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Hessischer Friedenspreis geht an Schweizerin

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Wiesbaden (dpa/lhe). Für ihren Kampf gegen Landminen wird die Schweizerin Elisabeth Decrey Warner mit dem Hessischen Friedenspreis 2012 geehrt.

Decrey Warners Organisation »Geneva Call« habe viele Rebellengruppen weltweit dazu gebracht, auf den Einsatz von Minen zu verzichten, erklärte das Kuratorium am Dienstag in Wiesbaden. Die Arbeit sei eine wichtige Ergänzung zum staatlichen Ottawa-Abkommen gegen Landminen. Der mit 25 000 Euro dotierte Preis, getragen von der Stiftung des früheren hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald (SPD/1919-1996), soll am 28. September überreicht werden.

Nicht nur Staaten, sondern auch »nichtstaatliche Gewaltgruppen in den Bürgerkriegen dieser Welt« sollten sich an das humanitäre Völkerrecht halten – das sei der Grundgedanke der früheren Genfer Regionalpolitikerin und langjährigen Menschenrechtsaktivistin, sagte Harald Müller, Leiter der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung.

»Geneva Call« hat demnach erreicht, dass Guerillas in Somalia, Indien, Iran, Myanmar (Burma) und auf den Philippinen Verzicht auf Landminen erklärt haben, auch die kurdischen Separatisten PKK in der Türkei. Müller nannte eine aktuelle Zahl von 42 Gruppen, zunächst war von 41 die Rede gewesen. Die Kontaktaufnahme mit den Bewaffneten sei schwierig und gefährlich. Doch auch sie seien interessiert, die Musterkonvention zu unterzeichnen.

Die Auszeichnung wird seit 1994 vergeben. Decrey Warner ist erst die vierte Frau, die mit dem Preis geehrt wird.

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