Damit platzierte sich die NPD nur knapp hinter den Grünen (12,5 Prozent). Eine derartige Zustimmung erfuhr die Neonazi-Partei bei der Jugendwahl ansonsten nur in einigen Regionen Ostdeutschlands. In ganz Hessen kam die NPD bei der U 18-Wahl auf 2,8 Prozent, deutschlandweit auf 3,2 Prozent.

Versuche der GAZ, mit den Organisatoren der Jugendwahl in Gießen Kontakt aufzunehmen, um eine Erklärung für das Abschneiden der NPD zu erhalten, verliefen bis jetzt im Sande. Laut Medienberichten hatte die NPD in den neuen Bundesländern gezielt für die Jugendwahl mobilisiert. Womöglich war das auch in Gießen der Fall. Die im Lumdatal sehr aktive Neonazi-Gruppe verkündete das Ergebnis der Jugendwahl in Gießen bereits am 16. September auf ihrer Homepage und lieferte ihre Erklärung für das Ergebnis der NPD. Schüler in Gießen und Umgebung machten eben »sehr schlechte Erfahrungen mit den immer größer werdenden ›Migrantengangs»«, hieß es dort.

Die meisten Stimmen bei der U 18-Wahl in Gießen erhielt die CDU (25,1 Prozent), gefolgt von der SPD (24,4 Prozent).

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